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Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Mitte)

Baden-Württemberg

Kretschmann fühlt sich fit

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Baden-Württembergs grüner Ministerpräsident will 2021 für eine dritte Amtszeit kandidieren. Darüber herrscht nicht nur Freude.

Unter den Insidern in Stuttgart und Berlin hatte niemand mit etwas anderem gerechnet. Und siehe da, es kam, wie seit geraumer Zeit gemunkelt wurde: Der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann bewirbt sich 2021 um eine dritte Amtszeit. Das tat der Grünen-Politiker am Donnerstag kund.

Die Reaktionen darauf fielen unterschiedlich aus. Nicht zuletzt, weil Kretschmann 71 Jahre alt ist und in jenem Frühjahr, in dem die Wahlen stattfinden sollen, 73 Jahre alt würde.

Kretschmann sagte in Stuttgart, er habe aus seiner Partei nur den Wunsch gehört, dass er weitermachen solle. Dabei sieht der Regierungschef, der seit 2011 amtiert, auch in seinem Alter kein Problem für die erneute Bewerbung. Entscheidend sei, dass man dem Amt körperlich und geistig gewachsen sei, sagte er. „Den Eindruck habe ich von mir selber, dass das so ist.“ Wichtig sei, im hohen Alter neugierig zu bleiben.

Freilich wolle er nicht den Eindruck erwecken, dass die Wahl schon gelaufen sei, so Kretschmann weiter. Er habe das Amt schließlich nicht gepachtet. Zudem sei Kultusministerin Susanne Eisenmann als CDU-Spitzenkandidatin eine respektable Gegnerin.

Unterdessen äußerte der Vorsitzende der FDP-Fraktion im Landtag, Hans-Ulrich Rülke, Zweifel, ob Kretschmann im Falle eines erneuten Triumphs eine volle Legislaturperiode durchhalten würde. Denn an deren Ende wäre dieser 78 Jahre alt, so Rülke. „Auf fünf weitere Jahre Kretschmann kann sich niemand verlassen.“

Fest steht, dass Kretschmann sich großen politischen Respekt erworben hat. 2011 vermochte er es als erster Grüner, Ministerpräsident in einem der 16 Bundesländer zu werden – und das auch noch im als eher schwarz bekannten Ländle und in einer Koalition mit der SPD. 2016 kam es – aus Sicht der sieggewohnten CDU – dann noch toller. Denn da wurden die Kretschmann-Grünen stärkste Partei und degradierten die Christdemokraten zum Juniorpartner.

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