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Belgien führt Vier-Tage-Woche bei gleicher Arbeitszeit ein

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Von: Monja Stolz

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In Belgien sollen Arbeitnehmer:innen bald ihre Arbeit von fünf auf vier Tage verteilen können. Das soll ihnen Vereinbarkeit von Arbeit und Privatem schaffen.

Brüssel – Nur an vier statt fünf Tagen die Woche arbeiten – ein Traum vieler. Ob das allerdings immer noch so traumhaft ist, wenn die gleiche Anzahl an Stunden verrichtet werden muss, können belgische Arbeitnehmer:innen künftig herausfinden. Die Regierung einigte sich auf eine Arbeitsmarktreform, wie Premierminister Alexander De Croo am Dienstag (16.02.22) mitteilte. Künftig sollen Arbeitnehmer:innen ihre Arbeitsstunden flexibel an fünf statt vier Tagen abarbeiten können.

Vollzeitkräfte sollen nach der Reform länger am Tag arbeiten dürfen, um ihre Stunden der vorherigen fünf Tage auf vier verteilen zu können. Das Ziel ist, eine bessere Vereinbarkeit von Arbeit und Privatleben zu ermöglichen. „Der erste Pfeiler ist, den Arbeitern mehr Flexibilität, mehr Freiheit zu geben“, sagte De Croo. Eine weitere Neuerung bestehe in einem gesetzlich geregelten Zugang zu Weiterbildungen.

Der belgische Premierminister Alexander De Croo hofft, dass sich durch die Vier-Tage-Woche die Beschäftigtenquote hebt.
Der belgische Premierminister Alexander De Croo hofft, dass sich durch die Vier-Tage-Woche die Beschäftigtenquote hebt. © Pool Benoit Doppagne/dpa

Vier-Tage-Woche in Belgien: Ziel ist Beschäftigtenquote zu erhöhen

Nicht nur die Arbeitnehmer:innen sollen durch die Arbeitsreform profitieren. Um den Onlinehandel anzukurbeln, werde es mehr Flexibilität bei den Nachtdienstregeln geben. Für freie Angestellte von Internetplattformen wie Uber soll es besseren Schutz, etwa in Form einer verpflichtenden Arbeitsunfallversicherung geben. „Wir arbeiten an einer nachhaltigen, innovativen und digitalen Wirtschaft“, sagte De Croo.

Bei einem Experiment in Island wurde zwischen 2015 und 2019 die Vier-Tage-Woche mit vollem Gehalt getestet. Das Ergebnis zeigte einen „überwältigenden Erfolg“. In Belgien sei es Ziel der Reform, eine Beschäftigtenquote von 80 Prozent bis 2030 zu erreichen, wie die Nachrichtenagentur Belga schrieb. Derzeit liegt sie demnach bei 71 Prozent mit großen regionalen Unterschieden. Zum Vergleich: In Deutschland lag die Quote der Erwerbstätigen laut Statistischem Bundesamt zuletzt bei 75,5 Prozent. (Monja Stolz mit Material der dpa)

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