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Bewohner Basras protestieren gegen Stromausfälle

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Einem Steinhagel sahen sich britische Truppen im südirakischen Basra ausgesetzt. Dort protestierte die Bevölkerung wegen der anhaltenden Energieknappheit gegen die Besatzer.
Einem Steinhagel sahen sich britische Truppen im südirakischen Basra ausgesetzt. Dort protestierte die Bevölkerung wegen der anhaltenden Energieknappheit gegen die Besatzer. © ap

Briten machen Sabotage für schlechte Versorgung verantwortlich / Warnung vor AnschlägenIn der von britischen Truppen kontrollierten irakischen Hafenstadt Basra haben Bewohner am Wochenende zum Teil gewaltsam gegen die häufigen Stromausfälle und den Verkauf von Benzin zu Schwarzmarktpreisen protestiert. Dossier: Irak nach dem Krieg

BAGDAD / NEW YORK, 10. August (rtr/ap/dpa). Britische Soldaten feuerten am Sonntag in Basra Warnschüsse in die Luft ab, als mehrere hundert Menschen wegen der angespannten Versorgungslage randalierten. Mindestens ein Iraker wurde verletzt. Ein Kameramann der Fernsehnachrichtenagentur APTN berichtete, ein Demonstrant sei am Sonntag erschossen worden, nachdem eine Menschenmenge Fahrzeuge umstellt habe. Wer die Schüsse abgab, war zunächst nicht bekannt.

Am Samstag hatten 1000 Menschen in Basra aus Protest gegen die Energieknappheit Reifen in Brand gesteckt und Steine auf die Soldaten geschleudert. Am Sonntag patrouillierten die Briten an Tankstellen, um den Verkauf von Benzin zu korrekten Preisen sicherzustellen. Ein Armeesprecher sagte, die Stromausfälle seien auf Sabotage zurückzuführen.

Der US-Zivilverwalter Bremer sagte am Sonntag der New York Times, hunderte Kämpfer der Gruppe Ansar el Islam seien nach Iran geflüchtet und planten "Terroranschläge" in Irak. Er äußerte sich auch zum Anschlag auf Jordaniens Botschaft in Bagdad, bei dem am Freitag 17 Menschen getötet und dutzende verletzt wurden. "Mein erster Verdacht war, dass dies jemand von außen getan haben muss", sagte Bremer. Denkbar sei aber auch, das Angehörige Ansar el Islams, des Geheimdienstes oder anderer Gruppen früherer Mitglieder der Baath-Partei von Ex-Diktator Saddam Hussein mit Informationen über den Bau von Bomben versorgt hätten.

Iraks Ex-Innenminister Mahmud Diab el Ahmed el Mashhadani stellte sich am Freitag den US-Truppen, teilte das Oberkommando in Katar am Samstag mit. Er sei die Nummer 29 auf der Liste der 55 meistgesuchten Iraker.

Nach Angaben des arabischen Senders Al Dschasira wurden nahe Tikrit zwei US-Soldaten von einem Sprengsatz verletzt. Das US-Zentralkommando bestätigte den Tod eines anderen Soldaten. Er habe die extreme Hitze im Land nicht vertragen.

In London sagte die Ministerin für internationale Entwicklung, Baroness Valerie Amos, britische und US-Diplomaten arbeiteten an einer neuen UN-Resolution für Irak. Diese könnte weiteren Nationen die Möglichkeit zur Entsendung von Truppen bieten.

Dossier: Irak nach dem Krieg

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