Die katalanische Regionalregierung hat neue Verbote erlassen, um die weitere Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen.
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Die katalanische Regionalregierung hat neue Verbote erlassen, um die weitere Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen.

Spanien

Außer Kontrolle

Seit dem Ende des Alarmzustandes steigt die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Spanien beständig. Am schlimmsten sieht es in Katalonien aus.

Dies ist die letzte Chance“, sagte die katalanische Regierungssprecherin Meritxell Budó am Freitagmittag. „Wenn sich die Pandemie weiter so entwickelt wie bisher, werden wir drastischere Entscheidungen treffen müssen.“ Noch werden die 2,6 Millionen Menschen im Großraum Barcelona von einer Ausgangssperre wie zu Zeiten des dreimonatigen Alarmzustands verschont.

Stattdessen „empfiehlt“ ihnen die katalanische Regionalregierung erst einmal, zu Hause zu bleiben, außer für dringende Besorgungen. Darüber hinaus hat sie Verbote erlassen: Diskotheken müssen schließen, Rummelplätze, Theater, Kinos, Schwimmbäder, Fitnessstudios, Spielplätze; in Kneipen und Restaurants dürfen nur jeder zweite Tisch und die Theken gar nicht besetzt sein. Die „neue Normalität“ nach dem Ende des Alarmzustands dauerte keine vier Wochen.

Katalonien stark betroffen

Spanien hat die Coronavirus-Epidemie nicht in den Griff bekommen. Am 16. Juni, wenige Tage vor Auslaufen des Alarmzustands, hatte die Zahl der Neuinfektionen mit 9,2 pro 100 000 Einwohner in den beiden Vorwochen ihren tiefsten Stand erreicht, einen Monat später hat sich dieser Wert auf 19,6 mehr als verdoppelt. Diesmal trifft es vor allem Katalonien und das benachbarte Aragón. Erst stieg die Zahl der Infizierten im Obstanbaugebiet rund um Lleida sprunghaft an, dann in Hospitalet, einer Vorstadt von Barcelona, und jetzt in Barcelona selbst. In der letzten Juniwoche vermeldete die katalanische Hauptstadt 80 Neuinfektionen, nun – vom 11. bis zum 17. Juli – 1175 Fälle.

Mögliche Ursachen gibt es einige, die wesentlichen sind persönliche Unachtsamkeit und weiterhin ungenügende Ausstattung der Gesundheitsämter. Miquel Pueyo, der Bürgermeister von Lleida, berichtet in einem Interview mit der Netzzeitung eldiario.es, dass an 25 von 28 beliebten Treffpunkten in seiner Stadt die Jugendlichen keine Masken trugen und nicht den nötigen Abstand zueinander hielten. Mit solchem Verhalten ließe sich erklären, dass die Neuinfizierten in ganz Spanien heute im Durchschnitt deutlich jünger sind als zum Höhepunkt der Pandemie.

Die Rückkehr des Virus zeigt auch ein Scheitern der Politik, die es versäumt hat, in den Gesundheitsämtern ausreichend Personal für die Nachverfolgung der Infektionsketten anzustellen. In Katalonien waren dafür 315 Menschen zuständig, nun sollen rasch 500 zusätzliche den Job aufnehmen.

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