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Beim Krieg in der Konfliktregion Berg-Karabach herrscht seit einem Monat ein Waffenstillstand. Jetzt hat Aserbaidschan gegen dieses Abkommen verstoßen.
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Beim Krieg in der Konfliktregion Berg-Karabach herrscht seit einem Monat ein Waffenstillstand. Jetzt hat Aserbaidschan gegen dieses Abkommen verstoßen.

Aserbaidschan

Krieg in Berg-Karabach: Waffenstillstand gebrochen - Russland meldet Schießerei

  • Nico Scheck
    vonNico Scheck
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  • Marvin Ziegele
    Marvin Ziegele
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Seit einem Monat schweigen die Waffen in Berg-Karabach. Jetzt hat Aserbaidschan trotz eines Abkommens angegriffen. Russland hat sich eingeschaltet.

  • Beim Krieg in Berg-Karabach herrscht seit November ein Waffenstillstand.
  • Recep Tayyip Erdogan, Präsident der Türkei, nahm an der Militärparade in Aserbaidschan teil.
  • Jetzt hat Aserbaidschan gegen das Abkommen verstoßen - und einen Angriff gestartet.

Update vom Sonntag, 13.12.2020, 17.42 Uhr: Obwohl in der Konfliktregion Berg-Karabach seit einem Monat ein Waffenstillstandsabkommen herrscht, hat die russische Armee jetzt eine Schießerei gemeldet. Dabei ist von einem Angriff Aserbaidschans auf einen ihrer Militärposten im Bezirk Hadrut die Rede. Nach Angaben des regionalen Verteidigungsministeriums in Berg-Karabach wurden drei pro-armenische Kämpfer verletzt. Der Vorfall hatte sich am Freitag ereignet.

Wie das Verteidigungsministerium in Aserbaidschan erklärte, habe man nach „Provokationen angemessene Gegenmaßnahmen“ ergriffen. Mittlerweile respektiere man den Waffenstillstand wieder. Zuvor hatte ein Sprecher der russischen Truppen in der Region Berg-Karabach gegenüber der Nachrichtenagentur Ria Nowosti bestätigt, dass es „Schusswechsel mit automatischen Waffen“ gegeben habe.

Krieg in Berg-Karabach: Recep Tayyip Erdogan lässt sich in Aserbaidschan für „epischen Kampf“ feiern

Erstmeldung vom Donnerstag, 10.12.2020, 17.04 Uhr: Baku – Mit einer riesigen Militärparade hat Aserbaidschans Präsident Ilham Aliyev seine Erfolge im Krieg um die Südkaukasusregion Berg-Karabach gefeiert. An seiner Seite: der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan, der extra für die Feierlichkeiten in die Hauptstadt Baku gereist war.

Mit Corona-Schutzmasken liefen die Staatschefs am Donnerstag über einen roten Teppich, posierten vor den Flaggen ihrer beiden Länder und winkten ins Publikum. Was auf den Jubelbildern nicht zu sehen war: Der jüngste Krieg hat auch Tausende von Aliyevs Landsleuten das Leben gekostet. Insgesamt starben auf beiden Seiten mehr als 4600 Menschen, die meisten von ihnen Soldaten.

Aserbaidschans Präsident Ilham Aliyev zusammen mit Recep Tayyip Erdogan.

Berg-Karabach: Recep Tayyip Erdogan spricht von „glorreichem Sieg“

An Pathos und drastischen Worten wurde an diesem Donnerstag in der Metropole am Kaspischen Meer nicht gespart. Recep Tayyip Erdogan sprach von einem „epischen Kampf“ und einem „glorreichen Sieg“ - die Türkei gilt als „Bruderstaat“ des ebenfalls muslimischen Aserbaidschans. Armenien müsse für die Zerstörung von Städten und historischen Wahrzeichen zur Rechenschaft gezogen werden, sagte Erdogan. Sollten armenische Aggressionen anhalten, werde die „eiserne Faust Aserbaidschans“ ihnen erneut den Rücken brechen, drohte Aliyev.

Tausende Soldaten marschierten, es rollten Panzer durch die Straßen, von Häuserwänden hingen riesige Flaggen beider Länder. Zur Schau gestellt wurden außerdem türkische Drohnen des Typs Bayraktar: Sie sollen maßgeblich zur militärischen Überlegenheit Aserbaidschans gegen Armenien beigetragen haben.

Krieg in Berg-Karabach: Recep Tayyip Erdogan bei Siegesfeier anwesend

Der jüngste Krieg zwischen den beiden Ex-Sowjetrepubliken um Berg-Karabach hatte am 27. September begonnen und dauerte bis zum 9. November. Aserbaidschan holte sich weite Teile des Anfang der 1990er verlorenen Gebiets zurück. Aliyev spricht deshalb immer wieder von einem aserbaidschanischen „Sieg“. Doch gelöst ist der Karabach-Konflikt noch lange nicht. Die Region steht vor allem vor der gewaltigen Aufgabe, wie christliche Karabach-Armenier und die nach Jahrzehnten in ihre alte Heimat zurückkehrenden muslimischen Aserbaidschaner nun friedlich zusammenleben sollen. (Marvin Ziegele)

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