+
Bundesaußenminister Heiko Maas droht dem Iran mit möglichen Sanktionen. 

Iran-Krise im Newsticker 

Atomstreit: Maas droht Iran mit Sanktionen 

  • schließen
  • Christian Stör
    Christian Stör
    schließen
  • Marvin Ziegele
    Marvin Ziegele
    schließen

Im Zuge des Atomstreits mit dem Iran hat Außenminister Heiko Maas nun mit einem Verfahren gedroht. 

  • Donald Trump schickt weitere Soldaten in den Nahen Osten 
  • USA verhängt neue Sanktionen gegen den Iran 
  • Angriffe auf saudische Ölanlagen
  • Tankerstreit zwischen Großbritannien und dem Iran

Update, 11. November 2019, 11.05 Uhr: Bundesaußenminister Heiko Maas droht dem Iran wegen Verstößen gegen das internationale Atomabkommen (JCPOA) mit dem Start eines Verfahrens, das zu einer Wiedereinführung von europäischen Wirtschaftssanktionen führen könnte. 

"Wir wollen das JCPOA erhalten - aber dann muss der Iran endlich zu seinen Verpflichtungen zurückkehren und diese auch einhalten", sagte der SPD-Politiker am Montag am Rande eines EU-Außenministertreffens in Brüssel. "Ansonsten werden wir uns alle Mechanismen vorbehalten, die in dem Abkommen festgelegt sind."

Der Iran hatte am Wochenende mitgeteilt, die Urananreicherung in der unterirdischen Anlage Fordo wieder aufgenommen zu haben. "Wir sehen mit großer Besorgnis, dass es weitere Urananreicherung gibt, die der Iran nicht nur angekündigt hat, sondern auch durchführt", erklärte Maas dazu.

Wie im Bürgerkrieg: Im Iran greift Hass und Verzweiflung um sich

Update, 24. September 2019, 19.30 Uhr: Donald Trump sendet eine Doppelbotschaft an Teheran: Hart in der Sache - moderat im Ton. In seiner insgesamt ungewöhnlich moderaten Rede vor der UN-Vollversammlung hat der US-Präsident seinen harten Sanktionskurs gegen den Iran bekräftigt, aber zugleich die Hand Richtung Teheran ausgestreckt. Zwar warf er der iranischen Führung vor, im Nahen Osten im „Blutrausch“ zu wüten und für den Angriff auf Ölanlagen in Saudi-Arabien verantwortlich zu sein. Auf eine Drohung mit Vergeltung verzichtete er aber.  „Amerika ist bereit, Freundschaft zu schließen mit allen, die aufrichtig Frieden und Respekt anstreben“, betonte er. 

Während Trump sanftere Töne anschlug, verschärften die Europäer ihren Kurs gegen Teheran. In einer gemeinsamen Erklärung machten auch Deutschland, Großbritannien und Frankreich den Iran für den Drohnenangriff auf zwei Raffinerien in Saudi-Arabien verantwortlich. Damit zeichnet sich eine Annäherung zwischen den seit Monaten in der Iran-Frage tief zerstrittenen Verbündeten auf beiden Seiten des Atlantiks ab.

Bundeskanzlerin Angela Merkel kam am Rande der Vollversammlung überraschend mit Trump zusammen, um über die Golfkrise zu reden. Anschließend traf sie sich erstmals auch mit dem iranischen Präsidenten Hassan Ruhani. Der hat angekündigt, in seiner Rede vor der UN-Vollversammlung einen Friedensplan für die Golfregion vorzustellen.

Die iranischen Forderungen nach einem Ende der Sanktionen als Vorbedingung für ein direktes Gespräch mit den USA und dem Westen lehnte Merkel ab. „Ich würde es begrüßen natürlich, wenn es zu Gesprächen kommen würde zwischen den Vereinigten Staaten von Amerika und dem Iran“, sagte Merkel nach den Treffen mit Trump und Ruhani in New York. „Aber das wird sicherlich nicht so funktionieren, dass alle Sanktionen erstmal vom Tisch genommen werden und dann gibt es Gespräche. Ich glaube, das ist kein realistischer Angang.“

Update, 24. September 2019, 16.50 Uhr: Donald Trump hat den Iran öffentlich für die Attacken auf saudische Ölanlagen verantwortlich gemacht. Solange der Iran sein bedrohliches Verhalten fortsetze, würden die Sanktionen nicht aufgehoben, sondern verschärft, sagte Trump am Dienstag in New York in seiner Rede vor der UN-Vollversammlung. Trotz Trumps Warnungen gab es Spekulationen, dass Trump am Rande der UN-Generaldebatte zu einem bilateralen Treffen mit dem iranischen Staatschef Hassan Ruhani zusammenkommen könnte.

Update, 24. September 2019, 6:00 Uhr: Kurz vor der Generaldebatte der UN-Vollversammlung in New York haben die europäischen Staaten Deutschland, Großbritannien und Frankreich den Iran für die Angriffe auf Ölanlagen in Saudi-Arabien gemacht. In einer gemeinsamen Erklärung ließen die Regierungen von Angela Merkel, Emmanuel Macron und Boris Johnson verlauten: „Für uns ist deutlich, dass der Iran Verantwortung für diesen Angriff trägt“. Es gebe „keine andere plausible Erklärung“.

In der Erklärung heißt es weiter, man würde die diplomatischen Bemühungen um einen Dialog mit dem Iran fortsetzen. Europa sei an Provokationen oder gar einer Eskalation des Konflikts nicht interessiert.

Boris Johnson spricht plötzlich von einem neuen Atom-Abkommen mit dem Iran

Während Deutschland und Frankreich weiter am Atom-Abkommen mit dem Iran festhalten wollen, hat der britische Premierminister Boris Johnson seine Meinung offenbar geändert. Er sprach sich nun für ein neues, von US-Präsident Donald Trump vorgeschlagenes Atom-Abkommen mit dem Iran aus. „Lasst uns einen besseren Deal machen“, sagte Johnson und fügte hinzu: „Ich denke, es gibt einen Typen, der einen besseren Deal machen kann (...), und das ist der Präsident der Vereinigten Staaten. Ich hoffe, dass es einen Trump-Deal geben wird.“

Update, 22. September 2019, 8:00 Uhr: Der Iran hat mit Drohungen auf die Truppenverlegungen der USA in den Nahen Osten reagiert. Die iranischen Revolutionsgarden (IRGC) sprachen von einem „Krieg ohne Grenzen“, sollten die Vereinigten Staaten sich zu einem Angriff entscheiden. Der Iran werde zurückschlagen und es werde „nirgendwo sicher bleiben“, erklärte Chefkommandeur Hussein Salami am Samstag. 

