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Russland verzweifelt am Kampf um Bachmut: Putin unter Druck

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Von: Vincent Büssow

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Bachmut liegt in Trümmern. Dennoch kämpfen Russland und die Ukraine weiter um jeden Meter. Für die Angreifer sieht es schlecht aus.

Bachmut – Eigentlich sollte es im Kampf um Bachmut nicht mehr um viel gehen. Die Stadt im Osten der Ukraine ist zu großen Teilen zerstört, die Bevölkerung geflohen. Dennoch wird hier seit Monaten einer der verlustreichsten Kämpfe im Ukraine-Krieg ausgetragen. Sowohl für Russland als auch die Ukraine ist die Stadt zum Symbol geworden. Obwohl beide Seiten keine nennenswerten Erfolge erzielen können, bahnt sich ein weiterer Verlust für Wladimir Putin an.

Noch kurz vor der Feuerpause, die Putin für das orthodoxe Weihnachtsfest am 6. Januar angeordnet hat, versuchten die Truppen aus Russland in und um Bachmut vorzudringen. Wie ein Sprecher der ostukrainischen Einsatzkräfte am Mittwoch (4. Januar) mitteilte, habe es innerhalb eines Tages 22 Gefechte in der Region gegeben. Demnach soll Russland in diesem Zeitraum mehr als 238 Angriffe aus der Luft durchgeführt haben. Pawlo Kyrylenko, Leiter der ukrainischen Militärverwaltung in der Region Donezk, teilte am Dienstag zudem mit, dass die Stadt zu mehr als 60 Prozent zerstört sei, wie das ukrainische Nachrichtenportal Ukrainska Pravda berichtet.

Nach Angriffen steigen über den Außenbezirken der Stadt Bachmut Rauchschwaden in die Luft.
 Aufnahme vom 27. Dezember 2022.
Mehr als die Hälfte der Stadt Bachmut im Osten der Ukraine sollen zerstört worden sein. (Archivbild) © Libkos/dpa

Gefecht um Bachmut: Russland verpasst Stichtag im Ukraine-Krieg

Während der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj die Kämpfer in Bachmut regelmäßig als Helden hervorhebt, wächst der Druck auf die russischen Truppen in der Region. Laut dem Kommandeur der ukrainischen Bodentruppen, Oleksandr Syrskyj, sei von Russland der 26. Dezember als Stichtag vorgegeben worden, um Bachmut zu umzingeln. Dieses Ziel sowie weitere in der Region seien verpasst worden.

Kampf um jeden Meter in Bachmut: US-Institut sagt baldige Veränderung voraus

Dennoch präsentiert auch Russland die Gefechte in der Stadt, die dort noch Artemiwsk genannt wird, als Erfolg. So widersprach der russische Militäranalyst Boris Rozhin einem Militärbericht aus Kiew, wonach die ukrainischen Truppen 300 Meter vorrücken konnten. Derartige Meldungen und Richtigstellungen gibt es viele, wobei die tatsächliche Situation vor Ort sehr unübersichtlich ist.

Das Institute for the Study of War aus den USA sieht in der Bedeutung, die auf kleinste Gewinne an Boden gelegt wird, dennoch die Möglichkeit einer baldigen Veränderung des Konflikts um Bachmut. Da für Russland kein nennenswerter Erfolg in Aussicht steht, könnten die Truppen unter Putin ihre Bemühungen in der Region demnächst zurückfahren, heißt es in einem Bericht des Instituts vom 4. Januar. Für die Ukraine wäre dann das alleinige Standhalten ein gewaltiger Sieg. (vbu)

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