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Ehemalige Attila-Hildmann-Seite von Anonymous gesperrt.
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Ehemalige Attila-Hildmann-Seite von Anonymous gesperrt.

Anonymos Kollektiv

Nach Aktion gegen Attila Hildmann: Twitter sperrt Anonymous-Konto

  • Katja Thorwarth
    VonKatja Thorwarth
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Die Hacker-Gruppe Anonymous hat Mails des Rechtsextremen und Corona-Leugners Attila Hildmann gehackt – und wurde deshalb bei Twitter gesperrt.

Update vom Dienstag, 14.09.2021, 22.35 Uhr: Offenbar hat die Hacker:innen-Gruppe Anonymous mit einer Aktion gegen den rechtsextremen Vegan-Koch Attila Hildmann die Regeln der Social-Media-Plattform Twitter missachtet. Diese löschte am Montagabend das deutschsprachige Anonymous-Konto. Auf dem Profil befindet sich lediglich noch der Hinweis, dass das Konto gesperrt wurde.

„Es ist nicht erlaubt, private Informationen anderer Personen ohne deren Erlaubnis zu tweeten. Dazu gehören auch Inhalte, die illegal erworben oder gehackt wurden“, zitiert Spiegel Online die Erklärung eines Twitter-Sprecher.

Wenige Stunden vor der Sperrung hatten Anonymous Aktivist:innen Websites und Telegram-Kanäle von Hildmann übernommen und via Twitter über die sogenannte „Operation Tinfoil“ informiert. In einem Blogbeitrag auf der Anonymous-Website erklärten die Hacker:innen, ihnen lägen zahlreiche E-Mails von Hildmann vor und umschrieben mutmaßliche Inhalte aus diesen. Auch den Blogbeitrag bewarben sie via Twitter.

Attila Hildmanns letztes Kapitel? AnonLeaks löscht seine Kanäle und veröffentlicht private Daten

Erstmeldung vom Montag, 13.09.2021, 12.47 Uhr: Frankfurt - Attila Hildmann, einst aufstrebender Koch in der veganen Szene mit eigenem Restaurant, Merchandising und TV-Präsenz, ist seinem eigenen Corona-Wahn zum Opfer gefallen. Schon zu Beginn der Corona-Krise hatte er sich in einen atemberaubenden Verfolgungswahn hineingeschwurbelt, sich als „Hüter der Wahrheit in einer Welt der Lüge und Manipulation“ inszeniert und nicht wenige Anhänger:innen um sich geschart.

Viele hatten seiner Mär von der Diktatur Glauben geschenkt und in Kanzlerin Angela Merkel eine der Drahtzieherinnen des Bösen vermutet, die demnächst „als Führerin eines neuen europäischen kommunistischen Reichs nach dem Vorbild Chinas“ (A.H.) global die Puppen tanzen lässt. Die Versklavung des deutschen Volkes wurde als unausweichlich kommuniziert, wenn sich die breite Masse nicht Hildmann anschlösse in seinem Kampf für die Freiheit.

Attila Hildmann vom Vegankoch zum radikalen Antisemiten

Anfangs hatte Hildmann noch zu dem ein oder anderen Schenkelklopfer getaugt, etwa wenn er den bundesweiten Warntag 2020 am 10. September 2020 zum heimlichen Stichtag für einen zweiten Lockdown ausrief, an dem „Deutschland in 5-km-Sektoren unterteilt“ werde, oder den 15. Mai 2020 als den Tag prophezeite, an dem Deutschland zur Diktatur werde.

Mittlerweile ist den meisten bei Hildmann das Lachen vergangen. Auf seinem Telegram-Account - Twitter und Facebook haben ihn längst gesperrt - fand sich der widerwärtigste Antisemitismus in Kombination mit Hitler-Verherrlichung, der hier nicht wiederholt wird. Die Staatsanwaltschaft war eher zaghaft gegen ihn vorgegangen, zumindest konnte sich Hildmann in die Türkei absetzen und von dort aus operieren.

Anonymous: Sämtliche Seiten von Attila Hildmann nicht mehr erreichbar

Bis zum Montag (13.09.2021), denn das Hackerkollektiv Anonymous hat sämtliche Hildmann-Seiten gelöscht und mitgeteilt, zusätzlich Zugang zu seinen Kontakten, also Geschäftspartnern, Mitstreitern und auch Dominas, zu haben. Auch könnten sie mehr als 100.000 E-Mails einsehen. „Wir haben die Hildmann-Chroniken des Anonymous Kollektivs erneut geöffnet – um am finalen Kapitel über Attila Hildmann zu schreiben“ heißt es auf der Seite AnonLeaks unter der Headline „Attila Hildmann: The Final Chapter“.