Hussein Salami, der Anführer der iranischen Revolutionsgarden, droht den USA.

Iranische Vertreter hatten für den Fall eines Angriffs bereits zuvor mit einem „umfassenden Krieg“ und Vergeltungsschlägen gegen Israel gedroht. 

Update, 21. September 2019, 10.50 Uhr: Im Konflikt mit dem Iran verlegen die USA nach den Angriffen auf saudische Ölanlagen weitere Truppen in den Nahen Osten. „Der Präsident hat den Einsatz von US-Truppen genehmigt, die defensiver Natur sein werden“, sagte Verteidigungsminister Mark Esper am Freitagabend (Ortszeit) im Pentagon. „Alles deutet darauf hin, dass der Iran für den Angriff verantwortlich war.“ Die Untersuchungen von amerikanischen, saudischen und internationalen Experten hätten ergeben, dass die eingesetzten Waffen aus iranischer Produktion stammten und nicht vom Jemen aus eingesetzt worden seien.

Esper sagte, die militärische Verstärkung in der Region solle auf die Verteidigung gegen Luft- und Raketenangriffe ausgerichtet sein. Sowohl Saudi-Arabien als auch die Vereinigten Arabischen Emirate hätten um Unterstützung gebeten. 

Iran-Krise: USA schickt noch mehr Soldaten in Nahen Osten

US-Armeechef Joseph Dunford machte am Freitag im Pentagon keine Angaben zur Truppenstärke, sagte auf Nachfrage aber, es werde sich nicht um „Tausende“ Soldaten handeln. Dunford kündigte für kommende Woche weitere Details zur Verlegung an.

Der Iran dementiert jede Verantwortung für die Angriffe auf Ölanlagen in Saudi-Arabien am vergangenen Samstag. Die von Teheran unterstützten Huthi-Rebellen hatten sich zu der der Tat bekannt. US-Außenminister Mike Pompeo hatte sie daraufhin der Lüge bezichtigt. In einer am Freitag ausgestrahlten Fernsehansprache kündigte der Präsident des Obersten Politischen Rates der Huthis an, Drohnen- und Raketenangriffe auf Saudi-Arabien einzustellen, wenn auch das Nachbarland seine Angriffe beende. Mahdi Al-Maschat sagte: „Wir hoffen, dass Riad positiv auf die Initiative reagiert.“

Update, 18. September 2019, 17.36 Uhr: Nach den Angriffen auf wichtige Ölanlagen in Saudi-Arabien will US-Präsident Donald Trump die Sanktionen gegen den Iran "bedeutend verstärken". Er habe Finanzminister Steven Mnuchin angewiesen, das in die Wege zu leiten, erklärte Trump am Mittwoch auf Twitter. Weitere Angaben machte er zunächst nicht. US-Außenminister Mike Pompeo hat den Iran direkt für die Angriffe verantwortlich gemacht. Die Führung in Teheran wies zuletzt am Mittwoch alle Beschuldigungen zurück. Die Angriffe auf die saudischen Ölanlagen haben die Sorge vor einer militärischen Eskalation im Nahen Osten befeuert.

Update, 16. September 2019, 6.30 Uhr: US-Präsident Donald Trump hat dem Urheber des Drohnenangriffs mit einem Vergeltungsschlag gedroht. Zugleich dementierte Trump am Sonntagabend (Ortszeit) auf Twitter seine eigene Aussage, dass er ohne Vorbedingungen zu einem Treffen mit der iranischen Führung bereit sei. 

Am Samstag hatte US-Außenminister Mike Pompeo den Iran für die Angriffe in Saudi-Arabien verantwortlich gemacht, obwohl sich davor die Huthi-Rebellen im benachbarten Jemen ausdrücklich dazu bekannt hatten. Teheran bestritt jegliche Beteiligung. Trump machte keine Angaben dazu, wen die USA für den Urheber des Angriffs halten. Er schrieb auf Twitter: "Es besteht Grund zu der Annahme, dass wir den Täter kennen."

Angriff auf Ölraffinerie: Waffen bei Attacken in Saudi-Arabien stammten aus dem Iran

Die USA stünden Gewehr bei Fuß, warteten aber auf eine Bestätigung und auf Angaben der saudischen Führung, wen sie für den Angriff verantwortlich mache und unter welchen Bedingungen vorgegangen werden solle. Wenige Minuten später schrieb Trump in einem Tweet, Medienberichte, wonach er "ohne Bedingungen" zu einem Treffen mit der iranischen Führung bereit sei, seien "wie üblich" falsch. Trump selber hat mehrfach gesagt, er sei ohne Vorbedingungen zu einem solchen Treffen bereit. Erst am vergangenen Dienstag hatte auch Pompeo noch einmal betont, Trump sei zu einem Treffen ohne Vorbedingungen bereit.

Update, 15. September 2019, 9:50 Uhr: Die US-Regierung hat den Iran für die Drohnenangriffe auf zwei Ölanlagen in Saudi-Arabien verantwortlich gemacht. „Der Iran hat einen beispiellosen Angriff auf die globale Energieversorgung verübt“, schrieb US-Außenminister Mike Pompeo am Samstag im Onlinedienst Twitter. Teheran wies die Anschuldigungen entschieden zurück. Zuvor hatten sich die jemenitischen Huthi-Rebellen zu den Anschlägen bekannt. 

Auch bei Markus Lanz geht es um den Iran. Der Moderator schießt sich aber lieber auf Kevin Kühnert ein.

In den Anlagen des Staatskonzerns Aramco in Abkaik und Churais im Osten des Landes waren nach den Angriffen am frühen Samstagmorgen Feuer ausgebrochen. „Um 04.00 Uhr (01.00 MESZ) griffen die Sicherheitsteams von Aramco ein, um Brände in zwei Einrichtungen zu löschen“, hieß es aus dem saudiarabischen Innenministerium. Das Königreich ist der weltweit größte Öl-Exporteur.

Die Angriffe führten zu einem Einbruch der Ölproduktion in Saudi-Arabien. Laut CNN haben die Attacken die Hälfte der gesamten saudischen Öl-Produktion lahm gelegt,  geschätzt 5,7 Millionen Barrel Rohöl pro Tag.

