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Belarussische Armee bereitet sich nach Zwischenfall auf „jedes Szenario“ vor

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Von: Nail Akkoyun

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In Belarus schlagen nahe der ukrainischen Grenze Teile einer Rakete ein – Minsk sieht das als Provokation und spricht von „geeigneten Maßnahmen“.

Minsk – Schon seit geraumer Zeit wird über einen belarussischen Kriegseintritt spekuliert. Machthaber Alexander Lukaschenko agiert als enger Verbündeter von Wladimir Putin strikt pro-russisch und soll der russischen Armee mehrfach die Stationierung von Truppen in Belarus gestattet haben. Darüber hinaus soll es zuletzt zu mehreren Treffen zwischen den beiden Staatschefs gekommen sein.

Nachdem Ende Dezember eine ukrainische Rakete über Belarus abgeschossen wurde, erklärte die belarussische Armee nun, „auf alle Entwicklungen vorbereitet“ zu sein. Dies geht aus einer Pressemitteilung der russischen Nachrichtenagentur Tass hervor.

Dieses von der belarussischen Staatsagentur Belta veröffentlichte Foto soll ein Fragment der abgeschossenen Rakete zeigen.
Dieses von der belarussischen Staatsagentur Belta veröffentlichte Foto soll ein Fragment der abgeschossenen Rakete zeigen. © Imago/Belta

Vorfall in Belarus: Minsk fordert Ukraine zur „gründlichen Untersuchung“ auf

Belarussischen Angaben zufolge habe man am vergangenen Donnerstagmorgen (29. Dezember 2022) eine von der Ukraine abgefeuerte, irregeleitete Rakete abgeschossen. Splitter des Geschosses seien nahe dem Dorf Gorbakha in der Region Brest gelandet.

Wahrscheinlicher ist jedoch, dass es sich bei dem Geschoss um eine russische Rakete handelte, die von der ukrainischen Luftabwehr abgefangen wurde – und schließlich in Belarus landete. Diese Theorie verbreitete auch die Staatsagentur Belta. Die Situation erinnert an einen Zwischenfall im November 2022, als eine abgewehrte Rakete im polnischen Grenzgebiet einschlug und zwei Menschen tötete.

Minsk fordert von Kiew derweil eine gründliche Untersuchung des Vorfalls, sowie die „strafrechtliche Verfolgung der Verantwortlichen und die Ergreifung umfassender Maßnahmen“, um Ähnliches in Zukunft zu verhindern. Darüber hinaus erklärte Anatoli Bulawko, stellvertretender Befehlshaber der belarussischen Luftwaffe, dass das Militär bereits „geeignete Maßnahmen ergriffen“ hätte, „um die Sicherheit des Landes zu gewährleisten“. Auch gegenüber dem Fernsehsender STV erklärte Bulawko auf „jedes Szenario“ gefasst zu sein. (nak)

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