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Annalena Baerbock
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Annalena Baerbock (Grüne) hat das Katastrophengebiet

Politik

Annalena Baerbock nach Flutkatastrophe: „Wir müssen uns besser wappnen“

  • Yannick Wenig
    VonYannick Wenig
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Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock macht sich ein Bild von der Zerstörung in den Katastrophengebieten in NRW und Rheinland-Pfalz.

Berlin – Nach der schweren Hochwasser-Katastrophe in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz laufen die Aufräum- und Bergungsarbeiten. Politiker:innen machen sich in den Katastrophengebieten selbst ein Bild vom Ausmaß der Zerstörung. Annalena Baerbock, Kanzlerkandidatin der Grünen, hat nach ihrem Besuch eine bessere Vorbereitung für zukünftige Extremwetterlagen gefordert. In einem Interview teilte sie zudem ihre Eindrücke von der Visite in der Region Deutschlands, die die Unwetter in der vergangenen Woche am stärksten heimgesucht haben.

Gegenüber dem Spiegel wies Baerbock darauf hin, dass die prekäre Situation in den Katastrophengebieten noch nicht vorüber sei. „Die Lage ist nach wie vor hochdramatisch. Menschen haben alles verloren, noch immer werden einige vermisst“, so die Kanzlerkandidatin der Grünen. Im Zuge ihres Besuches in Rheinland-Pfalz appellierte Baerbock außerdem, sich künftig besser auf extreme Wetterlagen vorzubereiten. „Mir haben Helfer in Rheinland-Pfalz von Familien erzählt, die tagelang auf dem Dach ausharrten, bis endlich die Retter kamen. Da zieht sich einem das Herz zusammen. Wir müssen uns besser gegen solche Extremwettereignisse wappnen, um Menschen zu schützen“, sagte Annalena Baerbock.

Nach Hochwasser-Katastrophe: Baerbock (Grüne) fordert „Instanz, die alle Kräfte bündelt“

Ob Menschenleben mit früheren und zielgerichteten Warnungen vor den Unwettern mit extremen Regenmengen hätten gerettet werden können, müsse nun genauestens analysiert werden. „Für fertige Antworten ist es noch zu früh“, sagte sie. Bereits seit Längerem zeichne sich aber ab, dass eine Neuformierung des Katastrophenschutzes notwendig sei, der Bund müsse dabei mehr Verantwortung übernehmen. „Notsituationen wie diese Flut oder auch Waldbrände häufen sich und brechen oft an vielen Orten zur selben Zeit aus. Hilfe funktioniert nur, wenn alles ineinander greift“, sagte Grünen-Kanzlerkandidatin Baerbock. Bisher seien Maßnahmen zur Klimaanpassung für Städte und Gemeinden und Unterstützung bei klimabedingten Schäden in Deutschland „unterbelichtet und unterfinanziert“.

„Das große Glück, über Jahrzehnte relativ wenige Naturkatastrophen erleben zu müssen“, habe in Deutschland dazu geführt, dass Katastrophenschutzmaßnahmen nicht ausreichend ausgebaut wurden und „nicht ausreichend Vorsorge getroffen wurde“, sagte die Grünen-Politikerin. Weiter forderte sie, es benötige eine Instanz, „die alle Kräfte bündelt, die schnellstmöglich aus ganz Deutschland oder EU-Nachbarstaaten Hubschrauber oder Spezialgeräte zusammenzieht.“ Zudem brauche es Soforthilfen für Menschen, die alles verloren haben und Unterstützung für Kommunen, in denen die Infrastruktur zerstört wurde.

Hochwasser-Katastrophe in NRW und Rheinland-Pfalz: Baerbock nimmt CDU in die Pflicht

Insbesondere bei Ereignissen, die mehrere Bundesländer betreffen oder nicht mehr alleine durch die regionalen Einsatzkräfte vor Ort zu bewältigen sind, sei dies vonnöten. In diesem Zusammenhang forderte die Kanzlerkandidatin eine schnellere Koordinierung der verschiedenen Ebenen und Akteure. „Dazu muss das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe mit einer Zentralstellenfunktion ausgestattet werden, wie wir sie in der Polizeiarbeit vom Bundeskriminalamt kennen“, so Baerbock.

Darüber hinaus sprach sich Annalena Baerbock für ein strenges Bauverbot in Gebieten mit hohem Hochwasserrisiko aus. „Die CDU müsste nur ihren Widerstand dagegen aufgeben“, sagte sie und richtete damit ihre Forderung direkt an die Union und deren Kanzlerkandidaten Armin Laschet, der ebenfalls in das Katastrophengebiet in Nordrhein-Westfalen gereist war, um sich vor Ort ein Bild von der Zerstörung, die die heftigen Unwetter angerichtet haben, zu machen. Dabei hagelte es nach einem Lachanfall Laschets im Katastrophengebiet herbe Kritik. (yw/dpa)

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