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Corona

Deutschland stoppt Corona-Impfung mit Astrazeneca – Viele Impftermine müssen abgesagt werden

  • Friederike Meier
    VonFriederike Meier
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Astrazeneca steht unter Druck. Nach Berichten über mögliche Nebenwirkungen des Corona-Impfstoffs wurden Impfungen auch in Deutschland erstmal gestoppt.

  • Neben den Corona-Impfstoffen von Biontech/Pfizer und Astrazeneca sollen schon bald weitere Vakzine für die EU zugelassen werden.
  • Das Mittel gegen das Coronavirus von Astrazeneca wird teils scharf kritisiert.
  • Der schwedisch-britische Pharmakonzern hat massive Lieferprobleme.

+++ 17.20 Uhr: In Hessen hat der Impfstopp mit Astrazeneca bereits erste Auswirkungen. Zahlreiche Impftermine wurden abgesagt.*

Der Corona-Impfstoff von AstraZeneca sorgt für Diskussionen.

+++ 17.00 Uhr: Nach Deutschland setzen auch Frankreich und Italien die Impfungen mit dem Vakzin von Astrazeneca vorsorglich aus. Das kündigten der französische Präsident Emmanuel Macron und die italienische Arzneimittelbehörde am Montag an. Zuvor waren Fälle schwerer Blutgerinnsel nach Impfungen mit dem Mittel bekannt geworden.

In Italien waren in der vergangenen Woche und am Wochenende Menschen gestorben, die zuvor mit dem Vakzin von Astrazeneca geimpft worden waren. Die Aifa hatte die Verwendung der betreffenden Chargen zunächst gestoppt. Italienische Experten hatten das Corona-Vakzin zuletzt weiter für sicher befunden. Sie hatten auch betont, dass es zwar einen zeitlichen Zusammenhang zwischen den Impfungen und den Todesfällen gegeben habe, jedoch kein kausaler Zusammenhang nachgewiesen wurde.

+++ 16.45 Uhr: Frankreich und Italien stoppen ebenfalls die Astrazeneca-Impfungen vorerst. Das teilte das Bundesgesundheitsministerium am Montagnachmittag mit.

+++ 16.30 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat sich am Montagnachmittag zur Entscheidung geäußert, Impfungen mit Astrazeneca zu stoppen.* Zudem hat sich Gesundheitsexperte dazu geäußert. Im Interview* sagte Lauterbach: „Das hätte ich nicht gemacht.“

Corona: Astrazeneca-Impfungen in Deutschland gestoppt

Update vom Montag, 15.03.2021, 15.30 Uhr: Die Corona-Impfungen mit dem Impfstoff Astrazeneca sind in Deutschland vorsorglich ausgesetzt. Die Bundesregierung folge damit einer aktuellen Empfehlung des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI), teilte ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums mit. Nach neuen Meldungen von Thrombosen der Hirnvenen im zeitlichen Zusammenhang mit der Impfung in Deutschland und Europa halte das Institut weitere Untersuchungen für notwendig. Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA werde entscheiden, „ob und wie sich die neuen Erkenntnisse auf die Zulassung des Impfstoffes auswirken“.

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Update vom Montag, 15.03.2021, 09.45 Uhr: Für zunächst zwei Wochen setzt auch die Niederlande Impfungen mit dem Impfstoff des britisch-schwedischen Pharmakonzerns Astrazeneca aus. Dies geschehe auf der Grundlage „neuer Informationen“, teilte Gesundheitsminister Hugo de Jonge am späten Sonntagabend mit. Dabei bezog er sich auf sechs Fälle möglicher Nebenwirkungen in Dänemark und Norwegen an diesem Wochenende. Nach Angaben des Ministeriums wurden in den Niederlanden bisher keine Fälle von schweren Nebenwirkungen bekannt. „Wir müssen immer auf Nummer sicher gehen“, sagte der Minister. „Daher ist es klug, nun auf die Pausetaste zu drücken.“

Astrazeneca – Großbritannien hält an Impfstoff fest

Anders als mehrere andere europäische Länder nutzt Großbritannien weiter den Corona-Impfstoff von Astrazeneca. „Wir prüfen die Berichte genau, aber angesichts der großen Anzahl verabreichter Dosen und der Häufigkeit, mit der Blutgerinnsel auf natürliche Weise auftreten können, deuten die verfügbaren Beweise nicht darauf hin, dass der Impfstoff die Ursache ist“, sagte Phil Bryan von der britischen Aufsichtsbehörde für Arzneimittel (MHRA) einer Mitteilung zufolge. „Alle Menschen sollten sich gegen Covid-19 impfen lassen, wenn sie dazu aufgefordert werden“, sagte Bryan.
 