Update, 6. September 2019, 09.25 Uhr: Der Iran hat einem möglichen Treffen von Präsident Hassan Ruhani mit US-Präsident Donald Trump am Rande der nächsten UN-Vollversammlung erneut eine Absage erteilt. „Es gibt keine Möglichkeit für ein Treffen zwischen den beiden Präsidenten während der Woche der UN-Generalversammlung“, sagte ein Sprecher der iranischen UN-Mission in New York der Deutschen Presse-Agentur. Gerüchte über eine angeblich geplante Zusammenkunft bei der Vollversammlung in der zweiten Septemberhälfte entbehrten jeder Grundlage. Man habe auch keine entsprechende Anfrage erhalten.

Aktuelles: Donald Trump trennt sich von John Bolton - die Welt ist damit sicherer geworden

Trotz einer vorherigen Absage Ruhanis an eine Zusammenkunft mit Trump hatte der US-Präsident ein persönliches Treffen in New York zuletzt nicht ausgeschlossen. „Sicher, alles ist möglich“, sagte Trump auf eine entsprechende Frage von Journalisten. Er schloss aber aus, dass die USA als Vorbedingung für ein solches Treffen Sanktionen gegen den Iran aufheben könnten. In einem Telefonat mit Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron am Donnerstag bekräftigte Trump nach Angaben des Weißen Hauses noch einmal, dass die Aufhebung von Sanktionen derzeit nicht infrage komme. 

Im Atomkonflikt droht eine neue Eskalation

Update, 5. September 2019, 16.35 Uhr: Von Samstag an will die iranische Staatsführung weitere Teile des historischen Atomabkommens von 2015 aufkündigen und damit den Druck auf ihre Verhandlungspartner erhöhen. Präsident Hassan Ruhani kündigte am Mittwochabend die dritte Stufe des Rückzugs aus der Vereinbarung an. Zugleich macht der Iran weitere Verhandlungen von europäischen Finanzhilfen in Milliardenhöhe abhängig. 

Die EU äußerte sich kritisch zu den Ankündigungen. „Wir fordern den Iran auf (...), von weiteren Maßnahmen Abstand zu nehmen“, sagte ein Sprecher in Brüssel. Zudem müsse der Iran die bereits eingeleiteten Schritte zurücknehmen. Frankreich, das die Spannungen mit Teheran entschärfen will und sich in einer Vermittlerrolle sieht, warnte in dem Konflikt in allgemeiner Form vor einem Handeln, das ein „schlechtes Signal“ bedeuten würde.

Lesen Sie auch: Donald Trump und der Hurrikan: #Sharpiegate holt Präsidenten ein

In der dritten Stufe solle die iranische Atomorganisation ohne Einschränkung alles in Angriff nehmen, was für den Ausbau der nationalen Atomtechnologie und für die Forschung notwendig sei, sagte Ruhani. Er sprach davon, dass die Details am Freitag bekannt gegeben werden sollen - später war in Teheran dann aber vom Samstag die Rede. Ruhani versicherte, die Vertragspartner des Abkommens hätten noch zwei Monate Zeit, den Atomdeal doch noch vertragsgerecht umzusetzen. In dem Fall werde auch der Iran das Atomabkommen wieder einhalten.

Diese Forderung läuft auf eine Aufhebung der US-Sanktionen hinaus, was US-Präsident Donald Trump ablehnt. Er ordnete am Mittwoch sogar weitere Sanktionen gegen den iranischen Ölsektor an. Außerdem bieten die USA nun jedem eine Belohnung von bis zu 15 Millionen Dollar, der Informationen liefert, mit denen die iranischen Revolutionsgarden von ihren Finanzquellen abgeschnitten werden können. Dazu gehörten Hinweise auf illegale Ölverkäufe und Öllieferungen auf dem Seeweg.

Update, 5. August 2019, 17.40 Uhr: Großbritannien will sich einer „internationalen maritimen Sicherheitsmission“ der USA in der Golfregion anschließen. Die Mission solle Handelsschiffe in der Straße von Hormus schützen, kündigte der britische Außenminister Dominic Raab am Montag an. „Dieser Einsatz wird die Sicherheit stärken und in der Schifffahrt für Beruhigung sorgen“, fügte er hinzu. 

Iran bezeichnet US-Sanktionen als „Gipfel der Dummheit“

Update, 1. August 2019, 11.35 Uhr: Sind die Amis dumm? Der Iran behauptet das jedenfalls. Als „Gipfel der Dummheit“ hat Teheran nämlich die neuen US-Sanktionen gegen seinen Außenminister Mohammed Dschawad Sarif kritisiert. „Die Amerikaner haben einfach nur Angst vor Sarifs diplomatischen Fähigkeiten“, sagte Außenamtssprecher Abbas Mussawi. Durch die Maßnahmen werden mögliche Vermögen Sarifs in den USA eingefroren, außerdem dürfen US-Bürger fortan keine Geschäfte mit ihm machen.

Auch der iranische Präsident Hassan Ruhani verurteilte die Sanktionen gegen Sarif: „Sie haben Angst vor den Interviews unseres Außenministers“, sagte Ruhani. Die Worte und Logik des „sachkundigen, aufopferungsvollen und diplomatischen“ Ministers hätten die „Fundamente des Weißen Hauses erschüttert“. „Jetzt machen sie kindische Sachen“, sagte der iranische Präsident bei einer im Fernsehen übertragenen Rede in der Stadt Täbris über die Sanktionen. „Unsere Feinde sind so hilflos, dass sie nicht mehr klug handeln und denken können.“ 

Sarif selbst bezeichnete die gegen ihn verhängten Sanktionen als wirkungslos. Die Strafmaßnahmen hätten keinerlei Auswirkungen auf ihn oder seine Familie, weil er keinen Besitz außerhalb des Iran habe. „Vielen Dank, dass ich als so große Bedrohung für Ihre Agenda angesehen werde“, fügte er auf Twitter ironisch hinzu.

USA setzen Deutschland bei Hormus-Mission unter Druck

Update, 30. Juli 2019, 13.10 Uhr: Die USA erhöhen den Druck auf Deutschland, sich an der Sicherung des Handelsverkehrs durch die Straße von Hormus zu beteiligen. „Wir haben Deutschland förmlich gefragt, zusammen mit Frankreich und Großbritannien bei der Sicherung der Straße von Hormus mitzuhelfen und iranische Aggression zu bekämpfen“, teilte eine Sprecherin der US-Botschaft am Dienstag mit. „Mitglieder der Bundesregierung haben klar gesagt, dass die Freiheit der Seefahrt geschützt werden sollte. Unsere Frage ist, von wem?“, erklärte sie.

Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur wurde die US-Anfrage an Deutschland und andere Verbündete bereits vor mehreren Tagen schriftlich übermittelt. Es wurden auch konkrete militärische Fähigkeiten abgefragt. Eine formelle Antwort Deutschlands gibt es bisher zwar nicht. Das Auswärtige Amt machte aber klar, dass kein deutscher Beitrag zu der geplanten US-Mission mit dem Namen „Sentinel“ (Wache) zu erwarten ist. „Zu einer US-geführten Schutzmission in der Straße von Hormus hat die Bundesregierung bisher keinen Beitrag in Aussicht gestellt“, hieß es aus dem Ministerium.

„Deutschland wird sich nicht an einer US-Mission beteiligen. Da ist man plötzlich auf Seiten der Amerikaner in einem Krieg mit dem Iran“, sagte der außenpolitische Sprecher der SPD, Nils Schmid, dem „Tagesspiegel“ (Mittwoch).

Der stellvertretende CDU/CSU-Fraktionschef Johann David Wadephul forderte die britische Regierung auf, Klarheit über ihre Pläne zu schaffen. „Großbritannien, dessen Tanker in iranischer Hand ist, muss klar Farbe bekennen, ob es eine europäische Mission anstrebt“, sagte der CDU-Politiker der dpa. „Wir empfangen auch Signale, dass London sich unter dem neuen Premier Johnson eher in Richtung einer Beteiligung an einer US-Mission bewegt.“

Wadephul betonte aber auch, dass Deutschland grundsätzlich dazu bereit sein müsse, sich an der Sicherung der freien Seefahrt weltweit zu beteiligen. „Die Wahrung der Freiheit der Seefahrt ist für ein global so vernetztes und wirtschaftlich starkes Land wie Deutschland lebenswichtig“, sagte der CDU-Politiker. „In der Vergangenheit wurde das bei uns viel zu wenig diskutiert und es wurden auch nur bedingt die notwendigen sicherheitspolitischen Schlüsse gezogen.“

Großbritannien schickt zweites Kriegsschiff in die Straße von Hormus

Update, 29. Juli 2019, 13.55 Uhr: Im Streit um die Beschlagnahme eines britischen Tankers durch den Iran hat Großbritannien ein zweites Kriegsschiff in die Straße von Hormus geschickt. Das Verteidigungsministerium in London teilte mit, dass die „Duncan“ für die Sicherheit britischer Handelsschiffe in der Straße von Hormus sorgen werde. Am Donnerstag hatte Großbritannien seine Marine angewiesen, britische Handelsschiffe in der Straße von Hormus zu eskortieren. Bereits vor Ort ist die Fregatte „Montrose“.

„Die Schifffahrtsfreiheit in der Straße von Hormus ist nicht nur für das Vereinigte Königreich von entscheidender Bedeutung, sondern auch für unsere internationalen Partner und Verbündeten“, teilte Verteidigungsminister Ben Wallace mit. London bemühe sich im Konflikt mit dem Iran weiter um eine diplomatische Lösung, betonte Wallace. Bis es zu einer solchen Lösung komme, werde die britische Marine „weiterhin die Sicherheit britischer Schiffe gewährleisten“, erklärte der Minister. 

Unterdessen stellte der britische Außenminister Dominic Raab klar, dass es keinen Tanker-Austausch geben werde. „Es gibt keine Gegenleistung“, sagte Raab dem Sender BBC. 

Irans Präsident Ruhani schlägt  Austausch der festgesetzten Öltanker vor

Update, 24. Juli 2019, 11.40 Uhr: Der iranische Präsident Hassan Ruhani hat zur Beilegung des Tankerstreits mit Großbritannien einen Austausch der festgesetzten Öltanker beider Länder in Aussicht gestellt. „Wir wollen keine Spannungen, und wenn sich alle an die Vorschriften halten, auch an die in Gibraltar, dann werden sie (Briten) von uns eine geeignete Antwort erhalten“, sagte Ruhani bei einer Kabinettssitzung am Mittwoch. Der Iran sei weder stur noch wolle er einen Konflikt am Persischen Golf, aber der Iran werde auch nicht auf Druck und Drohungen klein beigeben, so der Präsident nach Angaben seines Webportals.

Irans Präsident Hassan Ruhani kündigte die dritte Stufe des Rückzugs aus der Vereinbarung an.

Die jüngste Eskalation des Konflikts begann am 4. Juli, als in den Gewässern der britischen Exklave Gibraltar ein Supertanker mit Öl aus dem Iran an die Kette gelegt wurde. Der Vorwurf: von der EU untersagte Lieferungen an Syrien. Am vergangenen Freitag stoppten die Iranischen Revolutionsgarden dann den unter britischer Flagge fahrenden Öltanker „Stena Impero“ in der Straße von Hormus. Das Schiff habe internationale Vorschriften nicht beachtet, erklärten sie. Außerdem soll die „Stena Impero“ ihr GPS-System ausgeschaltet und umweltschädigende Materialien am Bord gehabt haben. Großbritannien sprach von einem Akt „staatlicher Piraterie“.

US-Kommandeur: Womöglich zwei iranische Drohnen zerstört

Update, 24. Juli 2019, 7.20 Uhr: Das US-Kriegsschiff „USS Boxer“ hat nach Angaben von US-Militärvertretern womöglich noch eine zweite Drohne am Persischen Golf zerstört. „Wir sind sicher, dass wir eine Drohne heruntergeholt haben, wir könnten eine zweite getroffen haben“, sagte der Kommandeur des US-Zentralkommandos Centcom, General Kenneth McKenzie, am Dienstag dem Sender CBS. 

Ein Centcom-Sprecher sagte, das Schiff habe nach „aggressiven Interaktionen“ von zwei iranischen Drohnen in internationalen Gewässern eine „verteidigende Maßnahme“ ergriffen. „Wir haben gesehen, wie eine (Drohne) ins Wasser stürzte, aber einen Aufprall für die andere haben wir nicht beobachtet“, sagte er. CBS berichtete, die Drohnen seien durch ein elektronisches Signal unschädlich gemacht worden. Dadurch hätten die unbemannten Fluggeräte ihre Kontrolle verloren. 

Iran deckt nach eigenen Angaben CIA-Netz auf

Update, 22. Juli 2019, 10.25 Uhr: Der iranische Geheimdienst hat nach eigenen Angaben ein Netzwerk des US-Geheimdienstes CIA im Iran aufgedeckt. In diesem Zusammenhang seien 17 Agenten verhaftet worden, sagte der Leiter der Spionageabwehr des iranischen Geheimdienstes am Montag in Teheran. Alle seien Iraner. Einigen von ihnen droht die Todesstrafe.

