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Während Frank-Walter Steinmeier sich zur Lage im Katastrophengebiet äußert, lacht Armin Laschet im Hintergrund.
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Während Frank-Walter Steinmeier sich zur Lage im Katastrophengebiet äußert, lacht Armin Laschet im Hintergrund.

Flutkatastrophe in NRW und Rheinland-Pfalz

Laschet lacht im Katastrophengebiet: CDU-Kanzlerkandidat im Zentrum der Kritik

  • VonMirko Schmid
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  • Sandra Kathe
    Sandra Kathe
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Armin Laschet steht unter Druck, da er als Kanzlerkandidat der Union auf eine Katastrophe reagieren muss. Der CDU-Chef verhält sich nicht immer angemessen.

Update, 19.50 Uhr: Armin Laschet hat sich via Twitter entschuldigt: „Uns liegt das Schicksal der Betroffenen am Herzen, von dem wir in vielen Gesprächen gehört haben“, schrieb der Kanzlerkandidat der Union. „Umso mehr bedauere ich den Eindruck, der durch eine Gesprächssituation entstanden ist. Dies war unpassend und es tut mir leid.“

#Laschetlacht im Katastrophengebiet: CDU-Kanzlerkandidat im Zentrum der Kritik

Düsseldorf - Während Teile Nordrhein-Westfalens mit dramatischen Hochwasserschäden zu kämpfen und zahlreiche Todesopfer und Verletzte zu beklagen haben, fällt dem Nordrhein-Westfälischen Ministerpräsidenten Armin Laschet seine Doppelrolle als Amtsträger und CDU-Kanzlerkandidat bei der Bundestagswahl 2021 alles andere als leicht. Neben Kritik in zahlreichen Medien steht Laschet auch der Opposition in Nordrhein-Westfalen gegenüber unter Druck.

Vor allem mit Aussagen zur Rolle des Klimawandels bei der Flutkatastrophe, die Laschet selbst bei einem Besuch in Erftstadt am Samstag (17.07.2021) als „Jahrhundertkatastrophe“ bezeichnete, geriet der Landesvater in die Kritik.

Armin Laschet (CDU): Weil jetzt ein solcher Tag ist, ändert man nicht die Politik“

Etwa bei einem Live-Interview mit der Fernsehjournalistin Susanne Wieseler in einer Sondersendung des WDR: „Weil jetzt ein solcher Tag ist, ändert man nicht die Politik“, sagte Laschet zu den Aufrufen von Klimaaktivist:innen, die Flutkatastrophe als Zeichen des Klimawandels ernstzunehmen. Die Extremwetterlage hat in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz bereits über 140 Menschenleben gekostet und zahlreiche Existenzen zerstört. Es werden immer noch viele Menschen vermisst.

Laschet aber berief sich auf alles, was Nordrhein-Westfalen bereits im Klimaschutz in Angriff genommen hätte: „Das Ziel CO₂ zu reduzieren, muss ein langfristiges sein. Wir haben die Summen für Klimaschutz versiebenfacht. Wir sind in NRW dabei unsere Industrie, die Stahlindustrie, die chemische Industrie umzuändern, sodass kein CO₂ ausgestoßen wird.“

NameArmin Laschet
ParteiCDU
PositionenMinisterpräsident NRW
Parteivorsitzender CDU
Kanzlerkandidat Union

Rettungskräfte in NRW: „Wenn Laschet wieder weg ist, können wir wieder arbeiten“

Das reicht nicht allen. So kam auch vonseiten der Nordrhein-Westfälischen Grünen Kritik an Armin Laschet. Zum einen kritisierte Verena Schäffer, Franktionsvorsitzende der Grünen im Landtag, dass Laschet wenig empathische Worte an die Bürger:innen im Land gerichtet hätte, zum einen habe man es auch „völlig unverständlich“ gefunden, dass die Landesregierung nicht direkt einen Krisenstab eingesetzt habe. Das berichtete der WDR.

Kritik gab es auch vonseiten der Westfalenpost, die meldete, dass Armin Laschets Staatskanzlei im Rahmen des Krisenbesuchs am Donnerstag (15.07.2021) in Hagen vorgeschlagen hätte, den Medienauftritt Laschets im Lagezentrum von der örtlichen Feuerwache ins Rathaus zu verlegen. Der Tenor der Rettungskräfte während des Ministerpräsidentenbesuchs beschreibt die Westfalenpost: „Wenn Laschet wieder weg ist, können wir wieder arbeiten.“ Das berichtete auch das Nachrichtenportal T-Online.de unter Berufung auf die nordrhein-westfälische Lokalzeitung. Die Stadt Hagen dementierte zumindest den Wunsch zur Verlegung des Lagezentrums über einen Beitrag auf dem Kurznachrichtendienst Twitter.

Unwetter im Westen Deutschlands: Armin Laschet (CDU) lacht und feixt im Katastrophengebiet

Damit nicht genug. Im Internet kursiert aktuell ein Video, das Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zeigt, der ein Interview im Katastrophengebiet gibt. Im Hintergrund steht Kanzlerkandidat Armin Laschet – erst lässig an einen Türrahmen gelehnt, dann lachend und mit Gesprächspartnern feixend. Der Dresdner Aktivist Uwe Brückner kommentiert: „Während der Bundespräsident sein Mitgefühl für die Opfer bekundet, hat ... [Laschet] nichts weiter zu tun, als vor der Kamera rumzualbern, zu lachen und zu grinsen. Vielleicht sagte er, dass die Leute so blöd sind, dass die ihm glauben - keine Ahnung. Dieser Mann darf kein Kanzler werden!“ Auf Twitter trendet am frühen Samstagabend (17. .07.2021, 18.30 Uhr) auf Platz 1 #LaschetdarfnichtKanzlerwerden, auf Platz 2 #Laschetlacht.

Die progressive Bürgerbewegung „Campact!“ teilt ein Sharepic, das Laschets Rezeption am Katastrophentag wiedergibt. Zunächst wird ein Tagesschau-Artikel zitiert, indem es heißt: „Feilschen um die Klima-Maßnahmen: Laschet bremst“. Es folgt eine Schlagzeile der Welt, zirka zwei Stunden später veröffentlicht: „Laschet fordert nach Flutkatastrophe mehr Tempo beim Klimaschutz“. Der letzte Teil widmet sich Laschet im Interview mit der „jungen Frau“ vom WDR über Politik, die man nicht nur wegen einer Katastrophe ändern dürfe. (Sandra Kathe und Mirko Schmid)

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