Mehrere EU-Staaten haben die Corona-Impfung mit dem Vakzin von AstraZeneca vorerst eingestellt. (Symbolbild)

Große Unsicherheit rund um Astrazeneca: Auch Niederlande stoppen Impfungen

+++ 23.45 Uhr: Die Niederlande setzen ebenfalls die Astrazeneca-Impfungen wegen Bedenken über Blutgerinnungsstörungen aus. Die Vorsichtsmaßnahme gelte bis mindestens 29. März, so die Regierung in einem Statement.

Astrazeneca – Viele Corona-Impfungen ausgesetzt

+++ 19.00 Uhr: Nach dem Tod eines Lehrers hat die italienische Region Piemont die Corona-Impfungen mit dem Präparat des Herstellers Astrazeneca ausgesetzt. Nach Angaben der Gesundheitsbehörden starb der Mann am Sonntag in Biella, nachdem er am Vortag mit dem Astrazeneca-Vakzin geimpft wurde. Bis klar sei, ob es einen ursächlichen Zusammenhang zwischen dem Todesfall und der Impfung gebe, würden die Impfungen vorläufig gestoppt, sagte der Gesundheitsbeamte Luigi Genesio Icardi. 

Norwegen meldet neue Fälle von Blutgerinnseln

+++ 16.10 Uhr: Die französische Industriestaatsekretärin Agnès Pannier-Runacher hat sich „sehr verärgert“ über die Ankündigung des britisch-schwedischen Pharmakonzerns Astrazeneca gezeigt, die Lieferungen seines Impfstoffs an die EU nochmals drastisch zu kürzen. „Wenn man sich zur Lieferung einer bestimmten Menge verpflichtet, steht man in der Verantwortung“, sagte sie am Sonntag dem Sender Radio J. Aufgabe der EU sei es nun, „den Vertrag durchzusetzen“.

Astrazeneca will nach eigenen Angaben wegen Exportbeschränkungen bis zur Jahresmitte nur 100 Millionen Impfdosen an die EU-Staaten liefern, darunter 30 Millionen bis Ende März. Ursprünglich wollte der Konzern im ersten Quartal dreimal so viel Dosen liefern und 180 Millionen allein im zweiten Quartal. Die EU hat bis zu 400 Millionen Dosen bestellt.

Gleichzeitig lobte die Industriestaatssekretärin Astrazenecas Konkurrenten Moderna und Biontech/Pfizer. Diese hätten trotz Produktionsengpässen "ihre Zusagen eingehalten" und seien "vollkommen transparent" gewesen.

Astrazeneca: Auch Irland setzt Impfungen aus

Update vom Sonntag, 14.03.2021, 12.15 Uhr: Auch Irland setzt die Impfungen mit Corona-Impfstoff von Astrazeneca wegen möglicher schwerer Nebenwirkungen aus. Das für Impfungen zuständige Beratungskomitee NIAC empfahl nun, die Impfungen vorübergehend zu stoppen, wie der stellvertretende Chef der irischen Gesundheitsbehörde mitteilte. Es handele sich um eine Vorsichtsmaßnahme, sagte Ronan Glynn, die nach einem Bericht der norwegischen Arzneimittelbehörde über vier neue Fälle von Blutgerinnseln bei Geimpften ergriffen worden sei.

Zuerst hatte Dänemark die Impfungen mit dem Vakzin des britisch-schwedischen Herstellers ausgesetzt. Die dänische Gesundheitsbehörde verwies auf Berichte über schwere Fälle von Blutgerinnseln bei Geimpften. Es sei allerdings noch nicht abschließend geklärt, ob es einen Zusammenhang zwischen den Impfungen und den Gerinnungsstörungen gebe. Später verkündeten auch Norwegen, Island und Bulgarien die Aussetzung der Impfungen mit Astrazeneca.

Zwei Polizisten kontrollieren die verschärften Corona-Schutzvorschriften im Piemont.

