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„Katastrophale Fehler“ im Ukraine-Krieg - Russland setzt „gescheiterte Strategie“ ein

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Von: Sebastian Richter

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Russland kann im Ukraine-Krieg keine nennenswerten Erfolge für sich verbuchen. Ein Militärexperte erklärt, warum deren Strategie nicht funktionieren wird.

Kiew – Im Februar, kurz nach dem Angriff der russischen Armee auf die Ukraine, hätte man noch glauben können, dass der Ukraine-Krieg in wenigen Wochen vorbei ist. Nun dauern die Kämpfe bereits über neun Monate, den ukrainischen Streitkräften ist es inzwischen gelungen, große Gebiete wieder zurückzuerobern. Warum hat Russland solche Probleme damit, die Erfolge in der Ukraine zu sichern?

Nach Ansicht des Ukraine-Experten Alexander Vindman, Oberstleutnant a.D. der U.S. Army, setzt Russland in der Ukraine gescheiterte Strategien ein, durch die es bereits eroberte Gebiete wieder einbüßen muss. „Die Russen versuchen alles, um den Sieg zu erringen“, so Vindman im Podcast des ehemaligen US-Senators Al Franken. „Sie können auf den Schlachtfeldern in der Ukraine nicht gewinnen. Die ukrainischen Streitkräfte sind zu beeindruckend.“

„Schreckliche“ Strategie der russischen Armee in der Ukraine

Stattdessen versuche die russische Armee, den „Kampfeswillen“ der Bevölkerung der Ukraine zu brechen, indem sie zivile Ziele im Land unter Beschuss nehmen, zitiert das US-Magazin Newsweek den ehemaligen Direktor für europäische Angelegenheiten im nationalen Sicherheitsrat der USA. Diese Strategie sei „schrecklich“, da Ukrainer „nicht nachgeben“ werden. „Die Ukrainer werden weiterhin das Militär unterstützen“

Russland beschießt im Ukraine-Krieg aktuell vermehrt die Bevölkerung. (Archivbild)
Russland beschießt im Ukraine-Krieg aktuell vermehrt die Bevölkerung. (Archivbild) © Libkos/dpa

87 bis 90 Prozent der Ukrainer seien weiterhin für die Befreiung der besetzten Gebiete, so Vindman im Interview. Dabei bezieht er sich wohl auf eine Umfrage des Kiewer internationalen Instituts für Soziologie, laut der „87 Prozent der Ukrainer die Idee ablehnen, dass ihr Land irgendein Gebiet aufgibt, unabhängig davon, wie lange der Krieg dauern würde“, heißt es bei Newsweek weiter.

Russland beschießt Infrastruktur der Ukraine

Der aktuelle Ansatz der russischen Kriegsführung sei also eine „gescheiterte Strategie“. Der Beschuss der Bevölkerung werde „die Ukrainer nicht wirklich zu Verhandlungen bewegen, aber das ist es, worauf sie [die Russen] sich geeinigt haben, da sie während dieses Krieges immer wieder katastrophale Fehler gemacht haben.“

Obwohl es nicht danach aussieht, dass der dauerhafte Beschuss der Ukraine den Kriegswillen der Bevölkerung brechen wird, greifen die Truppen des russischen Präsidenten Wladimir Putin weiterhin zivile Gebäude an. Besonders die Energie-Infrastruktur steht unter Beschuss. Einer der Fokuspunkte in den letzten Tagen war die Hafenstadt Odessa, die nach Drohnenangriffen wohl noch für Wochen ohne Strom sein wird.

Gleichzeitig scheint der Kampfeswille in Russlands eigener Bevölkerung zu schrumpfen. Laut einer nicht öffentlichen Umfrage in Russland sieht vor allem die jüngere Generation den Krieg als Fehler. Russland sei „ein Land mit einem gebrochenen Rückgrat“, meinte dazu eine Expertin aus Berlin. (spr)

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