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Nur auf Knopfdruck soll die Körperkamera brenzlige Situation aufzeichnen.
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Nur auf Knopfdruck soll die Körperkamera brenzlige Situation aufzeichnen.

Sicherheit

Bahn setzt auf Bodycams

  • VonPeter Berger
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Nach einem positiven Test sollen DB-Mitarbeiter künftig beim Einsatz auf großen Bahnhöfen Körperkameras tragen. Eingeschaltet werden sollen die nur in brenzligen Situationen.

D er Versuch war absolut überzeugend. Acht Monate lang haben 50 Sicherheitskräfte der Deutschen Bahn bei ihren Einsätzen in den Hauptbahnhöfen von Köln und Berlin Körperkameras getragen – in mehr als 8800 Einsatzstunden. Das Ergebnis ist verblüffend. „Wir haben festgestellt, dass die Sicherheitsteams nicht ein einziges Mal angegriffen wurden“, sagt der für Sicherheit verantwortliche Bahn-Vorstand Ronald Pofalla. Auch Verbalattacken und Pöbeleien seien deutlich zurückgegangen.

Allein das Tragen der Kamera, die im Normalfall gar nicht eingeschaltet ist, habe schon abschreckend gewirkt. In den wenigen brenzligen Situationen habe es zumeist gereicht, per Knopfdruck den Monitor einzuschalten, um eine Verhaltensänderung herbeizuführen. „Der Betroffene sieht sich auf dem Bildschirm und schon beruhigt sich die Lage“, sagt ein Bahnsprecher. Lediglich in 20 Fällen seien die Sicherheitskräfte gezwungen gewesen, das Geschehen per Knopfdruck aufzuzeichnen.

Die Aufzeichnung läuft dann so lange, bis der Mitarbeiter sie durch einen weiteren Tastendruck beendet. Die Sequenzen werden verschlüsselt gespeichert und nach Schichtende auf einen gesicherten Server übertragen. Auf gespeicherte Bilder kann nur die Bundespolizei im Rahmen strafrechtlicher Ermittlungen zugreifen. Von 20 Videos, die in dem Langzeitversuch in Köln und Berlin entstanden, wurden elf an die Bundespolizei übergeben, um Täter zu ermitteln, die anderen nach 48 Stunden gelöscht.

Die Bahn wird die Bodycams für Sicherheitskräfte jetzt deutschlandweit auf den großen Bahnhöfen einführen. In Nordrhein-Westfalen sind das neben Köln noch Düsseldorf, Essen und Dortmund. „Wir werden mehrere hundert Kameras anschaffen“, so der Bahnsprecher. „Das wird aber nicht so weit gehen, dass wir damit jeden Tag auf jedem Bahnhof vertreten sind.“ Die Bodycams kosten pro Stück rund 600 Euro. Bundesweit sind rund 4000 DB-Sicherheitskräfte im Einsatz, 700 davon in Nordrhein-Westfalen. Bahn-Vorstand Pofalla: „Wir planen Einsätze von Bodycams dort, wo wir mit kritischen Situationen rechnen: Abends und am Wochenende, im Fußball-Fanreiseverkehr und bei Großveranstaltungen.“

2300 Angriffe

In der Vergangenheit hatten Angriffe auf DB-Mitarbeiter, insbesondere auf Sicherheitskräfte zugenommen. 2300 Angriffe auf Mitarbeiter hat die DB 2016 registriert, knapp ein Drittel mehr als 2015. Dieser Trend soll durch die nun gestoppt werden.

Bis Ende 2017 wird die Bahn bundesweit 160 Millionen Euro für die Sicherheit ausgeben und rund 7000 Videokameras auf 1000 DB-Bahnhöfen betreiben, 20 Prozent mehr als 2016. Etwa 28 000 Kameras sind in Zügen des Regional- und S-Bahnverkehrs installiert. Zugriff auf die Aufzeichnungen hat nur die Bundespolizei. Die Bahn nutzt die Technik zur Überwachung der Betriebsabläufe und zur Präzisierung von Zugansagen.

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