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Attentat auf US-General

Oberbefehlshaber in Heidelberg mit Panzerfaust beschossen

Von unserer Mitarbeiterin Ursula Knapp

KARLSRUHE. Bei einem Attentat ist am Dienstagmorgen in Heidelberg der Oberbefehlshaber der US-Armee in Europa (USAREUR), General Frederick James Kroesen, leicht verletzt worden.Eine Großfahndung nach den Tätern, die den Dienstwagen des 58jährigen Generals auf der Fahrt von seiner Wohnung zum USAREUR-Hauptquartier mit Granaten und anderen Waffen beschossen, blieb zunächst ohne Erfolg.

Die Bundesanwaltschaft geht davon aus, daß das Attentat von Mitgliedern der 'Roten Armee Fraktion' verübt wurde. Dies sagte ein Sprecher der Behörde in Karlsruhe. Nach ersten Ermittlungen hätten die Täter das Fahrzeug des Generals mit einer Panzerfaust von vermutlich russischer Herkunft beschossen. Etwa 200 Meter Luftlinie vom Tatort entfernt wurde an einem Steilhang ein braunes Iglu-Sportzelt in einem Waldgebiet gefunden. Nach den Aussagen eines Zeugen soll unmittelbar nach dem Anschlag an diesem Steilhang eine Person an einem Seil hochgeklettert und geflüchtet sein. Beim Zelt wurde die Abschußvorrichtung für das Geschoß, die wohl auch russischer Herkunft ist, gefunden. Außerdem befand sich beim Zelt ein Funkgerät mit Antenne. Im Zelt selbst wurden Schlafsäcke sowie Proviant sichergestellt.

Für die Täterschaft der 'RAF' spricht nach Darstellung der Bundesanwaltschaft, daß im Oktober letzten Jahres in einer konspirativen Wohnung in Heidelberg gefundene Papiere sich mit Anschlägen auf US-Einrichtungen und US-Personal befaßten, und daß die 'RAF' sich zum Anschlag vom 31. August in Ramstein bekannt habe. Das Bundeskriminalamt habe für die Ermittlungen eine Sonderkommission gebildet.

Der Anschlag ereignete sich nach Angaben der Ermittlungsbehörden um 7.18 Uhr auf der Bundesstraße 37 in der Nähe der Heidelberger Karlsbrücke, als der Wagen des Generals an einer Verkehrsampel hielt. Dabei sei aus einer Entfernung von etwa 150 bis 200 Metern mit den Geschossen gefeuert worden, die das Heck des Wagens trafen und erheblich beschädigten. Außerdem wurden an dem gepanzerten Fahrzeug acht Einschüsse aus einer anderen Schußwaffe festgestellt. Die im Wagen befindliche Ehefrau des Generals, sein Adjutant Philip Odine und der deutsche Fahrer blieben bis auf leichte Schnittwunden unverletzt. General Kroesen erlitt leichte Verletzungen durch Glassplitter und ließ sich kurz im Heidelberger US-Militärhospital behandeln.

HANAU. General Kroesen flog noch am Dienstagvormittag wie vorgesehen zum Fliegerhorst Erlensee-Langendiebach bei Hanau (Hessen), um von dort aus das Herbstmanöver 'Certain Encounter' zu beobachten. 'Sie haben uns den Krieg erklärt', sagte Kroesen in Hanau, offensichtlich in Anspielung auf Terroristen Er wertete den Vorfall als nicht gegen sich persönlich gerichtet oder als örtliche Heidelberger Angelegenheit, sondern als ein Problem, 'das uns alle betrifft'. Wenn er die gegenwärtigen Sicherheitsvorkehrungen auch für ausreichend halte, schloß Kroesen doch verschärfte Maßnahmen für die Zukunft nicht aus.

FR vom 19. September 1981

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