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Impfvorbild: Australiens Premierminister Scott Morrison nach dem Piks, Beifall von Gesundheitsminister Greg Hunt (li.).
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Impfvorbild: Australiens Premierminister Scott Morrison nach dem Piks, Beifall von Gesundheitsminister Greg Hunt (li.).

Falschmeldungen

Australien geht gegen Corona-Fake News in die Offensive

  • VonBarbara Barkhausen
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Die Regierung in Canberra geht gegen Falschmeldungen vor. Besonders die Corona-Pandemie gibt Anlass dazu.

  • Die Regierung in Australien will aktiv gegen Falschmeldungen und „Fake News“ vorgehen.
  • Nicht nur in Australien sind Lügen rund um das Coronavirus ein Problem.
  • Teilweise können Verschwörungstheorien schwerwiegende Auswirkungen haben – bis hin zu Terroranschlägen.

Canberra – In der Corona-Krise wird das Netz mit Falschnachrichten überschwemmt. Gibt es das Virus überhaupt? Ist es als „Waffe“ auf der Welt verbreitet worden? Impfgegner haben im Internet inzwischen schweres Geschütz aufgefahren. Die Lügen haben so überhandgenommen, dass Facebook Falschmeldungen über Corona-Impfstoffe entfernt. Australiens Regierung reagiert nun auf die Verschwörungstheorien. Eine neue Abteilung wird künftig daran arbeiten, Falschinformationen frühzeitig zu entlarven. Da seit einer Woche die Impfungen gegen Covid-19 in Australien laufen, arbeitet die neue Abteilung eng mit dem Gesundheitsministerium zusammen.

Australien geht aktiv gegen Corona-Lügen vor

Neben einer Werbekampagne der Regierung, die Fragen zu den Impfstoffen beantwortet und erklärt wie das Impfprogramm funktioniert, will man aktiv gegen Lügen vorgehen. Gesundheitsminister Greg Hunt sagte, die „Myth-Busters“ sollen Informationen ausmerzen, die „einfach lächerlich“ sind. „Einige dieser Anti-Vaxxer vertreiben falsche und dazu unverantwortliche Ansichten“, sagte der australische Minister. Dabei sei es ihm wichtig, „den albernsten Ideen nicht allzu viel Raum zu geben“. Wichtig sei, dass die Leute sich sicher fühlten und nicht das Vertrauen in die Gesundheitsmaßnahmen verlören.

Corona-Pandemie ist Nährboden für Verschwörungstheorien

Behörden weltweit kämpfen inzwischen gegen Verschwörungstheorien, die während der Pandemie auf noch mehr Nährboden gefallen sind. Wie sehr sie die Menschen verunsichern, sieht man daran, dass sich in Australien laut einer aktuellen Umfrage bisher nur 64 Prozent „definitiv“ gegen Covid-19 impfen lassen wollen. Die Regierung geht in die Offensive, doch auch andere Staaten haben das Problem erkannt und unternehmen etwas gegen die Desinformation. Besonders strikt geht Taiwan gegen Falschinformationen vor: Ein „Fakt-Check-Center“ führt dort Listen mit widerlegten Verschwörungstheorien. Die Europäische Union hat einen Aktionsplan vorgestellt, um verstärkt gegen falsche Nachrichten vorzugehen. Seit Juni ist eine Europäische Beobachtungsstelle für digitale Medien im Einsatz, in der Fakt-Checker und Wissenschaftler zusammenarbeiten.

Angst vor Angriffen auf Corona-Impfzentren in Australien

Am Beispiel Australien zeigt sich, wie ernst die Lage inzwischen ist: Dort warnte die Polizei im Bundesstaat Victoria Ende Februar davor, dass extremistische Gruppen aus dem rechten wie dem linken Lager die „Verärgerung“ über die Covid-19-Lockdowns für sich nutzen würden, um neue Anhänger zu rekrutieren. Dabei wies die Polizei darauf hin, dass sich Impfgegner, Antiautoritäre und Wellness-Anhänger plötzlich mit rechtsradikalen Ideologien verbinden würden.

Letzteres bestätigte auch eine australische Autorin, die als Ikone der Wellnessbewegung gilt, in einem Bericht für den „Guardian“ im vergangenen September. Die einst gut gemeinten Bestrebungen der Wellnessbranche, die Interessen der Lebensmittel-, Pharma- und Ölindustrie aufzudecken, seien durch die enorme Unsicherheit und Komplexität der Probleme, mit denen die Welt konfrontiert ist, durcheinandergeraten, schrieb Sarah Wilson damals. Plötzlich seien die „New Age“-Ideen mit Überzeugungen über Impfungen, 5G und Qanon verschmolzen.

Fokussierten sich die Kampagnen australischer Verschwörungstheoretiker zunächst auf die Lockdowns, so sind sie inzwischen auf die Impfkampagne des Landes umgeschwenkt. Wie ernst die Regierung die Aktivitäten der Verschwörungstheoretiker nimmt, zeigt sich daran, dass die Bundespolizei eine Taskforce eingerichtet hat, um die Sicherheit der Impfstoffversorgung zu gewährleisten. Es besteht die Angst, dass Impfgegner Impfzentren angreifen könnten. (Barbara Barkhausen)

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