Raketen-Schild gegen Iran

USA beschleunigen Aufbau

"Unser erstes Ziel ist, die Iraner abzuschrecken", sagt ein ranghoher Regierungsbeamter in einem Medienbericht. Durch den beschleunigten Aufbau soll Teheran von einer Eskalation des Konflikts abgehalten werden.

Washington. Angesichts des festgefahrenen Streits um das iranische Atomprogramm beschleunigen die USA einem Zeitungsbericht zufolge den Aufbau ihres Anti-Raketen-Schildes am Persischen Golf.

Dazu zählten die Entsendung von Spezialschiffen vor die iranische Küste und die Lieferungen von Raketen-Abfangsystemen an mindestens vier arabische Staaten, berichtete die "New York Times". Präsident Barack Obama hatte erst in seiner Rede zur Lage der Nation am Mittwoch Teheran erneut mit "Konsequenzen" gedroht, sollte der Iran weiterhin nicht zum Einlenken bereit sein.

"Unser erstes Ziel ist, die Iraner abzuschrecken", sagte ein ranghoher Regierungsbeamter der Zeitung. Zum einen solle durch den beschleunigten Aufbau Teheran von vorneherein von einer Eskalation des Konflikts abgehalten werden, sollte der Westen schärfere Sanktionen verhängen. Zum anderen wolle man verhindern, dass Israel einen militärischen Alleingang gegen den Iran unternimmt. Der Aufbau des Abwehrschildes am Persischen Golf hatte dem Zeitungsbericht noch unter Obamas Vorgänger George W. Bush begonnen.

Den Angaben zufolge wurden Anti-Raketen-Systeme vom Typ "Patriot" an Katar, die Vereinigten Arabischen Emirate, Bahrain und Kuwait geliefert. Der für die Region zuständige US-Oberbefehlshaber General David Petraeus hatte vor wenigen Tagen in einer Rede erläutert, dass die USA zudem nun permanent "Aegis"-Kreuzer im Persischen Golf patrouillieren ließen. Die Schiffe sind mit Spezialradar ausgestattet und sind in der Lage, Mittelstrecken-Raketen abzufangen.

Im Atomkonflikt mit dem Iran rücken neue Sanktionen gegen US-Firmen näher. Nach dem Abgeordnetenhaus votierte am Donnerstag auch der Senat für Strafen gegen US-Firmen, die Kraftstoffe in den Iran liefern oder dies unterstützen. Die USA und die EU hatten erst vor wenigen Tagen im Atomstreit mit Teheran Härte demonstriert. Beim Antrittsbesuch der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton in Washington bekräftigte US-Außenministerin Hillary Clinton die Entschlossenheit der internationalen Gemeinschaft. (dpa)

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