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Südwestkirchhof Stahnsdorf - Grab von Max Friedlaender
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Das Grab von Max Friedlaender, ein Musikwissenschaftler jüdischen Glaubens auf dem Südwestkirchhof Stahnsdorf.

Politik

Berlin: Holocaust-Leugner auf Ruhestätte eines jüdischen Wissenschaftlers begraben

  • VonLukas Zigo
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In Berlin wird ein Holocaust-Leugner versehentlich auf der ehemaligen Grabstätte des Wissenschaftlers Max Friedlaender begraben.

Berlin – Der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, hat die Beisetzung eines Holocaust-Leugners auf der früheren Grabstätte eines jüdischstämmigen Wissenschaftlers kritisiert. „Es ist tatsächlich ein äußerst unglücklicher Fehler, der hier unterlaufen ist“, teilte Klein der dpa mit. „Ich habe bereits mit den Beteiligten gesprochen, und die Verantwortlichen haben glaubhaft versichert, den Fall gründlich aufzuarbeiten und künftig Strukturen zu schaffen, dass so etwas nicht mehr passiert.“

Der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) zufolge war der Mann vergangenen Freitag (08.10.2021) auf dem Südwestkirchhof Stahnsdorf auf der ehemaligen Grabstätte des Musikwissenschaftlers Max Friedlaender (1852 - 1934) beigesetzt worden. Laut EKBO war Friedlaender jüdischstämmiger Protestant.

Berlin: Nach Grabplatz-Fehler – Landesbischof prüft rechtliches Vorgehen

Eigenen Angaben zufolge hatte die Landeskirche entschieden, die Anfrage nach einer Grabstätte nicht abzulehnen, da jeder Mensch ein Anrecht auf eine letzte Ruhestätte habe. Den ersten Wunsch für eine Grabstätte lehnte die Friedhofsleitung ab und wählte dann die ehemalige Grabstätte Friedlaenders.

Christian Stäblein, Berliner Landesbischof, hat zugesagt, alle rechtlichen Schritte zu prüfen, um den Vorgang rückgängig zu machen. Er will Friedlaender ein ehrendes Gedenken auf dem Friedhof bewahren. Zugleich entschuldigte sich Stäblein: „Die Bestattung eines Holocaust-Leugners auf der Grabstätte von Max Friedlaender ist ein schrecklicher Fehler und ein erschütternder Vorgang angesichts unserer Geschichte.“

Der Berliner Antisemitismusbeauftragte Samuel Salzborn hatte Strafanzeige gegen Unbekannt wegen des Verdachts der Störung der Totenruhe erstattet. Er vermutet, dass Rechtsextremisten bewusst das Grab gewählt haben, um die Totenruhe zu stören. Der Präsident des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, hatte erklärt, die Bestattung sei unerträglich. (Lukas Zigo/dpa)

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