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Am 13. Januar waren Bartsch (r.) und Wagenknecht noch zusammen an Rosa Luxemburgs Grab.

Die Linke

Dietmar Bartsch will die Alleinherrschaft

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Der Vorsitzende der Linksfraktion möchte den Chefposten nach Sahra Wagenknechts Abgang nicht mehr teilen – Gegenwind erwartet.

Linksfraktionschef Dietmar Bartsch strebt an, den Vorsitz nach dem Verzicht seiner Co-Fraktionsvorsitzenden Sahra Wagenknecht auf eine erneute Kandidatur künftig allein zu übernehmen. Das erfuhr das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) aus mehreren Quellen in Bartschs Umfeld. Demnach arbeitet der 61-Jährige ferner daraufhin, die Entscheidung noch vor der parlamentarischen Sommerpause herbeizuführen; sie beginnt am 29. Juni. Ein Vertrauter des Linken-Politikers wird mit den Worten zitiert: „Das könnte der Dietmar Bartsch auch allein.“

Wagenknecht hatte Anfang März erklärt, sich nicht noch einmal um den Fraktionsvorsitz bewerben zu wollen. Sie machte gesundheitliche Gründe geltend, verwies aber auch auf anhaltenden Stress und fortgesetzte Anfeindungen. Anschließend kam sie mit Bartsch und den Parteichefs Katja Kipping und Bernd Riexinger überein, die Entscheidung darüber, wie es weiter geht, nach der Europawahl am 26. Mai zu fällen.

Nun werden parteiintern zwei Modelle gehandelt: die neue Fraktionsführung bis Ende Juni zu wählen – also weit vor den Landtagswahlen in Brandenburg und Sachsen am 1. September – oder nach dem 27. Oktober, dem Tag der Landtagswahl in Thüringen. So würden sich etwaige Auseinandersetzungen, die in der Linken oft sehr scharf geführt werden, voraussichtlich nicht auf die Landtagswahlen auswirken. Turnusmäßig stünde die Neuwahl des Fraktionsvorstandes erst im Herbst an.

Mehrere Nachfolgerinnen für Wagenknecht im Gespräch

Für den Fall, dass sich Bartsch mit seinem Wunsch, es künftig wie einst Gregor Gysi allein zu machen, nicht durchsetzen sollte, sind mehrere Nachfolgerinnen im Gespräch. Gehandelt werden Parteichefin Katja Kipping, die ehemalige Bundesgeschäftsführerin Caren Lay sowie die Innenexpertin Martina Renner – wobei die drei sich politisch nahe stehen und kaum gegeneinander antreten dürften. Lay und Renner stammen aus Rheinland-Pfalz und leben seit längerem in Sachsen und Thüringen.

Die bisherigen Wagenknecht-Unterstützer haben die frühere Parteivorsitzende Gesine Lötzsch ins Spiel gebracht, die offenbar eine Kandidatur nicht ausschließt. Die 57-Jährige war von 2005 bis 2010 Vize-Fraktionschefin und dann gemeinsam mit Klaus Ernst bis 2012 Parteichefin, hat also ebenfalls Führungserfahrung.

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Genannt wird schließlich die Bildungsexpertin Nicole Gohlke, die in München geboren wurde und dem Bundestag seit 2009 angehört. „Wir stehen vor der Herausforderung, mit dem neuen Fraktionsvorstand etwas aufzubauen, was wirklich alle Teile der Fraktion repräsentiert“, sagte sie. „Ich möchte, dass wir das gut in einem Team hinbekommen. Dabei geht es auch, aber nicht nur um die Vorsitzenden, sondern ebenso um deren Stellvertreterinnen und Stellvertreter. Und es geht darum, den linken Flügel, der ein Stück weit geschwächt ist, wieder mitzunehmen.“ Die 43-jährige Mutter einer fünfjährigen Tochter kam über die Wahlalternative Arbeit und Soziale Gerechtigkeit (WASG) zur Linken, zählt dort zum linken Flügel und ist Kreisvorsitzende in München. Zu eigenen Ambitionen auf den Vorsitz sagte sie nichts.

Aus führenden Fraktionskreisen verlautet, dass Dietmar Bartsch gewiss in der Lage sei, es allein zu machen, es im Fall eines entsprechenden Versuchs aber „ziemlich viel Gegenwind“ gäbe. Der Fraktionschef führe gerade zahlreiche Gespräche. Seine Chancen könnten steigen, wenn keine Mehrheit für eine Wagenknecht-Nachfolgerin in Sicht käme und das Europawahlergebnis so schlecht ausfiele, dass Bartsch wie ein notwendiger Stabilitätsanker dastünde.

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