Auch einige europäische und asiatische Länder sollen bei den CIA-Einsätzen gegen den Iran mitgewirkt haben. Mehr Details zu dem Fall sollen demnächst öffentlich gemacht werden, sagte der Offizielle in einem Presse-Briefing im Kultusministerium.

Großbritannien will wegen Tankerkrise Strafmaßnahmen gegen den Iran

Update, 22. Juli 2019, 7.00 Uhr: Während in Großbritannien ein Regierungswechsel bevorsteht, spitzt sich der Tanker-Konflikt am Golf weiter zu. Am Montag kommt das britische Krisenkabinett zu einer Dringlichkeitssitzung zusammen. Das Gremium werde am Vormittag unter dem Vorsitz von Premierministerin Theresa May über die „Wahrung der Sicherheit für die Schifffahrt im Persischen Golf“ beraten, teilte Mays Büro am Sonntagabend in London mit. 

Angeblich will Großbritannien den Iran mit Strafmaßnahmen belegen. Die Regierung prüft laut Verteidigungsministerium eine „Reihe von Optionen“. Außenminister Jeremy Hunt will das Parlament am Montagnachmittag über den Stand unterrichten. Nach Angaben britischer Medien wird erwogen, Vermögen des iranischen Staates einzufrieren.

Hunt sprach derweil mit Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) und dem französischen Chefdiplomaten Jean-Yves Le Drian telefonisch über das Thema. Die drei Minister seien sich einig gewesen, dass eine freie Durchfahrt von Schiffen durch die Straße von Hormus für die europäischen Staaten „oberste Priorität“ habe, erklärte das britische Außenministerium am Sonntagabend. Zugleich müsse jede „mögliche Eskalation“ vermieden werden. Die drei Minister würden sich weiterhin zu dem Thema austauschen und zusammenarbeiten.

Update, 20. Juli 2019, 8:45 Uhr: Nach der Festsetzung zweier Tanker durch den Iran in der Straße von Hormus spitzt sich die Lage zu:  Die britische Regierung warnte Teheran vor "ernsthaften Konsequenzen". Die USA kündigten derweil die Stationierung von Soldaten in Saudi-Arabien an. 

Der britische Außenminister Jeremy Hunt nannte die Festsetzungen der Schiffe "inakzeptabel". Der Iran müsse mit "ernsthaften Konsequenzen" rechnen, wenn der Konflikt nicht schnell gelöst werde.

USA wollen Truppen entsenden 

Auch die USA verurteilten das Vorgehen des Iran in der Straße von Hormus scharf. Washington kündigte an, die US-Militärpräsenz in der Golfregion weiter zu verstärken. Erstmals seit 2003 sollen wieder US-Truppen in Saudi-Arabien stationiert werden. 

Nach Angaben des Pentagon sollen die Streitkräfte die Interessen der USA in der Region schützen. Teherans Erzfeind Saudi-Arabien erklärte, Washington und Riad seien darum bemüht, ihre Zusammenarbeit "zur Verteidigung der Sicherheit und der Stabilität in der Region zu verstärken".

Tanker jetzt in iranischer Hafenstadt  

Unterdessen teilten die iranischen Revolutionsgarden mit, eines der Schiffe, die „Stena Impero“, habe gegen "internationale maritime Regeln" verstoßen. Ein zweites Schiff wurde mehrere Stunden an der Weiterfahrt gehindert, konnte aber schließlich seine Fahrt fortsetzen.  

Die „Stena Impero“ liegt mittlerweile in einer iranischen Hafenstadt vor Anker.

Der festgesetzte britische Tanker ist nach iranischen Angaben mittlerweile in der iranischen Hafenstadt Bandar Abbas vor Anker gegangen. Er habe dort nach einem Zusammenstoß mit einem Fischerboot angelegt, teilte die Hafen- und Schifffahrtsbehörde der iranischen Provinz Hormosgan am Samstag mit. Die "Stena Impero" sei "mit einem Fischerboot kollidiert", sagte ein Behördenvertreter der Nachrichtenagentur Fars. An Bord befänden sich weiterhin die 23 Besatzungsmitglieder. 

Update, 19.7.2019, 22.21 Uhr: US-Präsident Donald Trump will sich nach den jüngsten Zwischenfällen mit britischen Tankern im Golf von Hormus eng mit Großbritannien abstimmen.

"Wir werden mit dem Vereinigten Königreich sprechen", sagte Trump am Freitag vor Journalisten. Er werde mit der Regierung in London zusammenarbeiten, fügte er hinzu. Der Iran mache nichts als Ärger, erklärte Trump weiter. Das Land sei in großen Schwierigkeiten, die Wirtschaft breche zusammen. "Es ist sehr einfach für uns, das noch viel schlimmer zu machen."

Iran-Konflikt: Zweiter Tanker aufgebracht

Update, 19.7.2019, 21.28 Uhr:  Der Iran hat am Freitag innerhalb kurzer Zeit zwei britische Tanker im Golf von Hormus aufgebracht. Nach der unter britischer Fahne fahrenden "Stena Impero" wurde auch ein unter liberischer Flagge fahrender Tanker in Richtung Iran abgedrängt. Nach Medienberichten soll es sich dabei um die "Mesdar" der britischen Norbulk Shipping UK handeln. "Die Festsetzungen sind unakzeptabel", sagte Außenminister Jeremy Hunt. Noch am Abend trat in London nach Medienberichten der Nationale Sicherheitsrat (Cobra) zu Beratungen zusammen.

Der Tanker sei in Richtung Küste gebracht worden, um die notwendigen rechtlichen Prozesse zu durchlaufen, berichtete der iranische Auslandssender Press TV. Nach Angaben der Behörden der südiranischen Hormusgan Provinz wurde das britische Schiff zum Hafen der Provinzhauptstadt Bandar Abbas eskortiert. Dort werden die notwendigen Inspektionen durchgeführt.

Tanker hat sein GPS ausgeschaltet

Der Tanker hatte seine GPS ausgeschaltet und sei vom südlichen Teil der Straße von Hormus, der nur für den Ausgang der Schiffe vorgesehen ist, eingefahren und damit eine Kollision mit anderen Schiffen riskiert. Dies sei gegen die maritimen Vorschriften am Golf. Außerdem soll der Tanker auch umweltschädigende Materialien am Bord haben, die derzeit von der Umweltbehörde in Bandar Abbas untersucht werden.

Die USA warfen dem Iran ein eskalierendes Verhalten gegenüber Großbritannien vor. "Uns sind Berichte bekannt, wonach iranische Kräfte einen britischen Öltanker beschlagnahmt haben", erklärte der Sprecher des Nationalen Sicherheitsrates im Weißen Haus, Garrett Marquis. "Das ist das zweite Mal in etwas mehr als einer Woche, dass das Vereinigte Königreich Ziel eskalierender Gewalt durch das iranische Regime ist."

Die USA würden weiterhin mit ihren Verbündeten zusammenarbeiten, "um unsere Sicherheit und Interessen gegen das bösartige Verhalten des Iran zu verteidigen", fügte er hinzu. Unter dem Vorwurf illegaler Öllieferungen an Syrien liegt seit Anfang des Monats in Gibraltar ein Supertanker an der Kette. Die Öllieferung aus dem Iran soll gegen EU-Sanktionen gegen Syrien verstoßen. Der Iran protestierte gegen die Beschlagnahme, bestellte mehrmals den britischen Botschafter ein und forderte, das Schiff sofort weiterfahren zu lassen.

Eskalation geht weiter: Iran setzt britischen Tanker in der Straße von Hormus fest 

Update, 19.7.2019, 20.25 Uhr: Die Lage im Persischen Golf spitzt sich dramatisch zu. Nach eigenen Angaben haben die iranischen Revolutionsgarden jetzt einen unter britischer Flagge fahrenden Öltanker in der Straße von Hormus aufgebracht. Damit dreht der Iran weiter an der Eskalationsspirale. 

Der Tanker habe internationale Vorschriften nicht beachtet, hieß es auf dem Internetportal der Revolutionsgarden. Bei dem Schiff handelt es sich nach Angaben der Revolutionsgarden um die unter britischer Flagge fahrende "Stena Impero". Das Schiff gehört der schwedischen Firma "Stena Bulk". Das Unternehmen bestätigte den Zwischenfall und teilte mit, dass sich mehrere unbekannte kleinere Boote und ein Hubschrauber der "Stena Impero" genähert hatten, als sich das Schiff in internationalen Gewässern befunden habe. Das Unternehmen habe derzeit keinen Kontakt zur Besatzung des Schiffes. 

23 Crew-Mitglieder an Bord

An Bord befinden sich nach Unternehmensangaben 23 Crew-Mitglieder. Es gebe keine Nachrichten über Verletzte. Man stehe in engem Kontakt zu den britischen Behörden. Das Schiff fahre inzwischen nach Norden in Richtung Iran. Wie Daten der Internetseite Marine Traffic zeigen, verließ die "Stena Impero" gegen 17.30 Uhr MESZ ihren Kurs, als sie die Straße von Hormus passiert hatte. Das Schiff war vom Hafen Fudschaira in den Vereinigten Arabischen Emiraten aus auf dem Weg in Richtung Al-Dschubail in Saudi-Arabien. Zuletzt zeigten die Daten, dass sich das Schiff in Richtung der iranischen Insel Keschm befand. 

Update, 19.7.2019, 14.55 Uhr: Der seit Anfang des Monats in Gibraltar an die Kette gelegte Supertanker aus dem Iran wird mindestens bis Mitte August nicht wieder auslaufen dürfen. Die Öllieferung aus dem Iran soll das Ziel Syrien gehabt haben und damit gegen EU-Sanktionen verstoßen. Der Oberste Gerichtshof des britischen Überseegebiets am Südzipfel Spaniens ordnete am Freitag eine Verlängerung der Festsetzung um weitere 30 Tage bis zum 20. August an, wie die Regierung von Gibraltar mitteilte. Außerdem sei für den 15. August eine neue Anhörung anberaumt worden. Hätte es diesen Justizbeschluss nicht gegeben, hätte man den Öltanker "Grace 1" nur bis zum Sonntag festhalten dürfen. 

Der Kapitän und drei weitere Besatzungsmitglieder waren vorübergehend festgenommen worden, sind aber inzwischen wieder auf freiem Fuß. Der Iran protestierte gegen die Beschlagnahme, bestellte mehrmals den britischen Botschafter ein und forderte, das Schiff sofort weiterfahren zu lassen. Am Dienstag drohte der oberste iranische Führer London mit Konsequenzen. "Diese böswilligen Briten stehlen unser Schiff, betreiben Piraterie und versuchen den Vorfall dann noch als legal dazustellen", sagte Ajatollah Ali Chamenei. 

Kurzzeitige Entspannung schon vorbei?

Zuvor hatte es am vergangenen Samstag Anzeichen einer Entspannung gegeben. Der britische Außenminister Jeremy Hunt stellte eine Freigabe des Schiffes in Aussicht, sollte der Iran zusichern, dass die Ladung nicht für Syrien bestimmt sei. Nach Angaben des Branchendienstes "Lloyd's List" stammt das Rohöl an Bord der "Grace 1" aus dem Iran. Der Supertanker fährt laut der Datenbank BalticShipping.com unter der Flagge Panamas. Eigner soll die Russian Titan Shipping Lines aus Dubai in den Vereinigten Arabischen Emiraten sein, die nur dieses Schiff betreiben soll. (tom)

Update, 19.7.2019, 08.15 Uhr: Iran weiß von nichts. Zumindest nichts davon, dass die Mannschaft eines amerikanischen Marineschiffes eine iranische Drohne abgeschossen hat. Irans Vizeaußenminister Abbas Araghchi ist ganz im Gegenteil sogar der Meinung, dass die USA „irrtümlich“ eine eigene Drohne über der Straße von Hormus abgeschossen haben könnten.

„Wir haben keine Drohne verloren, weder in der Straße von Hormus noch anderswo", schrieb Araghschi auf Twitter. Bereits am Donnerstag hatte der iranische Außenminister Mohammed Dschawad Sarif gesagt, er habe „keine Information über den Verlust einer Drohne am heutigen Tag“.

Update, 19.7.2019, 5.15 Uhr: Erneuter Zwischenfall in der Golfregion: Die USA haben nach eigenen Angaben eine iranische Drohne über der Straße von Hormus abgeschossen. Die Mannschaft eines US-Marineschiffs zerstörte nach Angaben von Präsident Donald Trump am Donnerstag in der Meerenge eine iranische Drohne. Viele Details blieben aber zunächst unklar, zumal die iranische Seite den Vorfall nicht bestätigte. Außenminister Mohammed Dschawad Sarif erklärte am Sitz der Vereinten Nationen in New York, der Iran habe keine Informationen über den Verlust einer Drohne.

Drohne soll Marineschiff gefährlich worden sein

Trump sagte in Washington, die Drohne sei dem Marineschiff USS Boxer sehr nahe gekommen und habe die Sicherheit des Schiffes und seiner Crew gefährdet. Mehrere Aufforderungen, die Drohne zurückzuziehen, seien ignoriert worden. Sie sei daraufhin sofort zerstört worden.

