Asien-Politik

Berlin blickt nach Tokio und Neu-Delhi

Kabinett will Beziehungen zu Ländern im Indo-Pafizik-Raum stärken.

Das Bundeskabinett hat am Mittwoch Leitlinien für die künftige deutsche Außenpolitik in Asien beschlossen. Die sogenannten Indo-Pazifik-Leitlinien sehen vor, die Beziehungen zu den Ländern der Region, zu denen Schwergewichte wie China, Indien und Japan gehören, zu stärken, wie Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) nach dem Kabinettsbeschluss erklärte. Deutschland strebt demnach eine verstärkte sicherheitspolitische Zusammenarbeit an, aber auch mehr Kooperation in Bereichen wie Klimawandel, Menschenrechte, Freihandel und Digitalisierung.

„Der Himalaya und die Straße von Malakka mögen weit entfernt scheinen. Aber unser Wohlstand und unser geopolitischer Einfluss in den kommenden Jahrzehnten beruhen gerade auch darauf, wie wir mit den Staaten des Indo-Pazifiks zusammenarbeiten“, sagte Maas mit Blick auf die gewachsene geopolitische und wirtschaftliche Bedeutung der Region.

Handelsabkommen geplant

Die Bundesregierung wolle diese Ordnung mitgestalten, so der Außenminister. „Damit sie auf Regeln und internationaler Kooperation basiert – und nicht auf dem Recht des Stärkeren.“ Deswegen werde Deutschland gerade mit den Ländern der Region vertieft zusammenarbeiten, „die unsere demokratischen und freiheitlichen Werte teilen“.

„Wir stärken dabei den Gedanken einer multipolaren Welt, in der sich kein Land zwischen Machtpolen entscheiden muss“, fügte der Minister hinzu. Der Indo-Pazifik-Raum war in den vergangenen Jahren Schauplatz zunehmender geopolitischer Spannungen. Für Konflikte sorgen etwa die Rivalität zwischen China und den USA und Pekings Gebietsansprüche im Südchinesischen Meer. Stabilität in der Region sei für Deutschland auch wirtschaftlich entscheidend, betonte Maas.

„Als Handelsnation hängt unser Wohlstand unmittelbar von der Freiheit des Handels und der Seewege ab, die zu einem großen Teil durch den Indo-Pazifik führen.“ Nach Angaben aus dem Auswärtigen Amt plant Deutschland den Abschluss weiterer Freihandelsabkommen, aber auch verstärkten Austausch über Themen wie neue Technologien. (afp)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare