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Oft nicht einer Meinung: der aktuelle Gesundheitsminister Jens Spahn und die Kanzlerin.

Union

CDU bekommt wohl neuen Generalsekretär

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Warum die CDU nicht nur einen neuen Kanzlerkandidaten, sondern wahrscheinlich auch einen neuen Generalsekretär bekommt.

Es sind nur drei Buchstaben, aber die haben Gewicht. „Ggf.“ – gegebenenfalls also, werde der Generalsekretär neu gewählt, heißt es nach Informationen dieser Zeitung in der vorläufigen Tagesordnung für den CDU-Parteitag im Dezember. Der Parteivorstand hat diesen Zusatzpunkt auf seiner Klausur beschlossen. Und es ist nicht unwahrscheinlich, dass das „ggf“ zum Tragen kommt – und schon neun Monate nach der letzten Wahl das Amt neu besetzt wird.

Erstaunlich ist das nicht: Amtsinhaberin Annegret Kramp-Karrenbauer, im Februar mit einem Rekordergebnis von 98,9 Prozent gewählt, bewirbt sich um das Amt der Parteivorsitzenden. Gewinnt sie, wird ihr Posten frei. Dass Kramp-Karrenbauer bei einer Niederlage gegen einen der anderen Kandidaten wie Ex-Unionsfraktionschef Friedrich Merz oder Gesundheitsminister Jens Spahn einfach auf ihrem jetzigen Posten bleibt, ist unwahrscheinlich. Der Generalsekretär gilt als einer der engsten Vertrauten des Parteivorsitzenden.

In der CDU hieß es, es sei gut möglich, dass manche Kandidaten für den Parteivorsitz noch vor dem Parteitag ihre Generalsekretärskandidaten präsentierten – auch um Vorbehalte gegen die eigene Person auszugleichen und das eigene Profil zu weiten.

Der dann 63-jährige Merz etwa könnte eine jüngere Frau als Cheforganisatorin in die Partei holen. Er hat bereits bei seinem ersten Presseauftritt angekündigt, in seinem Team auf eine Mischung aus Jüngeren und Älteren setzen zu wollen. In der CDU heißt es, Merz könne auch Spahn den Posten des Generalsekretärs anbieten und diesen damit von einer Kandidatur als Parteichef abbringen. Allerdings gilt es als unwahrscheinlich, dass der Minister so ein Angebot annehmen würde. „Über diese Ebene ist er hinweg“, heißt es in der CDU. Ein Duo Spahn–Merz wäre außerdem eine klare Positionierung auf dem konservativ-rechten Flügel – und damit kein Angebot an den Sozialflügel der Partei.

Der Vorstand der nordrhein-westfälischen CDU wollte am Dienstagabend in einer außerordentlichen Sitzung über die Kandidatenkür beraten. Dazu wurden auch Merz und Spahn erwartet, die beide aus diesem Landesverband kommen. Eine Empfehlung der einflussreichen NRW-CDU für einen der Kandidaten wurde aber nicht erwartet. (mit dpa)

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