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Tucker Carlson

Ausschreitungen in Washington: Vertraute von Donald Trump planten den Protestmarsch aufs Kapitol

  • Tim Vincent Dicke
    vonTim Vincent Dicke
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Am 6. Januar stürmten Anhänger von Donald Trump das Kapitol. Unterlagen machen jetzt deutlich, wer hinter der Protestkundgebung steckt, bei der Trump auftrat.

  • Fans des abgewählten US-Präsidenten Donald Trump stürmen das Kapitol – fünf Menschen sterben.
  • Alexandria Ocasio-Cortez verbarrikadierte sich während der Randale im Kapitol. Der Moderator Tucker Carlson macht sich live auf „Fox News“ über die linke Politikerin lustig.
  • Unterlagen zeigen jetzt, dass es ehemalige Mitarbeiter:innen des Kampagnenteams von Donald Trump waren, welche die Protestkundgebung in Washington am 6. Januar 2021 organisierten.

Update vom Montag, 18.01.2021, 11.15 Uhr: Dass seine treuen Anhänger:innen ganz von sich aus den Protest in der US-Hauptstadt Washington geplant haben, würde den begeisterten Populisten Donald Trump in seiner Anti-Establishment-Haltung sicher nur bestärken. Wie die Nachrichtenagentur Associated Press jetzt berichtet, waren es aber vor allem ehemalige Mitglieder von Trumps Kampagnenteam, die im Hintergrund der Großversammlung von Trump-Fans am 6. Januar 2021 die Strippen zogen.

Zehntausende Trump-Getreue nahmen am 6. Januar an der „Save America“-Kundgebung vor dem Weißen Haus teil, bei welcher der abgewählte Präsident selbst sowie sein wichtigster Anwalt Rudy Giuliani sprachen. Die aufstachelnden Reden sollen einen entscheidenden Beitrag zur anschließenden Erstürmung des US-Parlaments geliefert haben.

Donald Trump bei der „Save America“-Kundgebung am 6. Januar 2021 in Washington, D.C.

Enge Verbindungen zwischen Kampagnenteam von Trump und Veranstalter:innen der Kundgebung

Organisiert hat die Protestveranstaltung die Gruppe „Women for America First“, wie aus Unterlagen des National Park Services hervorgeht Die Bundesbehörde verwaltet den Park „The Ellipse“ in Sichtweite des Weißen Hauses, auf dessen Rasen Trump-Fans am 6. Januar zusammenkamen. Die politische Gruppierung hat zwar keine direkten Verbindungen zum Kampagnenteam von Donald Trump, setzte aber mehrere Menschen auf die Liste der Organisator:innen, die nur „Wochen zuvor Tausende Dollar“ vom Kampagnenteam für Wahlkampf-Aktivitäten erhalten hatten, so berichtet Associated Press.

Das Kampagnenteam von Donald Trump betont in einem Statement, es habe die Veranstaltung weder organisiert noch finanziert. Associated Press kommt auf Grundlage ihrer Recherchen zum gleichen Schluss – zeigt aber auch, dass mindestens eine als Organisatorin der Protestkundgebung gelistete Person noch im Januar auf dem Gehaltszettel der Trump-Kampagne gestanden hatte.

Ausweislich Gehaltsprotokollen arbeitete im November 2020 noch Maggie Mulvaney für die Wiederwahl Trumps, um am Tag der Erstürmung des Kapitols dann als „VIP Lead“ bei der Protestveranstaltung gelistet zu werden. Sie ist eine Nichte des ehemaligen Staabschefs im Weißen Haus, Mick Mulvaney, der einen Tag nach den Ausschreitungen in Washington von seinem Posten als Sonderbeauftragter für Nordirland zurücktrat.

Ausschreitungen in Washington – Fox News-Moderator lacht über Todesangst: „Dachte, ich würde sterben“

Erstmeldung vom Samstag, 16.01.2021, 20.16 Uhr: Washington D.C. – Die Ausschreitungen in Washington sowie die Stürmung des Kapitols von Fans des abgewählten US-Präsidenten Donald Trump haben weltweit für Bestürzung gesorgt. Auf Fox News, Trumps ehemaligen Lieblingssender, macht man sich derweil über demokratische Abgeordnete, die zum Zeitpunkt der Krawalle im Kongressgebäude waren, lustig.

