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Ganztagsschulen gehörten zu den zentralen Projekten der Koalition.

Ganztagsschulen

Ausbau muss warten

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Die Koalition streicht Geld für eines ihrer zentralen Projekte: die Ganztagsschulen.

Union und SPD verschieben eines ihrer zentralen Projekte aus dem Koalitionsvertrag: den Ausbau von Ganztagsschulen und der Hortbetreuung für Grundschüler. Nach Informationen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND) hat Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) die eigentlich für dieses Programm eingeplanten zwei Milliarden Euro wieder aus der Haushaltsplanung für 2019 gestrichen. Der Betrag war in dem im Sommer vom Bundeskabinett beschlossenen Etatentwurf noch in Form einer „globalen Mehrausgabe“ vorgesehen. Dieser Posten ist in der Fassung, die bei der sogenannten Bereinigungssitzung des Bundestags-Haushaltsausschusses an diesem Donnerstag beschlossen werden soll, nicht mehr enthalten.

Der Ausbau von ganztägigen Bildungs- und Betreuungsangeboten für Kinder im Grundschulalter ist insbesondere ein Anliegen der SPD. Im Koalitionsvertrag sind dafür für die gesamte Legislaturperiode Ausgaben des Bundes von zwei Milliarden Euro vorgesehen. Ein Aufschub des Projektes ist kritisch: Denn bis zum Jahr 2025 soll das Ganztagesangebot durch einen Rechtsanspruch für Eltern und Kinder garantiert werden.

Voraussetzung dafür, dass der Bund den Schulen bei Investitionen unter die Arme greifen kann, ist allerdings eine Grundgesetzänderung. Mit ihr soll das seit der Föderalismusreform von 2006 bestehende Kooperationsverbot, das die Mitwirkung des Bundes bei Bildungsaufgaben begrenzt, weiter gelockert werden. Für die Änderung benötigt die große Koalition eine Zweidrittelmehrheit im Bundestag, über die sie jedoch nicht verfügt. Daher sind Union und SPD auf die Stimmen von FDP und Grünen angewiesen. Den Oppositionsparteien gehen die Pläne der Koalition aber nicht weit genug. Sie wollen das Kooperationsverbot nicht nur lockern, sondern ganz kippen. Dagegen sperrt sich insbesondere die Union.

Offenbar geht Scholz davon aus, dass eine Einigung nicht so schnell zu erreichen ist. Daher wurden die für das kommende Jahr eingeplanten Mittel für den Ganztagsausbau wieder gestrichen. Für die Haushaltsplanung hat das aber auch Vorteile: Der Spielraum für andere Ausgaben steigt entsprechend. Scholz hatte bereits angekündigt, mehr Geld für die Entwicklungshilfe und die Verteidigung bereitzustellen. Das ergibt sich auch aus seiner Vorlage für die Bereinigungssitzung im Bundestag, die dem RND vorliegt. Danach soll das Entwicklungsministerium 260 Millionen Euro mehr bekommen als ursprünglich geplant; für das Verteidigungsministerium ist für das nächste Jahr ein Plus von 320 Millionen Euro vorgesehen.

Keine neuen Schulden

Nach der Bereinigungssitzung, bei der letzte Änderungen vorgenommen werden, soll der Haushalt für 2019 Ende November endgültig vom Bundestag beschlossen werden. Er sieht Ausgaben von knapp 360 Milliarden Euro vor. Neue Schulden sollen nicht aufgenommen werden. Vielmehr steigen die Reserven weiter: Die Asylrücklage, die im laufenden Jahr erneut nicht angetastet wird, dürfte von 24 auf deutlich über 30 Milliarden Euro anwachsen. Das liegt daran, dass die Haushaltsüberschüsse des laufenden Jahres in diese Rücklage fließen müssen. Erwartet wird, dass der Bund das Haushaltsjahr 2018 mit einem Plus von bis zu zehn Milliarden Euro abschließt.

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