Pentagon

„Das atomare Wettrüsten“ ist im Gange

Das US-Militär testet einen konventionellen landgestützten Marschflugkörper.

Erstmals nach dem Ende des INF-Abrüstungsvertrags zwischen Russland und den USA hat das US-amerikanische Militär nach eigenen Angaben einen konventionellen landgestützten Marschflugkörper getestet. Er sei am Sonntag von der Insel San Nicolas in Kalifornien abgefeuert worden und habe sein Ziel nach mehr als 500 Kilometern Flug präzise erreicht, teilte das Pentagon am Montag (Ortszeit) mit. Die gewonnenen Daten würden in die Entwicklung zukünftiger Mittelstreckenkapazitäten fließen.

Der Test wäre nach dem INF-Vertrag verboten gewesen. Die Vereinbarung untersagte beiden Seiten Produktion, Tests und Besitz von bodengestützten ballistischen Raketen und Marschflugkörpern mit Reichweiten zwischen 500 und 5500 Kilometern. Der Sender ABC News berichtete, bei dem Marschflugkörper habe es sich um eine Tomahawk-Variante gehandelt. Die Umweltorganisation Greenpeace kritisierte, das atomare Wettrüsten sei in vollem Gange. „Europa muss jetzt zusammen stehen und unmissverständlich klar machen, dass keine Atomwaffen hier stationiert werden dürfen“, so ein Sprecher. Die USA hatten den INF-Vertrag zum 2. August gekündigt, da sie davon ausgehen, dass Russland ihn mit einem Mittelstreckensystem namens SSC-8 (Russisch: 9M729) verletzt. Dieses soll Marschflugkörper abfeuern können, die sich mit Atomsprengköpfen bestücken lassen. (dpa)

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