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Attila Hildmann: Nach monatelanger Suche in der Türkei aufgespürt

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Von: Nail Akkoyun

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Der in der Türkei untergetauchte Rechtsextremist Attila Hildmann wird per Haftbefehl gesucht - und nun offenbar gefunden.

Berlin/Kartepe – Der mit Haftbefehl gesuchte rechtsradikale Verschwörungserzähler Attila Hildmann ist nach einem Medienbericht in der Türkei aufgespürt worden. Nach monatelangen Recherchen hätten eine Gruppe von Hobby-Forschenden sowie Reporterinnen und Reportern des Magazins Stern Hildmann in der Stadt Kartepe, rund 100 Kilometer östlich von Istanbul, gefunden und mit ihm gesprochen, heißt es in dem Bericht.

Der Anführer der Hobby-Ermittelnden habe nach der Begegnung sofort das deutsche Generalkonsulat in Istanbul informiert und der Bundespolizei Hildmanns Adresse und das Nummernschild seines Autos mitgeteilt, berichtet der Stern.

Attila Hildmann: Fahndung in der Türkei

Die Berliner Staatsanwaltschaft wollte sich am Mittwoch zu dem Fall nicht äußern. Kürzlich war bekannt geworden, dass Hildmann nur die deutsche Staatsbürgerschaft besitzt. Die Berliner Staatsanwaltschaft hatte lange angenommen, er habe auch die türkische Staatsbürgerschaft und könne deswegen nicht ausgeliefert werden. Seit April sei der tatsächliche Status von Hildmann bekannt, die Fahndung wegen des internationalen Haftbefehls sei erweitert worden, hieß es kürzlich von der Staatsanwaltschaft.

Rechtsextremist Attila Hildmann während einer Corona-Kundgebung in Berlin im Mai 2020.
Rechtsextremist Attila Hildmann während einer Corona-Kundgebung in Berlin im Mai 2020. © Stefan Zeitz/Imago

Attila Hildmann: Rechtsextremist lebt offenbar im Westen der Türkei

Ob die Bundesregierung inzwischen ein Auslieferungsgesuch an die Türkei gestellt hat, ist nicht bekannt. Beteiligt sein sollen nach Medienberichten das Bundeskriminalamt, das Bundesamt für Justiz, das Auswärtige Amt sowie die türkischen Behörden. Hildmann wurde in West-Berlin als Kind türkischer Eltern geboren, wuchs aber bei deutschen Adoptiveltern auf.

Laut dem Bericht lebte Hildmann, der als veganer Kochbuchautor bekannt geworden war und dann rechtsextreme Verschwörungstheorien verbreitete, seit Sommer dieses Jahres in der türkischen Gemeinde Kartepe. Zuvor wohnte er demnach seit Herbst 2021 in Gömec, einem Küstenort im Westen der Türkei.

Haftbefehl gegen Attila Hildmann: Ermittelnde analysierten Fotos und Videos

Hildmann war im Dezember 2020 in die Türkei geflohen und wurde ab Februar 2021 mit einem internationalen Haftbefehl gesucht. Die Gruppe recherchierte demnach aufwendig im Internet und in Chatkanälen und analysierte von Hildmann gepostete Videos und Fotos, um ihn aufzuspüren. Der Stern begleitete die Gruppe, recherchierte nach eigener Darstellung parallel selber und gelangte so in eine abgeschottete Chatgruppe Hildmanns.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt seit längerem gegen Hildmann, der sich selbst als „ultrarechts“ und einen Verschwörungsprediger bezeichnet. Vorgeworfen wird ihm Volksverhetzung, außerdem besteht der erdachts der öffentlichen Aufforderung zu Straftaten und des Widerstands gegen die Polizei. (nak/dpa)

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