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Die Leiche von Stanislaw Markelow liegt auf einer Straße im Zentrum von Moskau.
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Die Leiche von Stanislaw Markelow liegt auf einer Straße im Zentrum von Moskau.

Moskau

Bestürzung über Morde

Nach dem Doppelmord an dem russischen Menschenrechtsanwalt Stanislaw Markelow und der Journalistin Anastasja Baburowa setzen die Ermittler auf Erkenntnisse aus der Videoüberwachung.

Moskau. Nach dem Doppelmord an dem russischen Menschenrechtsanwalt Stanislaw Markelow und der Journalistin Anastasja Baburowa in Moskau fahnden die Ermittler nach dem Täter. Es sei zu früh, über einen Verdächtigen zu sprechen, teilte die Staatsanwaltschaft in Moskau am Dienstag mit.

Die Polizei hoffe auf Erkenntnisse aus der Videoüberwachung öffentlicher Plätze. Allerdings sei der Täter maskiert gewesen. Markelow (34) und Baburowa (25) waren am Montag im Zentrum von Moskau vor den Augen von Passanten erschossen worden. Die Polizei geht von Auftragsmord aus. Die Bluttat löste international Bestürzung aus.

Markelow hatte am Montag auf einer Pressekonferenz rechtliche Schritte gegen die Begnadigung des russischen Offiziers und Tschetschenien-Kämpfers Juri Budanow angekündigt. Budanow war nach der Tötung eines tschetschenischen Mädchens zu zehn Jahren Lagerhaft verurteilt und Mitte Januar vorzeitig entlassen worden. Er wies am Dienstag jede Verantwortung für den Mord von sich. "Das ist eine Provokation, mit der ich nichts zu tun habe", sagte Budanow nach Angaben der Agentur Interfax. Er nannte den Mord eine Tragödie.

Der 34-Jährige Markelow galt als unerschrockener Kritiker des Justizsystems und war Gründer der Nichtregierungsorganisation Institut für die Vorherrschaft des Rechts. Er war im Verfahren gegen Budanow Anwalt der Opfer-Familie gewesen. Er vertrat zahlreiche Mandanten, die gegen behördlich geduldete Gewalt und staatlichen Druck klagten.

Die Journalistin Baburowa arbeitete für die kremlkritische Zeitung "Nowaja Gaseta", für die auch die Tschetschenien-Reporterin Anna Politkowskaja berichtet hatte, bevor sie 2006 vor ihrer Wohnung erschossen wurde. Markelow und Politkowskaja hatten auch bei der Aufklärung von Menschenrechtsverstößen in Russland zusammengearbeitet. Politkowskajas Mörder ist weiter auf der Flucht. Ihr Mordfall wird derzeit vor Gericht in Moskau aufgearbeitet. (dpa)

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