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Ausgeleierte Haubitzen

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Von: Peter Rutkowski

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Kritik an der deutschen Technik

Verschleißerscheinungen also. Berichtet das Magazin „Der Spiegel“. Wodurch die Meldung über Kritik von der ukrainischen Front über die justament gelieferten und schon im Volleinsatz befindlichen Panzerhaubitzen 2000 von Kraus-Maffei Wegmann und Rheinmetall zumindest in Redaktionsstuben nochmal etwas ernster genommen wird.

Der Fakt an sich ist ja auch bedenklich: Nach nur einen Monat im Einsatzgebiet klagen ukrainische Artilleristen, manche ihrer „2000er“, respektive deren Geschützcomputer meldeten teilweise Fehler beim Beschuss der ausgewählten Ziele. Mitte der Woche soll die Regierung in Kiew das Verteidigungsministerium in Berlin darüber informiert haben, dass nun einige der Haubitzen reparaturbedürftig seien. Was nach vier Wochen Einsatz nicht gerade ein Zeichen für Qualität ist.

Mit der Qualität von Waffen ist das aber so eine Sache. Kaum ein anderes Gerät wird derartigen – explosiv auftretenden – Belastungen ausgesetzt. Der Verschleiß setzt also früher als bei anderen Apparaturen ein, naturgemäß. Und dann ist da der Unterschied zwischen der Waffenschmiede und dem Schlachtfeld. Man muss wohl davon ausgehen, dass Rüstungsbetriebe (und in diesem Fall die Erstabnehmerin Bundeswehr) neue Waffen unter allen möglichen Bedingungen prüfen. Aber auch die umfänglichste Prüfung – ähnlich wohl durchdachten Plänen – hält dem ersten Kontakt mit der Realität nicht stand.

Die schon von Werk aus hohe Feuergeschwindigkeit der Haubitze wird durch die schiere Einsatznot von den Ukrainern im Gefecht weit über alle bekannte Gebühr hinausgetrieben. Die komplette Anlage wird durch das Schießen erhitzt, im Dauerbetrieb ist Abkühlen unmöglich. Das Rohr, der Lademechanismus und manches andere kann daran Schaden nehmen. Kleine Fehler übersetzen sich dann in große Fehler. Aber Fehler jedweder Größe – und diese begannen offensichlich schon im Konstruktionsbüro – können für die Ukrainer tödlich enden. mit afp

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