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Boris Johnson war einer der maßgeblichen Betreiber des Brexit-Referendums und trat später als Außenminister in das Kabinett May ein. Nun tritt er zurück.

Brexit

Außenminister Boris Johnson schmeißt hin

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Großbritanniens Premierministerin Theresa May laufen die Kabinettsmitglieder davon: Nach Brexit-Minister David Davis tritt auch der strikte Brexit-Befürworter und Außenminister Boris Johnson zurück.

Boris Johnsons Demission kam am Montagnachmittag überraschend – aber eigentlich vornehmlich, weil er all die Stunden zuvor nichts von sich gegeben hatte. Diese Zeit hatte der flamboyante Tory ganz dem farbloseren Abgeher David Davis überlassen. Und den Soundbites von scharfen EU-Feinden, taktisch abwägenden Labour-Oppositionellen und um brauchbare Analysen bemühten Experten und Journalisten. Gegen 16 Uhr aber ließ der Außenminister des Kabinetts May die Bombe platzen.

Nach Davis und dessen beiden Vizes im Amt wollte auch Johnson den am Freitag vereinbarten „weichen Brexit“ nicht mittragen und trat zurück. Johnson gab vor, er habe sich die ganze Zeit über beraten, bis er zu diesem Schluss kam. Das erscheint zumindest zweifelhaft angesichts der Impulsivität, für die Johnson bekannt und berüchtigt ist. Wie dem auch sei, an politischen Schwergewichten, die für den „harten Brexit“ fechten, ist im Kabinett nur noch Michael Gove verblieben – ein Ex-Journalist, dem das Tory-Establishment wenig bis überhaupt nicht traut. Ob Johnson nun Premierminister May den Posten streitig machen will, ist unklar.

Donald Tusk, Präsident des EU-Parlaments fasst die in der Mehrheit resignierende Sicht der Außenwelt auf die britischen Vorgänge in einer Kurznachricht via Twitter zusammen: „Politiker kommen und gehen, aber die Probleme, die sie den Menschen bereitet haben, bleiben. Ich kann nur bedauern, dass die Idee des Brexit nicht zusammen mit Davis und Johnson uns verlassen hat. Aber … wer weiß?“

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