Der US-Präsident wirkte am Donnerstag zurückhaltend in seiner Rhetorik, als er die Öffentlichkeit über den Vorfall unterrichtete. Trump sprach davon, dass sich die Mannschaft des Schiffs verteidigt habe. „Es ist die jüngste von vielen provozierenden und feindlichen Aktionen des Irans gegen Schiffe, die in internationalen Gewässern operieren.“ Die USA behielten sich das Recht vor, ihre Interessen, Einrichtungen und Mitarbeiter zu verteidigen. Trump forderte andere Länder auf, Irans Vorgehen zu verurteilen. Von scharfen Drohungen an die Adresse Teherans sah er aber ab.

Aus dem Pentagon hieß es, der Vorfall habe sich am Donnerstag gegen 10 Uhr (Ortszeit) ereignet. Das Schiff habe sich in internationalen Gewässern befunden, als sich die Drohne genähert habe. Es befinde sich nun im Persischen Golf. Nicht äußern wollte sich das US-Verteidigungsministerium dazu, wie die Drohne zerstört worden sei - ob sie abgeschossen wurde oder durch Störsender unbrauchbar gemacht wurde. Ein Vertreter des US-Militärs wollte auch keine Angaben dazu machen, ob es sich um eine bewaffnete Drohne handelte.

Update, 2.7.2019, 06.58 Uhr: Die USA haben den Iran aufgefordert, die Anreicherung von Uran zu stoppen. „Das iranische Regime hat neue Schritte ergriffen, um seine nuklearen Bestrebungen voranzubringen“, kritisierte US-Außenminister Mike Pompeo am Montag (Ortszeit). 

Der Iran „nutzt weiterhin sein Atomprogramm, um die Internationale Gemeinschaft zu erpressen und die regionale Sicherheit zu bedrohen.“ Kein Atomabkommen dürfe dem Iran jemals erlauben, Uran anzureichern. US-Präsident Donald Trump sagte über die Führung in Teheran: „Sie wissen, womit sie spielen, und ich denke, sie spielen mit dem Feuer.“

Iran überschreitet Obergrenze an Uranvorräten 

Pompeo teilte mit, die USA wollten ein neues, umfassendes Abkommen mit dem Iran aushandeln, „um seine Bedrohungen für internationalen Frieden und Sicherheit zu beseitigen. Solange der Iran Diplomatie weiterhin ablehnt und sein Atomprogramm ausbaut, werden wirtschaftlicher Druck und diplomatische Isolation stärker werden.“ Nach Angaben der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) vom Montag hat der Iran erstmals die Obergrenze seiner niedrigangereicherten Uranvorräte überschritten. 

Die IAEA teilte in Wien mit, IAEA-Chef Yukiya Amano habe den Gouverneursrat der UN-Behörde entsprechend informiert. Nach dem Wiener Atomabkommen liegt die vorgeschriebene Obergrenze bei 300 Kilogramm. 

Update, 26.6.2019, 15:38 Uhr: Donald Trump hat den Einsatz von Bodentruppen im Falle eines Angriffes der USA auf den Iran ausgeschlossen. In einem Interview mit dem Sender Fox Business sagte Trump am Mittwoch, er wolle keinen Krieg mit dem Iran. Sollte es aber doch dazu kommen, sei sein Land in einer „sehr starken Position“, so dass ein solcher Krieg „nicht lange dauern“ werde und keinen Einsatz am Boden erfordere.

Donald Trump spricht von Auslöschung des Iran

Update, 26.06.2019, 07.00 Uhr: Im Konflikt zwischen dem Iran und den USA bleiben beide Seiten unnachgiebig. Der iranische Präsident Hassan Ruhani bekräftigte, dass es ohne ein Ende der US-Sanktionen gegen sein Land keine Lösung im Konflikt mit Washington geben werde – auch nicht im militärischen Bereich. „Unsere Streitkräfte werden auch weitere Aggressionen der USA gegen unsere Grenzen erneut konsequent erwidern, wie beim Abschuss der US-Drohne“, erklärte Ruhani nach Angaben des iranischen Präsidialamts in einem Telefonat mit seinem französischen Kollegen Emmanuel Macron.

US-Präsident Donald Trump warnte die iranische Führung derweil vor verheerenden Folgen. „Jeder Angriff des Irans auf irgendetwas Amerikanisches wird mit großer und überwältigender Stärke beantwortet werden“, schrieb er auf Twitter. „In einigen Bereichen wird überwältigend Auslöschung bedeuten.“ Später schien sich Trump dann wiederum erneut offen für Gespräche zu zeigen. Wenn der Iran bereit sei, müsse er sich melden, sagte der US-Präsident vor Journalisten. Als ein Reporter daraufhin fragte, ob er damit Verhandlungen meine, entgegnete Trump, was auch immer der Iran tun wolle, er sei bereit.

Update, 22.06.2019, 21:35 Uhr: Trump: Neue „bedeutende“ Sanktionen gegen Iran ab Montag, schrieb Trump am Samstag im Kurzbotschaftendienst Twitter, ohne weitere Details zu Art und Umfang zu nennen. Zuvor hatte er dem Iran vor Journalisten im Weißen Haus erneut wirtschaftliche Entwicklung in Aussicht gestellt, sollte die Führung in Teheran dauerhaft auf Atomwaffen verzichten.

8.30 Uhr: Der Konflikt zwischen den USA und dem Iran eskaliert weiter. Jetzt schickt Donald Trump rund 1000 weitere Soldaten in den Nahen Osten. Die Soldaten würden zu „Verteidigungszwecken“ in die Region entsandt, teilte der amtierende US-Verteidigungsminister Patrick Shanahan in Washington mit. Shanahan betonte zugleich: „Die Vereinigten Staaten streben keinen Konflikt mit dem Iran an.“

In Shanahans Mitteilung hieß es, die jüngsten iranischen Angriffe bestätigten Geheimdienstinformationen über das feindselige Verhalten der iranischen Streitkräfte und mit ihnen verbündeter Gruppen. Mit der Entsendung der zusätzlichen Truppen sollten US-Soldaten und nationale Interessen der USA in der Region geschützt werden.

Tanker-Explosionen im Golf von Oman: Reederei hat erste Erkenntnisse

Update, 15.6.2019, 11:30 Uhr: Die norwegische Reederei eines der beiden mutmaßlich angegriffenen Öltanker im Golf von Oman, „Front Altair“, schließt mechanisches oder menschliches Versagen als Ursache für die Explosion aus. Was die Detonation ausgelöst habe, sei nach wir vor nicht bekannt und werde untersucht. Solange es keine weiteren Informationen gebe, werden die Reederei „extreme Vorsicht“ bei Transportaufträgen in der Golfregion walten lassen.

