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"Imperialismus" jeder Art verurteilte der irakische Oppositionspolitiker Ayatollah Mohammed Bakr el Hakim bei seiner umjubelten Rückkehr aus dem Exil.
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"Imperialismus" jeder Art verurteilte der irakische Oppositionspolitiker Ayatollah Mohammed Bakr el Hakim bei seiner umjubelten Rückkehr aus dem Exil.

Ayatollah el Hakim fordert islamischen Staat in Irak

Schiitenführer in Basra bei Rückkehr aus Exil umjubelt / USA bitten um Hinweise auf MassenvernichtungswaffenMit einem begeisterten Empfang für Ayatollah Mohammed Bakr el Hakim haben die Schiiten im Süden Iraks erneut ihren Anspruch auf politische Mitgestaltung unterstrichen. Der Führer der größten schiitischen Oppositionsgruppe kehrte am Wochenende nach 23 Jahren Exil aus Iran zurück.

BASRA / BAGDAD, 11. Mai (ap / rtr). "Die Mehrheit des irakischen Volkes will ihn als unseren neuen Führer", sagten Einwohner Basras bei der Begrüßung el Hakims. Er sei "der neue Khomeiny" für Iraks Schiiten, hieß es weiter über den Chef des Obersten Rats der Islamischen Revolution in Irak. In einem Konvoi von 100 Fahrzeugen war el Hakim schon an der Grenze von 2000 Anhängern begrüßt worden, in Basra jubelten ihm rund 10 000 Menschen zu. Der Ayatollah forderte die Schaffung eines islamischen Staates mit einer nicht vom Ausland eingesetzten Regierung. "Der Schlächter ist weg, und Irak ist frei", sagte el Hakim, ohne die USA ausdrücklich zu erwähnen. Rund 60 Prozent der Iraker sind schiitische Moslems.

Gut einen Monat nach der Eroberung Bagdads erklärte der US-Kommandeur General Tommy Franks die Baath-Partei für aufgelöst. Sie hatte Irak seit 35 Jahren regiert. Im US-kontrollierten Rundfunk wurden die Iraker aufgerufen, Parteidokumente der US-Verwaltung zu übergeben. Franks sagte, die Macht des Sicherheits- und Geheimdienstapparats Saddam Husseins sei zerstört. Unter Verwaltung der Kriegskoalition werde nun Meinungsfreiheit gewährleistet. "Alle Parteien und politischen Gruppen können am politischen Leben in Irak teilnehmen - außer denen, die zur Gewalt aufrufen oder solche ausüben", hieß es in der Erklärung. Rund 1,5 Millionen der 24 Millionen Iraker waren Mitglied der Baath-Partei. Aber nur 25 000 bis 50 000 gehörten zur Elite.

Die USA tauschen ihr Führungspersonal in Bagdad aus. Nicht nur der bisherige Zivilverwalter, der frühere General Jay Garner, sondern auch die für Bagdad verantwortliche Koordinatorin Barbara Bodine werde das Land verlassen, berichtete die Washington Post. Bodine wird vorgeworfen, bei der Wiederherstellung der zivilen Ordnung in Bagdad versagt zu haben. Garner soll seinen Posten in Kürze für den neuen Zivilverwalter Paul Bremer räumen. Garner sagte in Bagdad, bis zum 15. Juni sollten in Irak wieder normale und stabile Verhältnisse herrschen. Bis zu diesem Termin sollten Infrastruktur, Gesundheitswesen und Bildungseinrichtungen wieder weitgehend funktionieren.

Die US-Verwaltung rief die irakische Bevölkerung über ihren Radiosender auf, Informationen über Massenvernichtungswaffen im Land zu liefern. Für Hinweise, die zum Auffinden atomarer, chemischer oder biologischer Waffenprogramme in Irak führen, wurde eine Belohnung versprochen.

In US-Armeekreisen wurden Zweifel laut, dass in Irak noch Massenvernichtungswaffen gefunden werden könnten. Solche Waffen waren der Hauptgrund für den Angriff auf Irak. Nach wochenlanger erfolgloser Suche nach ABC-Waffen in Irak wollen die USA offenbar einen großen Teil ihrer Waffensuchtrupps wieder abziehen. Im Juni werde die als 75. Gruppe bekannte Abteilung abziehen, die bisher die Suche nach Massenvernichtungswaffen koordiniert hat, berichtete die Washington Post am Sonntag.

Seit der Einnahme Bagdads sind deutlich mehr irakische Atomanlagen geplündert worden als bisher bekannt. Die USA seien über das Ausmaß der Plünderungen besorgt, heißt es in Presseberichten. Die Regierung befürchte, dass technische Anleitungen, radioaktives Material und Geräte verschwunden seien. Damit bestehe die Gefahr, dass die Atomtechnik weiter verkauft werde.

Die in Irak stationierte Truppe der iranischen Oppositionsgruppe "Volksmudschaheddin" ergab sich am Samstag den US-Streitkräften. Nach zweitägigen Verhandlungen habe die von US-Truppen umstellte Organisation zugestimmt, ihre Waffen abzugeben, teilte die US-Armee mit. Die Mudschaheddin würden nicht als Kriegsgefangene betrachtet, sondern erhielten einen noch zu definierenden Status. Mit Unterstützung Saddam Husseins hatten die Volksmudschaheddin in Irak eine gepanzerte Truppe unterhalten, die wiederholt auf iranisches Gebiet vorgestoßen war.

Der deutsche Geschäftsträger Claude Ellner kehrte inzwischen gemeinsam mit seinem belgischen Kollegen nach Irak zurück. Das bestätigte das Auswärtige Amt in Berlin.

Dossier: Krieg gegen Irak

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