Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Attila Hildmann
+
Attila Hildmann ist auf der Flucht. (Archivbild)

Corona-Leugner und Antisemit

Attila Hildmann flieht aus Deutschland und schickt „sonnige Grüße aus der Türkei“

  • vonMirko Schmid
    schließen

Attila Hildmann ist auf der Flucht. Der Coronaleugner, der per Haftbefehl wegen Volksverhetzung gesucht wird, hat sich womöglich in die Türkei abgesetzt.

Berlin - Die Berliner Staatsanwaltschaft ermittelt bereits seit November gegen Attila Hildmann, der seine Karriere als Kochbuchautor und Gastronom scheints für einen viel beachteten und lautstarken verbalen „Kampf“ gegen die Corona-Maßnahmen der Bundesregierung an den Nagel gehängt hat. Nun teilen die Behörden mit, dass mit einer zeitnahen Vollstreckung des gegen ihn gerichteten Haftbefehls nicht zu rechnen sei.

Grund dafür: Hildmann, der gerne mit seinen Initialen kokettiert, hat sich offenbar in die Türkei abgesetzt, um sich womöglich einer Strafverfolgung zu entziehen. Unter anderem wirft die Berliner Staatsanwaltschaft Attila Hildmann Volksverhetzung, öffentliche Aufforderung zu Straftaten und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte vor. Schon vor Wochen war sein Haus durchsucht worden, im Rahmen ihrer Ermittlungen beschlagnahmte die Staatsanwaltschaft unter anderem Laptops und Mobiltelefone Hildmanns.

Attila Hildmann verbreitet antisemitische Hetze in seinem Telegram-Channel

Attila Hildmann vermittelte zunächst den Eindruck, nicht besonders beeindruckt von den gegen ihn laufenden Ermittlungen zu sein und provozierte weiter. Am 15. März etwa leugnete er in seinem Telegram-Kanal mit den Worten „Gab keine Gaskammern! Alles eine dreiste Lüge! Unglaublich wie die Juden rumlogen, einfach unglaublich“ in Versalien den Holocaust. Im vorangegangenen Beitrag heißt es: „Das Lügenmärchen hat sich auf jeden Fall für den Juden gelohnt!“

Die Staatsanwaltschaft, die seinen Telegram-Channel aufmerksam verfolgt, wird solcherlei Aufhetzungen zur Kenntnis genommen haben, zumal Hildmanns Telegram-Feed zu beachtlichen Stücken aus antisemitischer Hetze wie dieser besteht. Generell hat er den Fokus seiner zum Teil täglich dutzendfachen Mitteilungen inzwischen ein Stück weg von seiner weit hergeholten Corona-Kritik hin zu einem lupenreinen Antisemitismus verschoben.

Attila Hildmann bezeichnet sich als „politischen Flüchtling“

Kaum aus dem Staub gemacht, hält Attila Hildmann sich nun nach eigener Aussage für einen „politischen Flüchtling“, der „vor Juden flieht“. Doch wie gewohnt gibt es in Hildmanns Schattenreich auch Licht. Ganz besonders begeistert zeigt sich Attila Hildmann derzeit von Recep Tayyip Erdoğan, dem Präsidenten der Türkei. Der, so Hildmann, sei ein „Ehrenmann“ und ein „guter Mann“, den „sie in der EU hassen“ würden, weil er „die Wahrheit“ sage.

Außerdem, so fordert Hildmann, solle die Bundesrepublik doch „uns Türken erstmal die ganzen gesuchten Terroristen ausliefern, die dreiste Hetze gegen die Türkei und Erdoğan in den Medien unterlassen und die militärischen Provokationen an unserer Seegrenze sofort einstellen.“ Attila Hildmann bedient damit das Narrativ Erdoğans, der mit Erdgasbohrungen vor Zypern in griechischen Gewässern einen internationalen Konflikt verursacht hatte, den EU-Staatsoberhäupter und Politiker weithin scharf verurteilten.

Attila Hildmann feiert Recep Tayyip Erdoğan und nimmt Adolf Hitler in Schutz

Seinen Hang für Autokraten lebt Hildmann weiter aus. So zitiert er in seinem Telegram-Feed eine vermeintliche Mail an sich, in der es heißt: „Es ist völlig verständlich, dass du in der Türkei bist. (...) Ich hätte mir gewünscht, dass du aus Deutschland wieder ein stolzes Land gemacht hättest, wie Hitler damals.“ Das „Zitat“ (die Urheberschaft lässt Attila Hildmann ungeklärt) endet mit den Worten: „Heil Hildmann!“ Generell scheint Adolf Hitler es Hildmann besonders angetan zu haben. So nimmt er den Massenmörder und Kriegsverbrecher mit den Worten „Hitler hat nie gegen andere Länder gehetzt als gegen die Juden“ in Schutz. Seit dem 1. November findet sich das Suchwort „Hitler“ alleine 48 mal in Hildmanns Feed.

Augenscheinlich hat Hildmann trotz seiner Flucht vor in Deutschland geltenden Gesetzen seinen „Kampf“ noch nicht aufgegeben. In einem längeren Beitrag in seinem Telegram-Channel kündigt er aus seinem „Asyl“ an: „Ich komme wieder, wenn Deutschland frei ist, ich konnte nicht mehr tun als ich tat! Die Mehrheit belächelte meine Prophezeiungen oder bekämpfte mich und stand nicht geschlossen und loyal hinter mir!“ (Mirko Schmid)

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare