Fernbehandlung per Telefon oder Video
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Die Corona-Pandemie hat der Digitalisierung in vielen Arztpraxen einen Schub verpasst.

Digitalisierung

Arztbesuch per Video für alle

  • Tim Szent-Ivanyi
    vonTim Szent-Ivanyi
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Die Techniker Krankenkasse bietet als erster Versicherer Diagnosen per App an.

Als erste gesetzliche Krankenkasse bietet die Techniker Krankenkasse (TK) ihren mehr als zehn Millionen Versicherten eine ärztliche Fernbehandlung über eine spezielle Video-App. „Unsere zum Jahresbeginn gestarteten Pilotversuche haben sich bewährt und stehen von jetzt an allen Versicherten zur Verfügung“, sagte Kassenchef Jens Baas dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. „Gerade in Zeiten von Corona, aber auch darüber hinaus, wollen die Patienten einen unkomplizierten und komfortablen Zugang zum Arzt ohne Ansteckungsgefahr“, sagte der Chef der größten deutschen Kasse.

Bei der Online-Sprechstunde, die in der Pilotphase zuerst von den 14.000 TK-Mitarbeitern getestet wurde, stehen für die Patienten niedergelassene Ärzte verschiedener Fachrichtungen zur Verfügung. Behandelt werden acht Krankheitsbilder vom grippalen Infekt über Magen-Darm-Infekt und Migräne bis hin zu Rückenschmerzen und Corona-Symptomen. Die Versicherten können sich zunächst an eine Telefon-Hotline wenden, die rund um die Uhr besetzt ist. Dabei wird geprüft, ob eine sichere Diagnose und Behandlung aus der Distanz überhaupt möglich ist. Ist das der Fall, wird ein Termin für die Videosprechstunde vermittelt. Für diese Sprechstunde wird eine von der TK entwickelte App genutzt. Werden Arzneimittel verordnet, können die Versicherten zwischen einem klassischen Papierrezept und einem elektronischen Rezept wählen.

Hierzu erhält der Versicherte einen QR-Code auf sein Smartphone, den er direkt an eine der teilnehmenden Apotheken weiterleiten kann. Durch einen Botendienst der Apotheken ist auch eine Lieferung nach Hause inklusive einer kontaktlosen Übergabe des Arzneimittels möglich.

Schub durch die Pandemie

Auch eine Krankschreibung ist bis zu einer Dauer von drei Tagen möglich. Auf Wunsch des Versicherten wird sie an die Kasse elektronisch übertragen. Die Durchschläge für den Versicherten und den Arbeitgeber müssen per Post versendet werden, weil das Gesetz keine andere Übermittlung zulässt.

Die Fernbehandlung von Patienten auch ohne vorherigen persönlichen Kontakt zwischen Arzt und Patient ist seit zwei Jahren in Deutschland erlaubt. Sie führt aber bisher noch ein Nischendasein. Die Corona-Pandemie könnte aber zu einem Schub führen.

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