Gelächter im Saal: Biden liefert nächsten Aussetzer – und schlechte Umfrage-Werte
Ein weiterer Fauxpas von Joe Biden: Bei einer Rede verwechselt er den Namen von LL Cool J und erntet Kritik in den sozialen Medien.
Washington D.C. – Wieder ein Aussetzer von US-Präsident Joe Biden: Während einer Rede auf der jährlichen Konferenz der Congressional Black Caucus Foundation am Samstag (23. September) gab der 80-Jährige den Namen des US-Rappers LL Cool J falsch wider.
Biden hielt eine Rede beim Dinner zum „Phoenix-Award“ der Stiftung, mit dem „Personen gewürdigt werden, die einen bedeutenden Beitrag zur Gesellschaft geleistet haben“. Einer der Preisträger war LL Cool J, dessen Namen der Präsident in seiner Rede falsch angab - was später in den sozialen Medien Erheiterung und Kritik hervorrief.
„LL J Cool J repräsentiert das bahnbrechende Erbe des Hip-Hop in Amerika“, sagte Biden und erntete damit Gelächter aus dem Publikum. „Übrigens, dieser Junge hat einen Bizeps, der größer ist als meine Oberschenkel“.

Jüngster Aussetzer des Präsidenten: Hohn und Spott in den Sozialen Medien
Der Fauxpas des Präsidenten löste in den sozialen Medien heftige Reaktionen aus, wobei einige Kritiker auch seine Verwendung des Begriffs „Junge“ bemängelten.
„Wenn ein Republikaner so etwas sagen würde, gäbe es eine Eruption der Empörung in den Medien, die andauern würde. Und jeder weiß das. Aber sie werden Biden einfach so durchgehen lassen, wie sie es bei all den anderen rassistischen Dingen getan haben, die er im Laufe der Jahrzehnte gesagt hat“, schrieb Donald Trumps ehemaliger Kommunikationsdirektor Tim Murtaugh am Sonntag (24. September) auf der Social-Media-Plattform X, früher bekannt als Twitter.
„Joe Biden nennt LL Cool J ‚Junge‘. Ich glaube, sein Geist steckt in den 60er Jahren fest“, schrieb X-Nutzer Malachi Maxey. Andere hingegen verteidigten den Präsidenten.
„In einer gesunden Welt wäre er ein netter alter Mann, der einen Mann, der viel jünger ist als er, als Junge bezeichnet, und das wäre alles sehr liebenswert. LL Cool J würde sich geschmeichelt fühlen, von einem respektablen alten Mann so vertraut angesprochen zu werden. Leider leben wir in einer Welt, in der der Präsident alt ist“, schrieb X-Nutzer Jay Buffalkill.
Der Ausrutscher Bidens war der jüngste in einer Reihe ähnlicher Vorkommnisse in letzter Zeit.
So hatten Biden, der brasilianische Präsident Lula da Silva und der Generaldirektor der internationalen Arbeitsorganisation (ILO), Gilbert Houngbo, am vergangenen Mittwoch auf einer Pressekonferenz Reden gehalten. Nach seiner Ansprache schüttelten Biden und Houngbo Hände. Anschließend jedoch doch verließ Biden die Bühne, ohne da Silva die Hand zu geben.
Am Freitag sagte Biden, er sei bei jeder „Massenerschießung“ in den Vereinigten Staaten dabei gewesen, als er in einer Rede die Einrichtung des Büros für Waffengewaltprävention des Weißen Hauses ankündigte. „Ich bin entschlossen, eine klare Botschaft darüber zu senden, wie wichtig dieses Thema für mich und für das Land ist. Es ist wichtig, und hier ist der Grund dafür“, sagte er in seinen Ausführungen. „Nach jeder Massenschießerei hören wir eine einfache Botschaft – die gleiche Botschaft im ganzen Land. Ich war bei jeder Massenerschießung dabei.‘“
Bidens Aussetzer schlachten die Republikaner aus
Der jüngste Fehler des Präsidenten kommt seinen politischen Widersachern von den Republikanern sehr gelegen. Besonders das Wahlkampfteam von Donald Trump hatte immer wieder darauf hingewiesen, dass Biden im Fall einer Wiederwahl im nächsten Jahr möglicherweise nicht die geistigen Fähigkeiten für eine weitere vierjährige Amtszeit besitzt.
Eine kürzlich durchgeführte CBS/YouGov-Umfrage ergab, dass nur 34 Prozent der amerikanischen Wähler glauben, dass Biden im Falle seiner Wiederwahl eine volle zweite Amtszeit absolvieren wird. Dem stehen 55 Prozent für Donald Trump gegenüber, den derzeitigen Umfragefavoriten auf die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner. Andere sind jedoch der Meinung, dass Biden nach wie vor in der Lage ist, sein Amt auszuüben, und verweisen darauf, dass auch Trump in der Vergangenheit immer wieder verbale Aussetzer gehabt habe.
Auch die jüngste Umfrage der Washington Post und ABC News untermauert die schlechten Werte für Biden. Die Ergebnisse zeigen, dass der amtierende Präsident mit deutlichem Abstand hinter Trump liegt. Laut der Umfrage, die zwischen dem 15. und 20. September telefonisch unter einer Stichprobe von 1.006 Erwachsenen durchgeführt wurde, liegt Trump mit 52 Prozent der Stimmen satte zehn Prozentpunkte vor Biden mit 42 Prozent.
Schlechte Umfragewerte für Biden
Die Washington Post betonte zwar, dass es sich bei dieser jüngsten Umfrage um einen Ausreißer handeln könne, der nicht mit anderen Umfragen der letzten Zeit übereinstimme. Sie wies aber zugleich darauf hin, dass die Unzufriedenheit der amerikanischen Wähler gegenüber Biden in Bezug auf den Zustand der US-Wirtschaft und die Migrationsfrage zunehme.
Trumps Team jubelte nach der Veröffentlichung der neuen Umfrage, wobei der leitende Berater des ehemaligen Präsidenten, Jason Miller, auf X schrieb: „Köpfe explodieren bei der Jeff-Bezos-Amazon-Washington-Post, weil Präsident Trump jetzt landesweit um 10 Punkte (52 Prozent - 42 Prozent) vor Joe Biden liegt, nachdem er im Mai noch um 6 Punkte (49 Prozent - 43 Prozent) geführt hatte!“
Zu Beginn seiner Kampagne in diesem Jahr versuchte Biden, die demokratischen Wähler mit seinen Bemühungen um den Schutz der amerikanischen Demokratie neu zu motivieren, und hob Themen wie die soziale Sicherheit und den Zugang zur Abtreibung hervor. Die anhaltenden wirtschaftlichen Probleme der USA – wie hohe Benzinpreise und Inflation, die Rückzahlung von Studentenkrediten und jetzt der Streik der Autobauer – haben den Präsidenten jedoch vor große Herausforderungen gestellt, die er nach Meinung der Wähler bislang nicht entschlossen genug angegangen ist. (skr)



