1. Startseite
  2. Politik

Belarus: Lukaschenko soll Migranten barfuß an EU-Grenze schicken

Erstellt:

Von: Katja Thorwarth

Kommentare

Ein litauischer Grenzschützer und Soldat stehen an der litauisch-belarussischen Grenze, um Grenzübertritt zu verhindern.
Ein litauischer Grenzschützer und Soldat stehen an der litauisch-belarussischen Grenze, um Grenzübertritt zu verhindern. © Alexander Welscher/dpa

Die EU beschuldigt den Machthaber von Belarus, Alexander Lukaschenko, Migrant:innen erneut als Waffe einzusetzen.

Vilnius - Im November 2021 bestimmte Belarus bereits die Schlagzeilen. Seinerzeit hatte das Land unter dem Diktat von Machthaber Alexander Lukaschenko Tausende Geflüchtete mit Bussen an die polnische EU-Außengrenze gekarrt, Polen die Menschen jedoch nicht ins Land gelassen. Bei klirrender Kälte hatten die Menschen darauf gewartet, die Grenze überqueren und in die EU einreisen zu können., doch Polen machte die Grenzen dicht.

Die EU hatte Lukaschenko in der Folge vorgeworfen, die Geflüchteten absichtlich ins Grenzgebiet zur EU geschleust zu haben. Der damalige SPD-Außenminister Heiko Maas hatte die Aufnahme der Menschen abgelehnt.

EU wirft Belarus vor, Menschen als Waffe einzusetzen

Nun erhebt Litauen erneut Vorwürfe gegen Belarus im Kontext von Migration. Litauen wirft dem Nachbarland eine neue Taktik bei der Lenkung von Migrant:innen an die Grenze vor. Nach Angaben von Innenministerin Agne Bilotaite sollen belarussische Behörden Migrant:innen dazu anhalten, bei kaltem Wetter barfuß zu versuchen, die Grenze zu dem baltischen EU-Land illegal zu überqueren. Damit solle Druck auf den litauischen Grenzschutz ausgeübt werden, sagte Bilotaite am Mittwoch in Vilnius.

Bilotaite zufolge sollen auf belarussischer Seite kleine Zeltlager errichtet worden sein, um dort gezielt die Menschen unterzubringen, die illegal über die Grenze wollen. Litauen werde sie aber auch weiterhin zurückweisen. Die Migrant:innen erhielten vom Grenzschutz ein Hilfspaket mit Lebensmitteln, Kleidung und Schuhen. „Die Tatsache, dass Menschen barfuß an der Grenze ankommen, wird kein Grund sein, sie hereinzulassen“, sagte die Ministerin.

Migrant:innen an Grenze von Litauen „nicht richtig gekleidet“

Nach Angaben des Vizechefs des Grenzschutzes, Rimantas Petrauskas, wurden bereits neun Migrant:innen aufgrund ihres Gesundheitszustands in medizinische Einrichtungen eingeliefert. Es gebe aber deutlich mehr Menschen, die nicht richtig gekleidet seien und versuchten, die Grenze nach Litauen zu überqueren, sagte er der Agentur BNS zufolge. Seit Januar wurden nach offiziellen Daten mehr als 10.000 Migrant:innen teils menschenunwürdig mit Gewalt vom Grenzübertritt abgehalten.

Bilotaite ergänzte, sie hoffe, dass auch internationale Organisationen der Situation an der Grenze Aufmerksamkeit schenken werden. Sie habe sich dazu an den Hohen Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen und das Rote Kreuz gewandt. Wegen seiner strikten Linie gegenüber Migrant:innen war Litauen selbst in die Kritik geraten. Litauen hat eine fast 680 Kilometer lange Grenze zu Belarus, die Teil der EU-Außengrenze ist. (ktho/dpa)

Auch interessant

Kommentare