Corona-Impfung mit Astrazeneca - Thüringen reagiert auf Engpass bei Lieferung

+++ 15.34 Uhr: Wegen drastischer Lieferprobleme des Corona-Impfstoffs von Astrazeneca stoppt Thüringen vorerst die Terminvergabe für Impfungen und verschiebt den Start von Impfungen bei Hausärzten. „Das ist mehr als ärgerlich“, erklärte am Samstag (13.03.2021) Landesgesundheitsministerin Heike Werner (Linke). Damit sei „auch der letzte Funke an Vertrauen in verbindliche Zusagen erloschen“. Die Lieferkürzungen des schwedisch-britischen Pharmakonzerns seien „absolut inakzeptabel“.

Astrazeneca hatte zuvor erneute Kürzungen bei den Impfstofflieferungen in die EU angekündigt. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) informierte die Gesundheitsministerien der Länder darüber am Freitagabend, wie Werner mitteilte. Thüringen erhalte damit bis Ende kommender Woche statt 31.200 nur 9600 Corona-Impfdosen von Astrazeneca.

Thüringen habe daher die Terminvergabe im Impfzentrum in Gera stoppen müssen. Ein Teil der bereits gebuchten Corona-Impfungen im Land müsse mit den Impfstoffen von Biontech/Pfizer oder Moderna erfolgen. Eine für kommende Woche angekündigte Lieferung von 10.800 Impfdosen des Moderna-Impfstoffs sollte eigentlich für das Modellprojekt zur Einbindung der Hausärzte genutzt werden, wie die Ministerin erklärte. „Dieses Vorhaben kann nun im März nicht mehr starten. Auch die Eröffnung von zwei überregionalen Impfzentren im Norden und im Süden Thüringens nach Ostern liegt damit erst einmal auf Eis.“

Astrazeneca-Impfstoff: Indien kündigt eingehende Untersuchung zu Nebenwirkungen an

Update vom Samstag, 13.03.2021, 09.50 Uhr: Der Impfstoff von Astrazeneca sorgt weiter für Diskussionen. Nun hat Indien angekündigt, in der kommenden Woche mit einer eingehenden Untersuchung zu möglichen gefährlichen Nebenwirkungen des Corona-Impfstoffs zu beginnen. Hintergrund seien Befürchtungen mehrerer europäischer Länder, wonach der Impfstoff Blutgerinnsel auslösen könnte, sagte N.K. Arora von der indischen Corona-Taskforce der Nachrichtenagentur AFP. In Indien habe es bisher aber noch keine Berichte über solche Blutgerinnsel gegeben.

Ein ursächlicher Zusammenhang zwischen der Impfung mit dem Impfstoff von Astrazeneca und den Blutgerinnseln ist nicht belegt. Die WHO und die Europische Arzneimittelbehörde (EMA) empfehlen den Einsatz des Vakzins weiterhin und verweisen darauf, dass Thromboembolien in der Allgemeinbevölkerung genauso oft auftreten wie bei Geimpften.

Bis Freitag seien 59 oder 60 gegen das Coronavirus Geimpfte in Indien gestorben, sagte Arora weiter. Alle Todesfälle seien „zufällig“ gewesen.

Astrazeneca: Auch Bulgarien stoppt die Impfungen

Update vom Freitag, 12.03.2021, 20.47 Uhr: Nach mehreren anderen Ländern hat nun auch Bulgarien die Impfungen mit dem Impfstoff von Astrazeneca vorübergehend gestoppt. Der Chef der Arzneimittelagentur in Sofia, Bogdan Kirilow, verfügte, dass die dem Lande bereits gelieferten Mengen des Impfstoffs von Astrazeneca blockiert werden, wie das Gesundheitsministerium mitteilte.

Zuvor hatte bereits Regierungschef Boiko Borissow die Einstellung der Impfungen mit Astrazeneca-Dosen angeordnet. Die Verimpfung werde wegen Bedenken bei Nebenwirkungen, die in anderen Staaten und auch in Bulgarien angemeldet wurden, bis zu einer Entscheidung der Europäischen Arzneimittelagentur ausgesetzt. Gesundheitsminister Kostadin Angelow sagte, er erwarte eine klare Stellungnahme zu Astrazeneca.

Anlass des Impfstopps sei der Tod einer 57-jährigen Frau in der Nacht zum Freitag. Sie litt unter einer Reihe von begleitenden Erkrankungen. Ihr sei am Donnerstagmittag eine Dosis von Astrazeneca verabreicht worden, erläuterte Gesundheitsminister Angelow. Der Nachrichtenagentur Reuters zufolge hatte die Frau eine Herzkrankheit und war fettleibig. Eine Autopsie habe zunächst keine Blutgerinnsel gefunden.

Gesundheitsminister Jens Spahn kritisiert Stopp der Impfungen mit Astrazeneca

Die Arbeitsdiagnose sei akutes Herzversagen bei einer schweren Lungenschwellung, erklärte der Gerichtsmedizin-Spezialist Pawel Timonow nach Angaben des Gesundheitsministeriums. Einen direkten Zusammenhang zwischen der Impfung und dem Tod könne derzeit weder entschieden abgelehnt noch bestätigt werden, meinte er. Das Ergebnis einer gerichtsmedizinischen Untersuchung soll binnen einer Woche vorliegen.

Die Ständige Impfkommission (Stiko) hat derweil den Impfstoff von Astrazeneca in Deutschland auch offiziell für Menschen über 65 zugelassen. Nach sorgfältiger Prüfung neuer Daten empfehle die Stiko seit 12. März das Astrazeneca-Präparat für Menschen ab 18 Jahren ohne obere Altersgrenze, heißt es in der aktualisierten Corona-Impfempfehlung.

Astrazeneca-Impfstoff: Daten zeigen kein erhöhtes Risiko für Thrombosen

Update vom Freitag, 12.03.2021, 15:26 Uhr: Der britisch-schwedische Pharmakonzern Astrazeneca hat Sorgen wegen schwerer Nebenwirkungen seines Corona-Impfstoffs zurückgewiesen. „Eine Analyse unserer Sicherheitsdaten von mehr als 10 Millionen Datensätzen hat keine Hinweise auf ein erhöhtes Risiko für Lungenembolien oder tiefe Venenthrombosen gezeigt“, teilte ein Sprecher am Freitag mit. Das gelte für alle Altersgruppen, Geschlechter, Länder oder Chargen des Astrazeneca-Impfstoffs. „Tatsächlich kommen diese Ereignisse unter Geimpften sogar seltener vor als in der Allgemeinbevölkerung“, hieß es weiter.

Dänemark und andere Länder hatten Impfungen mit dem Impfstoff ausgesetzt. Als Grund wurden Berichte über einen Todesfall und schwere Erkrankungen durch Blutgerinnsel nach der Impfung genannt. Man könne jedoch noch nicht feststellen, ob ein Zusammenhang zwischen dem Impfstoff und den Blutgerinnseln bestehe, hieß es.

Auch die Europäischen Arzneimittelbehörde EMA kam zu dem Schluss, dass der Anteil der Thrombosekranken nach einer Impfung mit dem Astrazeneca-Präparat dem spontanen Auftreten dieser Erkrankung in der Normalbevölkerung entspricht. Bis zum 10. März hat die EMA 30 Fälle von „thromboembolischen Ereignissen“ bei fast fünf Millionen mit dem Astrazeneca-Mittel geimpften Menschen registriert.

Impfung gegen Coronavirus mit Astrazeneca-Impfstoff: Allergische Reaktionen möglich

Die EMA weist hingegen auf eine andere Nebenwirkung des Astrazeneca-Impfstoffes hin. Dieser könne schwere allergische Reaktionen auslösen. Anaphylaxie sowie Überempfindlichkeitsreaktionen sollten in die Liste der möglichen Nebenwirkungen des Vakzins aufgenommen worden, erklärte die EMA am Freitag.

Astrazeneca-Impfstoff: Dänemark und Norwegen stoppen Impfungen wegen Nebenwirkungen

Update vom Freitag, 12.03.2021, 07.22 Uhr: Der Weg für einen vierten Corona-Impfstoff in der EU ist frei: Nach einer Empfehlung der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA gab am Donnerstag auch die EU-Kommission grünes Licht für das Vakzin des US-Pharmakonzerns Johnson & Johnson, wie Kommissionschefin Ursula von der Leyen mitteilte. Derweil setzten mehrere europäische Staaten die Impfungen mit dem Astrazeneca-Impfstoff wegen befürchteter gefährlicher Nebenwirkungen aus.

Die EU-Staaten hätten nun „eine weitere Möglichkeit, die Pandemie zu bekämpfen und die Leben und die Gesundheit ihrer Bürger zu schützen“, erklärte EMA-Chefin Emer Cooke nach der Zustimmung ihrer Behörde zum Impfstoff von Johnson & Johnson. Erstmals werde es in der EU einen Corona-Impfstoff geben, bei dem nur eine Dosis nötig sei.

Astrazeneca: Dänemark und Norwegen stoppen Impfungen wegen Nebenwirkungen

+++ 16.30 Uhr:  Nach Dänemark hat am Donnerstag auch Norwegen den Gebrauch des Corona-Impfstoffs von Astrazeneca ausgesetzt. Zur Begründung verwies Geir Bukholm von der Nationalen Gesundheitsbehörde in Oslo auf Hinweise auf mögliche gefährliche Nebenwirkungen des Impfstoffs: „Wir warten auf mehr Informationen, um zu prüfen, ob es einen Zusammenhang gibt zwischen der Impfung und diesem Blutgerinnsel-Fall“, sagte er.

Update vom Donnerstag, 11.03.2021, 13.30 Uhr: Nach dem vorläufigen Stopp der Corona-Impfungen mit dem Vakzin von AstraZeneca in Dänemark sieht das Bundesgesundheitsministerium noch keinen Anlass für einen ähnlichen Schritt in Deutschland. „Nach jetzigem Stand gibt es noch keine Hinweise darauf, dass der Todesfall in Dänemark mit einer Corona-Impfung ursächlich in Verbindung steht“, erklärte ein Ministeriumssprecher am Donnerstag. „Aktuell untersuchen die europäischen Arzneimittelbehörden den Fall.“

Astrazeneca: Auch andere EU-Länder setzen Impfung aus

Dänemark hatte das Aussetzen der AstraZeneca-Impfungen mit möglichen Nebenwirkungen begründet. Die dänische Gesundheitsbehörde verwies am Donnerstag auf Berichte über „schwere Fälle der Bildung von Blutgerinnseln“ bei Geimpften. Bisher sei allerdings noch nicht abschließend geklärt, ob es einen Zusammenhang zwischen den Impfungen und den Gerinnungsstörungen gibt, hieß es in Kopenhagen.

Vier andere EU-Länder - Estland, Litauen, Lettland und Luxemburg - stoppten daraufhin ebenfalls die Impfungen mit dieser Charge von AstraZeneca, die insgesamt rund eine Million Impfdosen umfasste und an 17 europäische Länder verschickt worden war.

Update vom Donnerstag, 11.03.2021, 11.30 Uhr: Dänemark setzt die Impfungen mit dem Corona-Impfstoff von Astrazeneca wegen möglicher Nebenwirkungen vorerst aus. Wie die dänische Gesundheitsbehörde am Donnerstag in Kopenhagen mitteilte, liegen ihr Berichte über „schwere Fälle der Bildung von Blutgerinnseln“ bei Geimpften vor. Bisher sei allerdings noch nicht abschließend geklärt, ob es einen Zusammenhang zwischen den Impfungen und den Gerinnungsstörungen gibt.

Astrazeneca: Dänemark setzt Impfungen wegen Nebenwirkungen aus

Nach Behördenangaben wird der Stopp zunächst 14 Tage dauern, danach wird geschaut, wie es weitergeht. Es sei wichtig, zu unterstreichen, dass man den Astrazeneca-Impfstoff nicht ablehne, sondern die Verabreichung pausiere. Es sei gut dokumentiert, dass das Mittel sowohl sicher als auch effektiv sei. Man müsse jedoch auf Berichte zu möglichen ernsthaften Nebenwirkungen reagieren.

Der Impfstoff des britisch-schwedischen Herstellers Astrazeneca ist seit Januar in der EU zugelassen. In Deutschland und mehreren anderen europäischen Länder war das mit der Universität Oxford entwickelte Vakzin zunächst nur für Menschen unter 65 Jahren zugelassen, weil belastbare Daten für die Wirksamkeit bei älteren Menschen erst fehlten. Inzwischen wird der Impfstoff aber auch für Senioren empfohlen.

Corona-Impfung – Zwei weitere Impfstoffe stehen kurz vor der EU-Zulassung

Update vom Mittwoch, 10.03.2021, 08.30 Uhr: Thomas Mertens, Chef der Ständigen Impfkommission (Stiko), hat die Zulassung des russischen Corona-Impfstoffs Sputnik V in Aussicht gestellt. „Das ist ein guter Impfstoff, der vermutlich auch irgendwann in der EU zugelassen wird“, sagte Mertens der „Rheinischen Post“.

Bislang sind in der Europäischen Union die Impfstoffe von Biontech/Pfizer, Moderna und Astrazeneca zugelassen. Die Zulassung von Sputnik V wird aktuell von der Europäischen Arzneimittelagentur EMA geprüft. Ebenfalls in Kürze für den europäischen Markt empfohlen werden soll das Vakzin des US-amerikanischen Herstellers Johnson & Johnson. Eine entsprechende Zulassung könnte schon am Donnerstag, den 11. März erfolgen. Von April an sollen Corona-Impfungen auch in Arztpraxen verabreicht werden. Welchen Aufwand das bedeutet, erklärt Ralph-Michael Hönscher*, Vorstandsvorsitzender des Gesundheitsnetzes Osthessen (GNO).

Corona-Impfungen: Vorgehen der Bundesländer in der Kritik

Update vom Dienstag, 09.03.2021, 07.15 Uhr: Das Vorgehen der Bundesländer bei den Corona-Impfungen sorgt für Diskussionen. Nach Angaben des Vorsitzenden der Ständigen Impfkommission, Thomas Mertens, setzen sich die Länder eigenmächtig über die Impfverordnung des Bundes hinweg.

Der Ulmer Virologe sagte der Deutschen Presse-Agentur: „De facto wird in den Ländern schon lange gegen die Priorisierung verstoßen.“ Es seien schon jetzt viele geimpft worden, die nach wissenschaftlichen Kriterien der Priorisierung noch nicht an der Reihe wären – etwa Erzieher, Lehrkräfte oder Polizisten. Ein Lockern der Priorisierung dürfe nicht dazu führen, dass die Schwächsten und Gefährdetsten für schwere Covid-19-Verläufe benachteiligt würden.

Corona-Impfungen: Bundesländer verstoßen gegen Impfreihenfolge

Wenn es genug Impfstoff gibt, kann es nach Modellrechnungen der KBV gelingen, am 1. August einen Impfvollschutz der gesamten Bevölkerung zu erreichen. Bis Sonntag wurden laut Bundesgesundheitsministerium 2,5 Millionen Menschen in Deutschland vollständig geimpft. Das sind drei Prozent der Bevölkerung. 5,2 Millionen Menschen haben mindestens eine Impfdosis erhalten.

Corona-Impfung: Christian Drosten und Jens Spahn hoffen auf Astrazeneca-Impfstoff

Erstmeldung vom Mittwoch, 03.03.2021, 18.39 Uhr: Berlin – Der Leiter der Virologie an der Berliner Charité, Christian Drosten, hat einen Vorschlag für die Impfungen gegen das Coronavirus gemacht. In der aktuellen Folge des NDR-Podcasts „Coronavirus Update“ plädierte er dafür, Haus- und Betriebsärzt:innen in die Impflogistik mit einzubeziehen.

Impfung gegen das Coronavirus: Drosten macht sich „Sorgen“

Wenn die Individuen in den Risikogruppen geschützt seine, müsse schnell ein Bevölkerungsschutz aufgebaut werden. „Ich mache mir Sorgen, wie lange das alles dauert, während die Uhr tickt“, sagte Drosten. Man müsse alle Wege nutzen, um das Impftempo hochzufahren. Drosten geht davon aus, dass die Ständige Impfkommission den AstraZeneca-Impfstoff bald für alle Altersgruppen freigeben wird.

Einer aktuellen Studie aus Schottland zufolge ist der Impfstoff von Astrazeneca auch bei älteren Menschen gut wirksam. Da dieser Impfstoff im Kühlschrank aufbewahrt werden kann, werde damit wohl auch „der Schalter für die Hausärzte umgelegt“, so Drosten.

Impfung gegen das Coronavirus: Jens Spahn will Intervalle verlängern

Auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) wies am Mittwoch (03.03.2021) im ARD-Morgenmagazin auf die neuen Erkenntnisse zum Astrazeneca-Impfstoff hin: Es lägen Erkenntnisse aus England und Schottland vor, „dass AstraZeneca bei den über 65-Jährigen sehr, sehr gut wirkt“, sagte Spahn.

Jens Spahn will zudem den Abstand zwischen der ersten und der zweiten Impfung verlängern. „Dann können wir mehr Erstimpfungen machen“, sagte Jens Spahn. Er habe die Ständige Impfkommission angewiesen, die Pläne zu überarbeiten. „Wenn wir die über 65-Jährigen mit AstraZeneca impfen könnten, würde das richtig Geschwindigkeit bringen und vor allem die besonders Verwundbaren noch schneller schützen.“

Er schlägt vor, dass mit dem Impfstoff von Biontech/Pfizer die zweite Impfung erst nach sechs Wochen stattfinden solle, mit dem Impfstoff von Astrazeneca nach zwölf Wochen. (Friederike Meier, dpa, afp) *fuldaerzeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Ronny Hartmann/dpa

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