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Atomkraftwerke in Deutschland: FDP will Laufzeit bis 2024

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Von: Moritz Serif

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Das Atomkraftwerk Isar 2 könnte länger betrieben werden.
Das Atomkraftwerk Isar 2 könnte länger betrieben werden. © Armin Weigel/dpa/picture alliance

Die FDP spricht sich erneut für eine längere Laufzeit von Atomkraftwerken aus. Bei SPD und Grünen gibt es weiterhin Sicherheitsbedenken.

Berlin – „Nicht nur Deutschland steht vor einer schweren Energiekrise, sondern ganz Europa“, sagte Christian Dürr, FDP-Fraktionschef, der Deutschen Presse-Agentur. Der Politiker spricht sich für eine Laufzeitverlängerung der verbliebenen Atomkraftwerke im Land aus.

„Wir müssen jederzeit in der Lage sein, Strom an unsere Nachbarn zu exportieren. Die Laufzeitverlängerung der deutschen Kernkraftwerke wäre daher ein wichtiges Zeichen der europäischen Verbundenheit. Wir sollten über den deutschen Tellerrand schauen und Rücksicht auf unsere Partner nehmen.“

Energiekrise: FDP will Atomkraftwerke bis 2024 betreiben

Der FDP schwebt eine Laufzeitverlängerung bis 2024 vor. „Das ist der Zeitraum, in dem uns Energieknappheit droht. Deshalb müssen wir dafür gewappnet sein“, sagte Michael Kruse, energiepolitischer Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion. SPD und Grüne lehnten einen Weiterbetrieb der Meiler anfangs noch ab, da es immer noch keine Lösung für die Lagerung des Atommülls gebe. Auch bestünden nach wie vor Sicherheitsbedenken, sagte SPD-Vorsitzende Saskia Eskens im ZDF-Morgenmagazin.

Kanzler Scholz will Stresstest abwarten

Bundeskanzler Olaf Scholz möchte einen zweiten Stresstest abwarten, den das Wirtschaftsministerium von Robert Habeck angekündigt hatte. Dabei untersucht die Behörde, ob der Stromsektor sicher versorgt werden und ob das Netz ohne Risiko betrieben werden kann – trotz gedrosselter Gaslieferungen aus Russland.

Die Ergebnisse kämen „in den nächsten Wochen“, sagte eine Sprecherin des Wirtschaftsministeriums. Der Wirtschaftsminister äußerte sich zu den abermals gedrosselten Gaslieferungen Russlands. „Wir sind in einer ernsten Situation. Es wird auch Zeit, dass das alle verstehen“, sagte er am Montagabend in den ARD-Tagesthemen.

Energiekrise: Deutschland muss den Gasverbrauch senken

Deutschland müsse den Gasverbrauch senken. „Daran arbeiten wir.“ Die Maßnahmen müssten konsequent weiter umgesetzt werden. Das Land müsse zusammenstehen und sagen: „Ja, Putin hat das Gas, aber wir haben die Kraft.“ Gazproms Erklärungsversuche bezeichnete Habeck als „Farce-Geschichten“.

„Jetzt hängt es davon ab, wie sparsam wir wirtschaften“, sagte er mit Blick auf mögliche Szenarien im Winter. Die Versorgung der Industrie würde bei einem Gasmangel reduziert werden. Erst dann seien Krankenhäuser und private Haushalte an der Reihe. (mse/dpa)

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