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Arroganz

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Es hat den Widerstand gegen die USA in Irak nicht gebrochen, dass die Besatzungsbehörden die Leichen der verhassten Söhne Saddam Husseins fotografiert und

Es hat den Widerstand gegen die USA in Irak nicht gebrochen, dass die Besatzungsbehörden die Leichen der verhassten Söhne Saddam Husseins fotografiert und anschließend im Fernsehen zur Schau gestellt haben. Die Anschläge hören nicht auf, sie nehmen zu.

Seit Präsident George W. Bush am 2. Mai das Ende des Krieges verkündet hat, sind in Irak an die hundert US-Soldaten ums Leben gekommen, teils durch Unfälle, teils durch die Guerilla-Aktivitäten. Dahinter steckt nicht Saddam Hussein - die Besatzer haben ihn wieder nicht angetroffen - oder die Baath-Reste. Wenn in der schiitischen Hochburg Nadschaf Besatzer mit Steinwürfen vertrieben werden, sagt das sehr viel aus über den Umfang des Unwillens.

Die Besatzer haben sich von Anfang an über den Stolz und die Würde der Iraker sehr gewundert. Stolz und Würde haben sie mehrfach verletzt: durch die Behandlung der Iraker als Objekte ihres Willens; durch die Vernachlässigung des zivilen Wideraufbaus und die Fortdauer der Unterversorgung, die ja die Besatzer nicht betrifft; durch Prahlerei mit Waffen und verachtungsvoll durchgezogene Razzien in Privatwohnungen; nun durch die würdelose Leichenschau.

Nicht allein Saddam Hussein erzeugt den Widerstand. Das kann das fremde Paar viel besser, das Arroganz und Dummheit heißt.

Dossier: Irak nach dem Krieg

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