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„Tut es für Deutschland“: Friedrich Merz mit Appell an die Grünen

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Von: Stefan Krieger

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CDU und FDP bekräftigen Forderung nach Laufzeitverlängerung wegen der Gas-Krise. Grüne kritisieren „Phantomdebatte“.

Berlin – CDU-Chef Friedrich Merz erneuerte die Forderung seiner Partei, eine Laufzeitverlängerung der drei verbliebenen deutschen Atomkraftwerke über das Jahresende hinaus zu ermöglichen. Angesichts der Energiekrise „sollten wir uns nicht die Möglichkeit nehmen, unsere Kraftwerke weiter laufen zu lassen, um damit Gas bei der Stromerzeugung einzusparen“, schrieb Merz in einem Gastbeitrag für die Bild am Dienstag.

Die Grünen müssten beim Thema Atomkraft über ihren Schatten springen. Es dürfe „keine Denkverbote“ geben. „Tut es für Deutschland“, appellierte Merz an die Grünen. Der CDU-Vorsitzende betonte zugleich, auch seine Partei wolle „das baldige Ende der alten Atomkraft in Deutschland“. In der aktuellen Lage dürfe sich das Land aber dieses Energieträgers aber nicht berauben.

Laufzeitverlängerung von AKWs: Grüne lehnen Forderungen ab

Die Grünen haben unterdessen die Forderungen seitens der Union und FDP nach einer Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke als „Phantomdebatte“ zurückgewiesen. „Die Bundesregierung hat längst geprüft, welche Energiealternativen zur Verfügung stehen“, sagte die stellvertretende Vorsitzende der Grünen-Bundestagsfraktion, Julia Verlinden, den Zeitungen der Mediengruppe Bayern vom Dienstag. „Eine Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke gehört nicht dazu.“

Es dürfe „keine Denkverbote“ geben, sagt Friedrich Merz.
Es dürfe „keine Denkverbote“ geben, sagt Friedrich Merz. © Kay Nietfeld/dpa

„Wer jetzt also das Revival der Atomkraft fordert, der führt eine Phantomdebatte, die uns nicht weiterhilft“, sagte Verlinden weiter. „Erdgas wird vor allem im Wärmesektor und in der Industrie eingesetzt. Atomstrom hilft uns da nicht.“

Laufzeitverlängerung von AKWs: FDP will Atomkraft als Option prüfen

Die FDP schlägt sich derweil auf die Seite der CDU. Der stellvertretende Vorsitzende der FDP-Fraktion im Bundestag, Lukas Köhler, bekräftigte die Forderung, die Atomkraft als Option zu prüfen. Sie könne „in einer akuten Notlage einen wichtigen Beitrag leisten“, sagte er der Mediengruppe Bayern. Die Politik dürfe sie „nicht einfach vom Tisch fegen“.

Köhler warf dem Bundeswirtschaftsministerium vor, im März diese Möglichkeit über „eine eher oberflächliche Prüfung“ ausgeschlossen zu haben. „Es wäre fatal, wenn Menschen in Deutschland frieren oder Arbeitsplätze verloren gehen, weil Gas wegen fehlender Alternativen für die Stromproduktion benötigt wird.“

In Deutschland sind noch drei Atomkraftwerke am Netz. Sie sollen zum Jahresende abgeschaltet werden. Wirtschaftsminister Robert Habeck und Umweltministerin Steffi Lemke (beide Grüne) argumentieren, dass eine längere Laufzeit „große wirtschaftliche, rechtliche und sicherheitstechnische Risiken“ mit sich bringe. Selbst die Betreiber lehnen einen weiteren Betrieb ab. (skr mit AFP/dpa)

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