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Schlacht um Bachmut erreicht Höhepunkt: Russische Erfolge „sehr unwahrscheinlich“

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Von: Karolin Schäfer

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Die Gefechte rund um Bachmut spitzen sich zu. Militär-Analysten rechnen mit einem Wendepunkt im Ukraine-Krieg. Die russische Offensive steht auf der Kippe.

Bachmut – An der Front im Ukraine-Krieg gibt es nach wie vor schwere Gefechte. Auch Bachmut in der Region Donezk im Osten der Ukraine ist seit Monaten schwer umkämpft. Die Schlacht um Bachmut hat für Russland eine hohe Bedeutung. Nun soll dort die russische Offensive offenbar ihren Höhepunkt erreichen, informierte das US-amerikanische Institute For The Study Of War (ISW).

Darauf würden gleich mehrere Indikatoren hinweisen. Berichte zeigten, dass die russischen Streitkräfte rund um die Frontstadt nicht mehr als „taktische Kompanie- und Bataillonsgruppen operieren, sondern stattdessen in kleineren Gruppen von 10 bis 15 Soldaten“ angreifen, hieß es in einem Bericht des ISW vom Mittwoch (28. Dezember).

Bachmut im Osten der Ukraine ist seit Monaten umkämpft. Nun soll die Schlacht um die Frontstadt vor einem Wendepunkt stehen.
Bachmut im Osten der Ukraine ist seit Monaten umkämpft. Nun soll die Schlacht um die Frontstadt vor einem Wendepunkt stehen. © Nicolas Cleuet/imago

News zum Ukraine-Krieg: Schlacht um Bachmut steht auf der Kippe

Das bedeute nach Einschätzung der Militär-Analysten allerdings nicht, dass Russland keine weiteren Angriffe mehr verübe. Den Höhepunkt der Schlacht um Bachmut verstehe man vielmehr als Kipppunkt, bei dem Truppen nicht mehr in der Lage seien, „ihre Operation (...) fortzusetzen“ und eine „defensive Haltung einnehmen oder eine operative Pause einlegen“ müssen, schrieb das ISW. Demnach könnte die russische Armee weiterhin Angriffe rund um Bachmut verüben. Bedeutende Erfolge seien dadurch aber „sehr unwahrscheinlich“.

Dass im umkämpften Bachmut ein Wendepunkt bevorstehe, zeige auch, dass ukrainische Beamte ungehindert die Front besuchen können, informierten die Experten des ISW. So besuchte etwa von Dienstag (27. Dezember) bis Mittwoch der Chef des ukrainischen Geheimdienstes (GUR), Kyrylo Budanov, die Stadt und gelang bis auf 600 Meter an die Frontstellungen. Auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj besuchte Bachmut am 20. Dezember.

Ukraine-Krieg: Wagner-Gruppe braucht Verstärkung

Gleichzeitig benötigt die rund um Bachmut operierende Wagner-Gruppe angesichts hoher Verluste und mangelnder Ausrüstung Unterstützung. In einem Video machen die Kämpfer ihren Unmut gegenüber der russischen Militärführung öffentlich. Laut ISW würden inzwischen russische Luftlandekräfte (VDV) die Söldnertruppe unterstützen. Zuvor hatte die Gruppe immer wieder betont, alleine für die Stadt verantwortlich zu sein.

Durch die Gegenoffensive der ukrainischen Verteidiger gerät Russland in dem Gebiet zunehmend unter Druck. Nach Angaben des ukrainischen Generalstabs konnten russische Angriffe immer wieder abgewehrt werden. Nach Einschätzung von Serhiy Haidai, Gouverneur des besetzten Luhansk, sollen bereits Tausende russische Soldaten im Kampf um Bachmut gestorben sein. Ihm zufolge gelte die Frontstadt für Russland eher als „symbolische“ als strategische Mission. (kas)

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