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60 JAHRE DANACH

Ein Berliner

Renate Zachos, damals vier Jahre alt, hat vor allem den Moment nicht vergessen, als sie mitten im Chaos ein leckeres Geschenk bekam.

Ich bin am 25.5.1940 in einer Kleinstadt in Nordrhein-Westfalen geboren und dort aufgewachsen. Ich habe noch einige Kriegserinnerungen, zum Beispiel nachts bei Fliegeralarm schnell einen geeigneten Keller aufzusuchen. Anfang März '45 bekamen wir die Aufforderung, uns am 15.3. morgens am Bahnhof einzufinden, um die Stadt zu verlassen. Wir (Mutter, Oma und ältere Schwester) packten einige Dinge auf das einzige Fahrrad und machten uns auf den Weg. Am Bahnhof warteten schon viele Leute, die nach und nach in die ankommenden Züge stiegen. Die erste Station war Wanne-Eickel im Ruhrgebiet, wo bereits Hunderte warteten, so auch wir. Es war langweilig und ermüdend. Plötzlich kam eine uns völlig fremde Frau und schenkte mir und meiner Schwester einen frischen Berliner. Wir waren mehr als überrascht und genossen ihn hingebungsvoll - die lange Wartezeit war vergessen. Noch heute, wenn ich einen Berliner sehe, kommt die Erinnerung an diesen Moment zurück.

Irgendwann bestiegen wir wieder einen Zug und fuhren in die Nähe von Minden. Die Nacht verbrachten wir in einer Schule auf Strohsäcken, die auf dem Boden lagen. Am nächsten Tag wurden wir auf umliegenden Bauernhöfen einquartiert. Am 22.3. wurde unsere Innenstadt zu 80 Prozent durch Fliegerangriffe zerstört.

Renate Zachos, Dorsten

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