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Belarus warnt: Auf Europa kommt ein großer Krieg zu

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Von: Nail Akkoyun

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Belarussische Soldaten marschieren während einer Parade zum Unabhängigkeitstag in Minsk. (Archivfoto)
Belarussische Soldaten marschieren während einer Parade zum Unabhängigkeitstag in Minsk. (Archivfoto) © Viktor Drachev/AFP

Belarus wirft Polen „aggressive Absichten“ vor, da das Nachbarland den Verteidigungsetat erhöht. Der Krieg könnte „ganz Osteuropa in Brand setzen“.

Moskau – Alexander Wolfowitsch, Sekretär des belarussischen Sicherheitsrates, hat vor einem europaweiten Krieg gewarnt. Wolfowitsch sagte am Donnerstag (3. November) vor Reporterinnen und Reportern, man sei besorgt über die „Militarisierung Polens“, berichtet die belarussische Nachrichtenagentur Belta. Weiter behauptete Wolfowitsch, das Nachbarland habe „aggressive Absichten“.

Wolfowitsch warnte das Nato-Mitglied Polen, dass ein Krieg nicht nur das belarussische Territorium, sondern mindestens Osteuropa betreffen würde, sollte es zu einer „Aggression“ kommen. „Die Militarisierung Polens und seine aggressiven Absichten sind von größter Bedeutung: Zum Nachteil der eigenen wirtschaftlichen Interessen hat sich das Land [Polen] für die Militarisierung, die Aufstockung der Streitkräfte und die Ausrüstung entschieden“, sagte er und warf Polen vor, Belarus ins Visier zu nehmen.

„Er [der Krieg] wird das gesamte Osteuropa in Brand setzen. Das wird die friedlichen Menschen in Polen und anderen Ländern treffen, die ihren politischen Führern nicht verzeihen werden, was sie getan haben“, sagte der Beamte.

Belarus wirft Westen Isolationspolitik vor – und unterstützt Russland im Ukraine-Krieg

Nachdem Russland die Ukraine am 24. Februar überfallen hatte, hat die polnische Regierung ihre Militärausgaben aufgestockt. Ein im August vorgelegter Entwurf des polnischen Staatshaushalts sieht einen Anstieg der Verteidigungsausgaben auf etwa 20 Milliarden Euro vor. Damit würde der polnische Verteidigungsetat dem Fachmagazin janes.com zufolge rund 3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts betragen und wäre mehr als dreimal so hoch wie noch 2014.

Investitionen, die Belarus als Feindseligkeit auffasst: „Das Ziel dieser Aktionen ist klar: die Entfesselung der Aggression. Aggressionen entfesseln gegen wen? Am ehesten natürlich gegen die Republik Belarus“, sagte Wolfowitsch. Differenzen müssten durch Verhandlungen „auf friedliche, zivilisierte und demokratische Weise“ gelöst werden. Doch der Westen würde „alle internationalen Verträge“ brechen und „sich hinter einer Art eisernem Vorhang“ verstecken.

Belarus selbst wurde von Russland als Aufmarschgebiet für die Entsendung von Raketen und Truppen für den Ukraine-Krieg genutzt, hat sich bislang aber nicht direkt am Konflikt beteiligt. Im Oktober kündigte der belarussische Machthaber Alexander Lukaschenko jedoch an, dass man gemeinsame Einsätze mit russischen Streitkräften durchführen wolle – Kiew reagierte prompt und drohte im Falle eines Kriegseintritts mit Vergeltung. (nak)

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