1. Startseite
  2. Politik

Selbst Ivanka versetzt ihren Vater: Trumps traurige Silvesterparty

Erstellt:

Von: Daniel Dillmann

Kommentare

Silvesterparty in Mar-a-Lago: Donald Trump hebt die Faust zum Gruß. Ehefrau Melania Trump begrüßt das neue Jahr mit Beifall.
Silvesterparty in Mar-a-Lago: Donald Trump hebt die Faust zum Gruß. Ehefrau Melania Trump begrüßt das neue Jahr mit Beifall. © JOE RAEDLE/AFP

Silvester feiert Donald Trump traditionell in Mar-a-Lago - dieses Jahr aber mit deutlich weniger prominenten Gästen als noch in den Jahren davor.

Mar-a-Lago - Hunderte Clubmitglieder waren zu der Silvesterparty gekommen. Geladen hatte Donald Trump, und zwar nach Mar-a-Lago, ein Luxus-Golfressort in Florida, das seit Trumps Abwahl der Wohnort des ehemaligen Präsidenten der USA ist. Doch unter die Gäste mischten sich nur wenige prominente Gesichter aus Politik und Showbusiness, des zwei Geschäftsbereichen, in denen sich Trump Zeit seiner Karriere bewegt hatte. Selbst Familienmitglieder schienen an Silvester Besseres zu tun zu haben, als sich mit dem ehemaligen Präsidenten ablichten zu lassen.

Neben seiner Frau Melania Trump folgte der Silvester-Einladung nach Mar-a-Lago nur sein zweitältester Sohn, Eric Trump. Dessen Geschiwster, Ivanka Trump und Donald Trump Jr., waren nirgendwo zu sehen. Auch Ivankas Ehemann Jared Kushner verbrachte den Start in das neue Jahr offenbar anderswo, obwohl das Ehepaar seit dem Ende ihrer politischen Karriere in Washington DC ebenfalls in Palm Beach wohnt, nur wenige Kilometer von dem Golfressort entfernt.

Donald Trump lädt zu Silvester ein - kaum jemand kommt nach Mar-a-Lago

Sowohl Donald Trump Jr. als auch Ivanka Trump zählten in den vergangenen Jahren zu den Stammgästen der Silvesterparty in Mar-a-Lago. Ivanka und ihr Ehemann Jared Kushner waren während Donald Trumps Zeit als Präsident im Weißen Haus als dessen Beraterin und Berater angestellt. Nach der Niederlage Trumps 2020 und seiner Ankündigung, 2024 erneut antreten zu wollen, hatte Ivanka verkündet, mit Politik nichts mehr zu tun haben zu wollen. Sie werde ihren Vater nur noch „außerhalb der politischen Arena“ unterstützen. Berichte über ein tiefer gehendes Zerwürfnis zwischen ihm und seiner Tochter wies Donald Trump aber zurück.

Seit Jahrzehnten lädt der ehemalige Präsident regelmäßig zu der Feier in sein Golfressort. Zu den Gästen in der Vergangenheit gehörten Popstars wie Rod Stewart, Sportprofis wie Tiger Woods und Filmstars wie Sylvester Stallone. Doch in diesem Jahr fiel die Liste der Promis deutlich kürzer aus.

Donald Trump feiert trotz schlechter Umfrageergebnisse

Trotz der spärlichen Gästeliste gab sich Donald Trump laut dem lokalen Nachrichtenportal Palm Beach Post zuversichtlich, was seine Erwartungen für 2023 und für die US-Wahl 2024 angeht. „Ich denke, wir machen das wirklich gut“, sagte Trump und freute sich über „fantastische Umfrageergebnisse“, die er am Tag zuvor erhalten haben wollte. Welche Ergebnisse das sein mögen, blieb aber sein Geheimnis.

Die letzten Umfragen zur Nominierung der Republikaner für die Präsidentschaftswahl 2024 wurden Mitte Dezember veröffentlicht und stammen von der Zeitung USA Today in Zusammenarbeit mit der Suffolk University. Demnach wollen 61 Prozent der Wähler:innen der Republikaner einen anderen Kandidaten als Donald Trump. Die besten Ergebnisse erzielte in dieser Umfrage Ron DeSantis. Der Gouverneur Floridas gilt als Trumps härtester innerparteilicher Konkurrent. Trump selbst hatte DeSantis mit Enthüllungen gedroht, die ihn „sehr schlecht dastehen“ lassen würden, sollte er wirklich antreten wollen.

Donald Trump fordert „starke Grenzen“

Zu Silvester wollte Donald Trump aber weder über Ron DeSantis sprechen noch über seine unlängst veröffentlichte Steuererklärung, die im Raum stehenden Klagen gegen ihn wegen Aufstachelung zur Gewalt am 6. Januar oder das Abendessen mit dem ehemaligen Musiker und aktuell hauptberuflichen Antisemiten Kanye West. Stattdessen gab es Allgemeinheiten zu hören. „Starke Grenzen“ bräuchten die USA, keine Hilfen mehr an die Ukraine im Krieg gegen Russland sollten sie leisten und Tiraden über das FBI gab Trump zum Besten.

Als die wenigen Medienvertreter:innen den ehemaligen Präsidenten zu sensibleren Themen befragen wollten, wie z. B. seine Position in der anhaltenden Abtreibungsdebatte oder seine kürzlich veröffentlichten Steuerbescheide, ignorierte der Ex-Präsident laut der Palm Beach Post die Frage und drehte ohne Antwort einfach ab. (Daniel Dillmann)

Auch interessant

Kommentare