Brisant ist, wer AnonLeaks die Hildmann-Inhalte geliefert haben soll: Sie selbst nennen ihn „Kai“; er soll Hildmanns Admin und „IT-Fuzzi“ gewesen sein und teilweise die Infrastruktur für seine Accounts aufgebaut haben. Dieser Kai habe dem Kollektiv „Attilas Welt“ offenbart und gleichsam seine Geschichte erzählt. Dies alles soll unter peniblen Vorsichts- und Prüfmaßnahmen stattgefunden haben: „Anons sind vorsichtige Leute“.

Hildmann-Admin wechselt die Seite und sammelt Daten

Auf deren Seite stellt „Kai“ sich als Verschwörungsgläubiger vor, der nicht in die Schublade des „Nazi“ gesteckt werden wolle. Bei Attila Hildmann habe er jedoch festgestellt, dass der schon länger auf seinen Geräten Hakenkreuz- und Hitler-Bilder und Texte zum Thema gespeichert habe. „Und letztendlich ist Attila auch für Kai tatsächlich ein Nazi“, heißt es auf AnonLeaks. Weshalb er sich bei Hildmann unersetzlich gemacht und Daten gesammelt habe - um dem Vegan-Koch das Handwerk zu legen, den er als sehr gefährlich einstuft.

Aus dieser Motivation heraus übergab „Kai“ dem Kollektiv „... die Zugangsdaten zu mehr als 20 Mail-Accounts der Domains attilahildmann.de und attilahildmann.com. Insgesamt konnten Anons so an die 100.000 Mails im Live-Betrieb aus Attilas Postfächern saugen. office@attilahildman.de, management@attilahildmann.de und viele mehr sind darunter“, heißt es auf anonleaks.de. Bekannt wurden Hildmanns Lieferanten, welche Hersteller trotz der antisemitischen und immer radikaler werdenden Eskapaden nicht absprangen, ebenso wie die Anwaltskorrespondenz.

Attila Hildmann übertrug seinem ITler die Verantwortung für seine Websites

Zudem habe man Beweise, dass sich bestimmte Personen mit öffentlichem Amt zur Mitarbeit in Hildmanns Chats bewarben, obwohl sie dies öffentlich leugneten. „Wir haben über 2000 Kontakte aus Attilas Adressbuch und wissen Bescheid über ‚Babsi Berlin xxx‘ und 25 andere mit xxx markierte Sexarbeiterinnen – Escorts, Dominas, Latex“, kurz: Die Einblicke in Attila Hildmanns Korrespondenz dürften sehr ergiebig sein.

Aktuell sind Hildmanns wichtigste Websites und Kanäle gelöscht, was mithilfe von „Kai“ gelang, dem die Verantwortung für die Seiten übertragen wurde - und zwar von Attila Hildmann selbst, der sich vor staatsanwaltschaftlichen Zugriffen schützen wollte. Ziel der ganzen Aktion sei, Hildmann die Reichweite zu nehmen.

Statt Attila-Hildmann-Inhalte Fake-Brief vom Vegan-Koch

Anstatt auf Hildmann-Inhalte zu gelangen, erscheint nun ein Video und ein Text, der den Ton Attila Hildmanns in Briefform persifliert. Darin heißt es etwa: „... In den letzten Stunden hat Anonymous meine Kanäle geschlossen, meinen Shop – war zu viel Adrenochrome im Matcha? -, meine Seiten vom Netz genommen und noch so einiges getan, was mir nicht gefällt. ... Ich werde mich jetzt in das wilde Kurdistan zurückziehen, mit Akira auf Ziegen starren und mir das ein oder andere Ayran genehmigen. Das nicht vegane. Denn das ist gesünder als Daisho. Wollte ich Euch nie sagen … aber nun …“

Nun fordern AnonLeaks olizei und Justiz dazu auf, die Hinweise ernst zu nehmen, obwohl das Vertrauen darauf, dass „Strafverfolgungsbehörden ein Interesse daran haben, Attila hinter Gitter zu bringen“ gesunken sein dürfte: „Wenn Polizei und Justiz in Berlin unsere Hinweise nicht Ernst nahmen, okay, aber wenn von Kai Hinweise ... eingereicht werden und dennoch keine Beachtung finden: epic, epic, epic Fail LKA, Polizei und Generalstaatsanwaltschaft Berlin.“ (ktho) 

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