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Donald Trump: Nach „Fass ihnen zwischen die Beine“-Video soll er Ausstieg erwogen haben 

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Von: Tanja Koch

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Vor dem Hintergrund seines Skandalvideos soll Donald Trump ernsthafte Sorgen gehabt haben, die Präsidentschaftswahl nicht zu gewinnen.
Vor dem Hintergrund seines Skandalvideos soll Donald Trump ernsthafte Sorgen gehabt haben, die Präsidentschaftswahl nicht zu gewinnen. © JOE MARINO/Imago

Kellyanne Conway, Donald Trumps ehemalige Beraterin, stellt in ihrem neuen Buch überraschende Behauptungen auf.

Washington – Donald Trump soll in Erwägung gezogen haben, aus der Präsidentschaftswahl 2016 auszusteigen. Das schreibt seine ehemalige Beraterin und Wahlkampfmanagerin Kellyanne Conway in ihrem neuen Buch „Here’s the Deal“, aus dem The Daily Beast vor Veröffentlichung am Dienstag zitiert. Hintergrund ist ein Video, in dem Donald Trump sagte, er könne Frauen einfach zwischen die Beine fassen. In den USA und weltweit hatte es Aufsehen erregt.

Donald Trump: „Können wir trotzdem gewinnen?“

Sie und Trump hätten in der Nacht des 8. Oktober 2016 im 24. Stock des Trump Towers zusammengesessen, um über die Zukunft seiner Kandidatur nachzudenken. „Sollte ich aussteigen?“, soll Trump dem Buch zufolge gefragt haben. Denn er habe erfahren, dass die Republikaner über seinen Ausschluss aus der Partei abstimmen könnten. 

Conway soll sich gefragt haben, ob Trump mit der Frage lediglich ihre Loyalität testen wollte und riet ihm gegen einen Rückzug. „Es sei denn, Sie wollen aufgeben und die ganze verdammte Sache Hillary überlassen“, zitiert The Daily Beast sie aus ihrem Buch. Trump habe ernsthafte Sorgen gehabt, dass die Wahl nicht zu seinem Vorteil ausgehen würde: „Werde ich verlieren? Werden wir verlieren? Können wir trotzdem gewinnen?“, zitiert Conway ihn.

Conways Behauptungen in ihrem Buch sind auch so brisant, weil sie dem widersprechen, was Trump damals öffentlich gesagt hatte. „Ich gebe niemals auf“, erklärte er etwa gegenüber dem Wall Street Journal. 

Conway hatte Donald Trump verteidigt – nun bezeichnet sie seine Worte als „ekelhaft“

Auch ihre eigene Haltung unterscheidet sich in dem Buch im Vergleich zu ihren Aussagen im Jahr 2016. Damals hatte sie Trump verteidigt. Gegenüber dem CNN etwa hatte sie es als falsch bezeichnet, bei Trumps Ausführungen in seinem Skandal-Video von „sexuellen Übergriffen“ zu sprechen. Nun beschreibt sie Trump Worte als „ekelhaft“ und „verwerflich“.

In dem Video hatte Trump mit drastischen Formulierungen beschrieben, wie er andere Frauen verführt. „Ich fange einfach an, sie zu küssen (...). Ich warte nicht einmal. Und wenn du ein Star bist, dann lassen sie es zu. Du kannst alles machen“, zitiert etwa die FAZ aus dem Video. Er könne sogar Frauen zwischen die Beine fassen und sie ließen es geschehen.

Im August 2020 trat Kellyanne Conway zurück. Sie müsse sich um ihre Familie kümmern, insbesondere um ihre Kinder. In ihrem Leben würde es künftig „weniger Drama, mehr Mama“ geben. (tk)

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