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„Hätten gern mehr Leute gehabt“: Pro-Trump-Kundgebung wird zum Flop

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Von: Karolin Schäfer

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Gegendemonstrant:innen bei der von der konservativen Gruppe „Grand Opportunity USA“ veranstalteten Kundgebung auf dem Gelände des US-Kapitols in Washington.
Gegendemonstrant:innen bei der von der konservativen Gruppe „Grand Opportunity USA“ veranstalteten Kundgebung auf dem Gelände des US-Kapitols in Washington. © Bryan Olin Dozier/imago

Nur ein paar dutzend Teilnehmende besuchen am Freitag eine Pro-Trump-Kundgebung auf dem Kapitol-Gelände. Die Einladungen seien von Linken zensiert worden.

Washington, D.C. – Rechte Aktivist:innen versammelten sich am Freitagnachmittag (07. Oktober) auf dem Kapitol-Gelände zu einer Pro-Trump-Kundgebung in den USA. Prominentester Teilnehmer war Steve Bannon, ehemaliger Chefstratege im Weißen Haus von Donald Trump.

Ob in frühkolonialem Gewand oder „Make America Great Again“-Aufschrift auf sämtlichen Kleidungsstücken – unter dem Motto „Stop the Tyrants & Unite for Freedom“ fanden die unterschiedlichsten Aktivist:innen zusammen. Viele waren es allerdings nicht.

Pro-Trump-Demo in Washington: Nur 27 Teilnehmende

27 Personen, darunter zwei private Sicherheitsleute, trafen sich auf dem Gelände, berichtete das US-Magazin The Daily Beast. Bevor Redner:innen auf die Bühne traten, wurden Reden von Donald Trump abgespielt.

Währenddessen versuchten fünf Gegendemonstrant:innen mit Trillerpfeifen die Stimmen der Kundgebung zu übertönen. John Paul Moran, Organisator der Veranstaltung und „GOUSA“-Gründer (Grand Opportunity USA), bezeichnete die Demonstrierenden als „bezahlte Agitatoren“ und Mitglieder der Antifa.

Pro-Trump-Demo in den USA: E-Mail-Einladungen im Spam-Ordner gelandet

Die rechte Anwältin Deborah Weiss dagegen wusste, warum die Veranstaltung nicht so gut ankam. Sie machte einerseits das sonnige Wetter dafür verantwortlich, andererseits die Organisatoren, die die Kundgebung auf diesen Tag gelegt hatten. „Erstens ist es ein Wochentag, an dem viele Menschen arbeiten“, sagte sie gegenüber The Daily Beast. „Zweitens ist es für konservative Gruppen sehr, sehr schwer, ihre Botschaft kurz vor der Wahl zu verbreiten.“ Weiss zufolge seien die E-Mail-Einladungen für die Veranstaltung von Linken zensiert worden oder „irgendwie“ im Spam-Ordner gelandet.

Aktivistin Suzanne Monk war sich sicher, dass die Ausschreitungen am 6. Januar Schuld für die schlecht besuchten Pro-Trump-Veranstaltungen waren. „Oder sogar die Regierung selbst“, wurde sie von The Daily Beast zitiert. „Offensichtlich sind die Leute ein wenig nervös, dass so etwas wieder passieren könnte.“

USA: Kaum Teilnehmer bei Pro-Trump-Veranstaltung – „Größe der Menge spielt keine Rolle“

Modedesigner Andre Soriano störte die geringe Teilnehmer:innen-Zahl offenbar nicht. „Die Größe der Menge spielt keine Rolle“, betonte er. Auch John Paul Moran war zufrieden mit dem Event. „Wir haben den Aufruf vor etwa einer Woche veröffentlicht. Wir hätten gerne mehr Leute dabei gehabt, aber ich würde es als Erfolg betrachten“, sagte er. (kas)

In einem waren sich die Aktivist:innen bei der Pro-Trump-Kundgebung aber einig. Sie ließen ihre Wut über US-Präsident Joe Biden und die Anhörungen zum Kapitol-Sturm am 6. Januar vergangenen Jahres aus. Aufgrund des Hurrikans „Ian“, der Teile Floridas zerstörte, musste die finale Sitzung des Untersuchungsausschusses verschoben werden. (kas)

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