Fox News-Moderator Tucker Carlson, ein glühender Anhänger von Donald Trump, verspottete am Donnerstagabend (14.01.2021, Ortszeit) die demokratische Abgeordnete Alexandria Ocasio-Cortez, weil sie während den Ausschreitungen Angst um ihr Leben hatte. Das scheint für Carlson auch kein Problem zu sein – er bezeichnete die linke Politikerin als „geistlosen kleinen totalitären Schwachkopf“.

Moderator Tucker Carlson macht sich auf Fox News über die demokratische Abgeordnete Alexandria Ocasio-Cortez lustig – weil sie während der Ausschreitungen im Kapitol Todesangst hatte. (Archiv)

Fox News: Tucker Carlson macht sich nach Ausschreitungen in Washington über Alexandria Ocasio-Cortez lustig

Der Moderator des konservativen TV-Senders lachte sich über die Aussage von Ocasio-Cortez, dass viele Abgeordnete und Mitarbeitende im Kapitol während der gewalttätigen Ausschreitungen „nur knapp dem Tod entkamen“. Zur Erinnerung: In der US-Bundeshauptstadt kamen fünf Menschen ums Leben, darunter ein Polizist – die verheerenden Szenen gingen um die Welt, Fans von Donald Trump gingen mit Brutalität und Gewalt vor.

„Nur knapp dem Tod entkommen!“, imitierte Tucker Carlson, Alexandria Ocasio-Cortez. „Wenn das Erschütterndste, was man im Leben getan hat, das Bestehen des Soziologie-Studiums an der Boston University ist, ist jeder Tag ein neues Drama“ so der Moderator live auf Fox News.

„Sandys Herz schlägt immer noch schnell“, fügte er hinzu und bezog sich dabei auf ihren Spitznamen aus Kindheitstagen. „Sie mag die Polizisten jetzt – trotz der Tatsache, dass sie weiße Rassisten sind“, bemerkte er ironisch. „Was für einen Unterschied ein Tag macht.“

Fox News spottet über linke Politikerin, weil sie Todesangst im Kapitol hatte

Alexandria Ocasio-Cortez hatte in der Vergangenheit die Polizei kritisiert, insbesondere nach dem Todesfall von George Floyd. Der Afroamerikaner kam bei einem brutalen Polizeieinsatz ums Leben. Floyds Tod führte landesweit zu anhaltenden Protesten gegen Polizeigewalt und Rassismus.

Ihre Erfahrungen im Kapitol während der Unruhen beschrieb die Politikerin in einem Livestream auf Instagram. Dort sagte sie: „Ich dachte, ich würde sterben.“ Die Ausschreitungen seien für die 31-Jährige „traumatisierend“ gewesen. „Ich wusste nicht, ob ich es bis zum Ende des Tages lebendig herausschaffen würde“, so Ocasio-Cortez

Alexandria Ocasio-Cortez: Donald Trump eine „aktive Bedrohung für jeden einzelnen Amerikaner“

Republikanische Kollegen:innen rief sie dazu auf, Donald Trump des Amtes zu entheben. Auch Konservative sollten für die Entmachtung des scheidenden US-Präsidenten stimmen, „weil er eine aktive Bedrohung für jeden einzelnen Amerikaner ist.“

Alexandria Ocasio-Cortez teilte ihre Erfahrungen nach den Ausschreitungen in Washington auf Instagram. (Archivfoto)

Nancy Pelosi, Vorsitzende des US-Repräsentantenhauses, sprach sich ebenfalls für das vorzeitige Ende von Donald Trump aus. „Er muss gehen“, sagte Pelosi. „Er ist eine eindeutige und gegenwärtige Gefahr für die Nation, die wir alle lieben.“ Der US-Präsident habe „zu diesem Aufruhr, zu dieser bewaffnete Rebellion gegen unser Land angestiftet“, so Pelosi. (Tim Vincent Dicke)

Rubriklistenbild: © BRENDAN SMIALOWSKI

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