Update, 15.6.2019, 8:15 Uhr: Nicht nur die USA unter Donald Trump, auch Großbritannien macht den Iran für den Angriff auf die beiden Öltanker im Golf von Oman verantwortlich. Teheran stecke nach Einschätzung seiner Regierung mit „an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit“ hinter den Attacken, erklärte der britische Außenminister Jeremy Hunt.

UN-Generalsekretär Antonio Guterres forderte, es müsse herausgefunden werden, wer für die Explosionen an Bord der beiden Schiffe verantwortlich sei. „Es ist sehr wichtig, die Wahrheit zu erfahren“, sagte er. Es sei Aufgabe des UN-Sicherheitsrats, solche Ermittlungen in die Wege zu leiten.

Russland verurteilte die Vorfälle und verlangte eine „gründliche internationale Untersuchung“. Es dürften keine „voreiligen Schlüsse“ gezogen werden, erklärte das Außenministerium in Moskau. Auch die Bundesregierung forderte eine eingehende Untersuchung. Über die Urheberschaft habe Berlin „keine eigenen Erkenntnisse“, sagte Vize-Regierungssprecherin Ulrike Demmer.

Der Grünen-Politiker Omid Nouripour forderte eine internationale unabhängige Untersuchung. „Es geht hier um den Schutz der freien Schifffahrt in internationalen Gewässern“, sagte der Obmann der Grünen im Auswärtigen Ausschuss des Bundestags. „Es geht aber auch darum, einen verheerend Krieg zu verhindern, bevor vorschnelle Urteile die Situation eskalieren lassen.“

Update, 14.6.2019, 19.00 Uhr: Die Furcht vor einer militärischen Eskalation in der Golfregion wächst. Jetzt hat US-Präsident Trump bekräftigt, dass die USA den Iran für den Urheber der mutmaßlichen Angriffe auf zwei Tanker im Golf von Oman halten. „Sie haben es getan“, sagte Trump in einem Telefoninterview des Senders Fox News. „Nun ja, der Iran hat es getan, und sie haben es, wissen Sie, getan, weil man das Schiff gesehen hat“, sagte er mit Blick auf ein Video, das die USA am Vortag zur Verfügung gestellt hatten. Und er fügte hinzu: „Sie wollten nicht, dass Beweise zurückbleiben.“

Das Video soll die US-These einer iranischen Urheberschaft bestätigen, liefert tatsächlich jedoch keine Beweise. Es soll zeigen, wie iranische Kräfte eine Magnetmine von einem der Schiffe entfernen. Die Bilder stammen von einem Zeitpunkt nach den Explosionen. Fox News berichtete anschließend unter Berufung auf das US-Verteidigungsministerium, es gebe Hinweise, dass eine der beiden Tanker-Besatzungen zunächst von einem Handelsschiff gerettet, dann aber von iranischen Kräften übernommen worden sei. 

Bekannt ist, dass die Besatzung des beschädigten Tankers „Front Altair“ von dem Schiff „Hyundai Dubai“ aufgenommen und Iranern übergeben wurde. Die Besatzung gab dem iranischen Fernsehen ein Interview, in dem sie die Iraner lobte. Ihre Aussagen ließen keinen Rückschluss auf die möglichen Urheber der Angriffe zu.

Kriegsflüsterer John Bolton

Irans Außenminister Mohammed Dschawad Sarif warf den USA seinerseits vor, die Vorfälle als Vorwand zu nehmen. „Mit einem Fetzen an Indizien haben die USA sofort den Iran beschuldigt ... damit ist klar, dass das amerikanische B-Team auf Plan B und auf Sabotage-Diplomatie umgeschaltet hat“, schrieb Sarif auf Twitter. Mit dem B-Team meint Sarif die Mannschaft von US-Sicherheitsberater John Bolton, der nach Ansicht Teherans einen Regimewechsel im Iran plant und dafür sogar einen militärischen Konflikt provozieren würde.

Ölpreis bleibt bisher stabil 

Die jüngsten Zwischenfälle können nach Einschätzung des Mineralölwirtschaftsverbandes höhere Kraftstoffpreise für Autofahrer zur Folge haben. Nach Einschätzung des Rohstoffexperten Frank Schallenberger von der Landesbank Baden-Württemberg bleiben die Folgen einzelner Angriffe auf Öltanker aber begrenzt. Sie könnten die Ölpreise auf dem Weltmarkt nur für kurze Zeit nach oben treiben, bisher bleibt der Ölpreis stabil.

Sollten die politischen Spannungen in der Region jedoch eskalieren und zu einer Sperrung der Meerenge führen, wäre dies „eine Katastrophe für den weltweiten Ölhandel“, sagt Schallenberger. Dann können die Ölpreise 10 bis 15 US-Dollar je Barrel nach oben schießen.

Volker Perthes ist besorgt

Derweil zeigt sich Volker Perthes, Direktor der Stiftung Wissenschaft und Politik, besorgt über die Folgen des Konfliktes zwischen den USA und Iran. „Es könnte einen Krieg aus grober Fahrlässigkeit geben“, sagte Perthes in einem FR-Interview.

Erstmeldung, 28.4.2019, 21.45 Uhr: Der Streit zwischen den USA und dem Iran nimmt an Schärfe zu. Der Druck, den Donald Trump aufbaut, wird zusehends größer, doch der Iran will sich Trump nach den Worten von Außenminister Mohammed Dschawad Sarif nicht beugen. Trumps Vorhaben sei „zum Scheitern verurteilt“, sagte Sarif dem US-Sender Fox News. 

Vor wenigen Tagen hatten die USA angekündigt, den Druck auf Teheran noch weiter zu erhöhen: Ab Anfang Mai gelten die Ölsanktionen der USA gegen den Iran ohne jede weitere Ausnahmeregelung für bestimmte Staaten. „Das ist schlicht und einfach Nötigung“, sagte Sarif. „Niemand ist glücklich darüber, dass die Vereinigten Staaten versuchen, dem Rest der Internationalen Gemeinschaft ihren Willen aufzuzwingen.“ Diese Politik sei gegen die Menschen im Iran gerichtet. „Sie wollen Druck auf das iranische Volk ausüben, damit es gegen die Regierung aktiv wird.“ Das werde nicht passieren. Stattdessen würden die Iraner in ihrer Entschlossenheit bestärkt, dem Druck nicht nachzugeben.

(cs/dpa/afp)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare