Öffentlicher Dienst

Der Beamtenbund fürchtet die Verrohung der Deutschen

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Eine Umfrage zeigt: Das Gros der Bevölkerung glaubt, der Umgang der Menschen untereinander werde brutaler - besonders der mit Angehörigen des öffentlichen Dienstes.

Eine Mehrheit der Menschen in Deutschland scheint eine zunehmende Verrohung der Gesellschaft wahrzunehmen. Das geht aus einer Umfrage des Deutschen Beamtenbunds (DBB) hervor, die am Dienstag vorgestellt wurde. 83 Prozent der Befragten meinten, der Umgang der Menschen untereinander werde rücksichtsloser und brutaler. Besonders der Umgang mit Angehörigen des öffentlichen Dienstes.

Die Meinungsforscher von Forsa befragten dafür im Mai und Juni rund 2000 Bürger. Von diesen gab fast ein Drittel an, bereits solche Fälle von Brutalität beobachtet zu haben, am häufigsten gegen Polizisten: Einen Angriff auf diese Berufsgruppe haben fast drei Viertel derjenigen, die bereits einen Angriff beobachtet haben, wahrgenommen. Mehr als die Hälfte erzählten von Übergriffen auf Rettungskräfte und Notärzte, rund 40 Prozent sahen außerdem Bus- und Bahnfahrer sowie Feuerwehrleute in Bedrängnis.

Die Bediensteten wurden den Befragten nach überwiegend beleidigt: 86 Prozent. Rund 60 Prozent sahen, wie Beamte angeschrien und manche körperlich bedrängt wurden, etwas weniger bespuckt (14 Prozent), geschlagen (10 Prozent) und an ihrem Einsatz behindert (4 Prozent).

Unter den Befragten waren auch Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes. Knapp 90 Prozent dieser Berufsgruppe gab an, während ihrer Tätigkeit zumindest schon einmal beleidigt worden zu sein, zwei Drittel wurden schon angeschrien. „Die Zahlen lassen uns erschrecken“, kommentierte der DBB-Vorsitzender Ulrich Silberbach. Der Kampf im Straßenverkehr werde immer größer, jeder sei nur noch auf sein Wohl bedacht. „Das fängt mit einer Ohrfeige an und geht bis zur Bedrohung mit dem Messer“, sagte Silberbach. „Wir dürfen da nicht wegschauen.“ Er will mehr Transparenz und Engagement. Dienstherren, Arbeitgeber und Politiker müssten Übergriffe dokumentieren, so dass die nicht „unter den Teppich gekehrt werden“. Zusätzlich forderte Silberbach mehr Personal, vor allem im Bereich Sicherheit und Justiz.

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