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Interne Kämpfe in Russlands Militärführung bremsen Truppen im Ukraine-Krieg aus

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Von: Caspar Felix Hoffmann

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In der russischen Militärführung soll ein Machtkampf toben. Präsident Putin und Verteidigungsminister Schoigu gelten Berichten zufolge als angezählt.

Frankfurt – Unstimmigkeiten in der russischen Militärführung führen zu Rückschlägen auf dem Schlachtfeld, berichtet Newsweek. Führende Persönlichkeiten in Russlands Militär kritisieren demnach weiterhin die Art und Weise, wie Präsident Wladimir Putin den Ukraine-Krieg führt. Innerhalb des Kremls zeichneten sich Risse und ein möglicher Machtkampf ab.

Bereits in den vergangenen Wochen hätten Putins langjährige Verbündete, darunter der tschetschenische Staatschef Ramsan Kadyrow und Jewgeni Prigoschin, der Gründer der russischen Söldner-Organisation Wagner Group, das russische Verteidigungsministerium und dessen Leiter Sergej Schoigu öffentlich kritisiert. Kadyrow und Prigoschin schienen sich gegenseitig zu unterstützen.

Putin mit Soldaten
Kremlchef Wladimir Putin beim Besuch eines militärischen Ausbildungszentrums in der Region Rjasan (20. Oktober). Dieses Foto wurde von der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Sputnik veröffentlicht. © Mikhail Klimentyev/Pool Sputnik Kremlin/AP/dpa

Machtkampf im Kreml: Kadyrow und Prigoschin üben Druck aus

Berichten zufolge unterstützten Söldner der Wagner-Gruppe von Prigozhin die russischen Truppen bei der Einnahme von Bakhmut, einer strategisch wichtigen Stadt in der Region Donezk im Osten der Ukraine. Newsweek schreibt dazu, dass Prigozhin wahrscheinlich „Hintergedanken“ bei der Entsendung von Truppen in die Region hat. Er sehe darin eine Gelegenheit, Verteidigungsminister Schoigu weiter zu untergraben und dem Kreml den Kampfwert der Wagner-Gruppe zu zeigen.

Prigoschin und Kadyrow hätten Schoigu zuletzt für eine Reihe katastrophaler Niederlagen verantwortlich gemacht, durch die sich die russischen Streitkräfte zurückziehen mussten – insbesondere infolge der Gegenoffensiven der Ukraine, bei denen die ukrainischen Truppen weite Teile des Territoriums im Süden und Nordosten zurückerobert hätten.

Kadyrow wiederholt seine Kritik an der russischen Militärführung

In einem Beitrag auf seinem Telegram-Kanal habe Kadyrow am Donnerstag (28. Oktober) erneut die russische Militärführung angegriffen – diesmal habe er den Kommandeur des Zentralen Militärbezirks, Generaloberst Alexander Lapin, scharf kritisiert.

Kadyrow habe Prigoschin in dem Posting erwähnt und ihn einen „lieben Bruder“ und „einen geborenen Krieger“ genannt. Er habe zudem geschrieben, dass „es notwendig ist, die Einschätzungen solcher Leute genau zu beachten, zuzuhören und Schlussfolgerungen zu ziehen“. (cas)

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