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Auf sicherem Boden

  • VonGerd Höhler
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Griechische Küstenwache rettet knapp 400 Asylsuchende in der Ägäis

Zwei Tage lang trieben sie an Bord eines Seelenverkäufers hilflos auf dem Mittelmeer. Seit Sonntag haben die knapp 400 Menschen und Besatzungsmitglieder des kleinen türkischen Frachters Vatha wieder sicheren Boden unter den Füßen. Schlepper zogen den Havaristen zur griechischen Insel Kos. Dort wurden 375 Menschen in ein Auffanglager für Asylsuchende gebracht. Sechs Personen, bei denen es sich mutmaßlich um die Besatzung handelt, kamen in Polizeigewahrsam. Gegen sie wird jetzt wegen Menschenschmuggels ermittelt.

Der altersschwache Frachter war mit den Menschen von der türkischen Küste unterwegs nach Italien. Am vergangenen Donnerstagmorgen versagte die Maschine, als sich das Schiff östlich der griechischen Insel Kreta befand. Die Besatzung sendete einen Notruf. Ein Passagier meldete sich von dem havarierten Frachter telefonisch bei der Hilfsorganisation Aegean Boat Report: „Wir alle kommen aus Afghanistan, wir sind Menschen, die Welt muss uns helfen, bitte helft uns!“

Die Bedingungen an Bord des Schiffes seien „dramatisch“, berichtete die Hilfsorganisation unter Berufung auf Passagiere. Die Menschen hätten nichts mehr zu essen und zu trinken, einige seien krank oder ohnmächtig, berichtete Aegean Boat Report. Fotos der griechischen Küstenwache zeigten Hunderte Menschen auf dem Deck des verbeulten Frachters.

Nach der Ankunft auf der Insel Kos wurden die Menschen im dortigen Auffanglager registriert, medizinisch untersucht und auf Covid-19 getestet. Sie müssen vorerst in Quarantäne bleiben. Über die Nationalität der Asylsuchenden machten die griechischen Behörden zunächst keine Angaben.

Athen beschuldigt Ankara

Schifffahrtsminister Giannis Plakiotakis sagte, Griechenland habe die Türkei aufgefordert, die Leute zurückzunehmen. Die türkischen Behörden hätten das aber verweigert, obwohl der Frachter unter türkischer Flagge fuhr und von der türkischen Küste abgelegt hatte, „offensichtlich mit Wissen der türkischen Küstenwache“, wie Plakiotakis meint. „Ein weiteres Mal weigert sich die Türkei, ihren Verpflichtungen gegenüber der Europäischen Union nachzukommen“, kritisierte der Minister. Er bezog sich damit auf die 2016 zwischen der EU und der Türkei geschlossene Flüchtlingsvereinbarung. Darin versprach die Türkei, irreguläre Migration in die EU zu unterbinden und Menschen, die dennoch zu den griechischen Inseln kämen, zurückzunehmen.

Im vergangenen Jahr ist die Zahl der Menschen, die über die Türkei nach Griechenland kommen, um 80 Prozent zurückgegangen. Nach Angaben der EU-Grenzschutzbehörde Frontex fiel die Zahl in den ersten acht Monaten dieses Jahres um weitere 33 Prozent. Der Rückgang ist vor allem auf schärfere Grenzkontrollen Griechenlands zurückzuführen. Aber immer wieder schicken Schleuser Menschen in unsicheren Booten auf die gefährliche Fahrt über die Ägäis. Erst am vergangenen Dienstag ertranken eine Frau und drei Kinder, als ein überladenes Flüchtlingsboot vor der Insel Chios unterging.

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