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Streit eskaliert

Diplomatischer Eklat: Treffen der USA und Frankreich geplatzt

  • VonLukas Zigo
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Der Streit zwischen Frankreich und den USA hat mittlerweile Folgen für die beidseitige Diplomatie.

  • Ein Treffen zwischen den Außenministern von Frankreich, Deutschland, Großbritannien und den USA ist geplatzt.
  • Die USA liefert Militärtechnologie für Atom-U-Boote an Australien.
  • Frankreich empört über das Aufkündigen eines Rüstungsdeals mit Australien.

New York –Aufgrund des Streits um den neuen Sicherheitspakt im Indopazifik ist ein Außenministertreffen der USA mit Frankreich, Großbritannien und Deutschland am Rande der UN-Generalversammlung in New York geplatzt. Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) bestätigte am Dienstag (21.09.2021) auf Nachfrage, dass die französische Seite auf ihre Teilnahme an dem ursprünglich für Mittwoch geplanten sogenannten Quad-Treffen verzichtet habe.

Der Grund dafür sei, dass es „Verstimmung gibt auf der französischen Seite, die ich gut nachvollziehen kann, und dass dort einige Dinge erst wieder geradegerückt werden müssen, bevor man sich in einem solchen Format zusammensetzt“. Das Treffen sei aber nicht ganz abgesagt, sondern „nur verschoben“.

US-Außenministerium gibt „Terminschwierigkeiten“ als Grund an

Michael Roth begrüßt seine Amtskollegen aus Frankreich während des EU-Ministertreffens

Das US-Außenministerium gibt dagegen Terminschwierigkeiten als Grund für die Planänderung an. Terminpläne seien dynamisch, es müsse sich daher zeigen, ob ein Treffen in diesem Format im Laufe der Woche noch stattfinden werde oder nötig sei, sagte eine ranghohe Mitarbeiterin des Ministeriums am Dienstagabend (21.09.2021, Ortszeit). Sie erwarte aber, dass US-Außenminister Antony Blinken und sein französischer Konterpart Jean-Yves Le Drian im Laufe der Woche noch die Chance hätten, sich auszutauschen.

Das eigenmächtige Schließen des AUTUS genannten Abkommens und dem damit einhergehenden Aufkündigen eines milliardenschweren U-Boot-Deals mit Frankreich, hat zu einer tiefen diplomatischen Krise zwischen Frankreich und den USA geführt. Die neue Allianz zwischen den USA, Australien und Großbritannien soll im Indopazifik der wachsenden militärischen Bedrohung durch China etwas entgegensetzen.

USA der Grund für geplatzten Milliarden-Deal mit Australien – Nicht nur Frankreich ist sauer

Der Pakt beinhaltet die Lieferung von Technologien der USA an Australien, welche es Australien erlaubt, selbst Atom-U-Boote bauen zu können. Infolge dessen platzte ein Rüstungsdeal mit Frankreich über 56 Milliarden US-Dollar. Dies führte in Paris zu heftigen Reaktionen. Der französische Präsident Emmanuel Macron ließ die Botschafter aus den USA und Australien abziehen – eine äußerst ungewöhnliche Maßnahme unter Verbündeten, die aufzeigt, wie ernst es Frankreich mit dem Thema meint.

US-Außenminister Antony Blinken auf einer PK mit Außenminister Heiko Maas (SPD)

Es ist jedoch nicht Frankreich allein, das sich durch den Abschluss der Allianz vor den Kopf gestoßen fühlt. Viele europäische sowie Nato-Staaten fühlen sich ausgeschlossen, und es ist auch ein Fingerzeig, wie die neue US-Regierung diplomatisch vorgehen wird. Auch Maas kritisierte die neue Sicherheitsallianz mit deutlichen Worten: „Was dort entschieden worden ist und die Art und Weise, wie diese Entscheidung zustande gekommen ist, ist irritierend. Und es ist ernüchternd, nicht nur für Frankreich“, sagte der SPD-Politiker in New York. (Lukas Zigo/dpa)

Rubriklistenbild: © Chief Petty Officer Joshua Karst/dpa

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