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Armin Laschet: Erst Ärger mit dem Unwetter, jetzt mit seinem Buch.
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Armin Laschet: Erst Ärger mit dem Unwetter, jetzt mit seinem Buch.

CDU-Kanzlerkandidat

Laschet und die Plagiate: Offenbar noch mehr Textstellen übernommen

  • VonMirko Schmid
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Nach Annalena Baerbock holen auch Armin Laschet plagiierte Textstellen ein. In seinem Buch „Die Aufsteigerrepublik“ könnten ganze Absätze abgeschrieben sein.

Düsseldorf – Eine Weile sah es so aus, als ob Armin Laschet im Wettstreit derjenigen, die Kanzlerin Angela Merkel gerne beerben würden, davonziehen könnte. Ein an einigen Stellen ungenauer Lebenslauf hier, zu spät gemeldete Einkünfte dort, offensichtlich plagiierte Textstellen im Buch „Jetzt“ noch dazu – nicht einmal das Fettnäpfchen N-Wort ließ seine wohl ärgste Kontrahentin Annalena Baerbock aus. Und Laschets Umfragewerte stiegen – ungeachtet der Tatsache, dass auch seine Lebensläufe Unregelmäßigkeiten aufwiesen und sich Parlamentarier seiner Partei an der Not der Menschen im Land bereicherten, indem sie an Maskendeals mitverdienten.

An Laschet, so schien es vielen, bleibt einfach nichts haften. Doch während noch gemunkelt wurde, ob gewisse Kreise in seinem Fall einfach lieber ein Auge zudrücken wollen, eilte der Kanzlerkandidat seinerseits von Panne zu Panne. Da belehrte er die WDR-Moderatorin Susanne Wieseler eingeleitet von der Anrede „junge Frau“ vor laufenden Kameras darüber, dass man seine Politik doch nicht ändere, nur „weil jetzt so ein Tag“ sei – ein Tag immerhin, der tausende Menschen in seinem Bundesland NRW ihr Hab und Gut, ihr Dach über dem Kopf und einigen gar das Leben kostete. Da lachte und feixte Laschet anschließend im Krisengebiet, in das er eigentlich gereist war, um sich als anpackender Landesvater zu präsentieren.

CDU-Kanzlerkandidaten Armin Laschet verliert im Wahlkampf an Zustimmung

Und da kam heraus, dass es seine Regierung war, welche die Richtlinie zur Soforthilfe nach einer Überschwemmung zuungunsten vieler Betroffener reformiert hatte – um nun im Wahlkampf zur Bundestagswahl zur Rolle rückwärts gezwungen zu werden. Wie um weiteres Unheil vom angeschlagenen Kandidaten abzuhalten, schrieb der stellvertretende Sprecher der Regierung Laschet gar eine E-Mail an fr.de, um anzumerken, dass die Pläne für die Einschränkung der Soforthilfen auf einen Plan der Vorgängerregierung zurückgingen.

Laschets zumindest als unglücklich wahrgenommene Figur in der Rolle des Krisenmanagers schlug sich nieder. Bei einem Besuch im gebeutelten Swisttal machten sich Betroffene Luft, der Deutschen Presseagentur zufolge rief einer von ihnen Laschet zu, dass er „bei der Wahl merken“ werde, wie unzufrieden die Menschen vor Ort mit seiner Politik seien. Der Ministerpräsident des vom Unwetter heimgesuchten Bundeslandes antwortete, dass auch er aufgewühlt wäre, wäre „mir das zu Hause passiert“.

Armin Laschet: Erneut Ärger wegen Plagiaten

In der Folge sackten Laschets Umfragewerte ab, neben Baerbock musste er auch den SPD-Kanzlerkandidaten Olaf Scholz in der Kanzlerfrage an sich vorbeiziehen lassen. Und nun gibt es auch noch Ärger mit seinem Buch „Die Aufsteigerrepublik“. Nach und nach schält sich heraus, dass der Kanzlerkandidat deutlich mehr abgeschrieben haben könnte, als zunächst angenommen.

Der Spiegel will vier weitere Textstellen gefunden haben, die Laschet von anderen Autor:innen übernommen haben soll, ohne sie entsprechend zu kennzeichnen. Davon allein zwei von Wikipedia, der offenen Online-Enzyklopädie. Zusätzlich soll er sich beim Vizepräsidenten des Zentralrats der Juden, Salomon Korn, und dem ehemaligen EU-Kommissar für Inneres, Franco Frattini, bedient haben.

Immer mehr mutmaßliche Plagiate von Armin Laschet kommen zum Vorschein

Da passt es ins Bild, dass der österreichische Plagiatsjäger Stefan Weber seine wohl etwas voreilige erste Einschätzung, wonach das Buch Laschets bezüglich weiterer Plagiate unproblematisch sei, revidierten musste. Erst ein „Leserfund“ habe Weber zu der Erkenntnis kommen lassen, dass Laschet eine halbe Seite seines Buches wahrscheinlich vom ehemaligen bayerischen Kultusminister Hans Maier (CSU), einem in Wissenschaftskreisen durchaus prominenten Politologen, übernommen habe – ohne Kennzeichnung, ohne Nennung Maiers.

Aus der CDU-Parteizentrale dringt zum im Wahlkampf äußerst ungünstigen Thema aktuell Schweigen. Man möge doch zunächst abwarten, bis die vor einer Woche begonnene eigene Überprüfung des Buches abgeschlossen sei. Auch JU-Chef Tilman Kuban, der im Zusammenhang mit den Plagiatsvorwürfen gegen Baerbock noch sagte, dass jemand, der „beim Buch“ abschreibe, kein Land führen könne, ist bisher noch nicht prominent mit Kritik an Laschet aufgefallen. Möglich ist, dass auch er zunächst die interne Untersuchung abwarten möchte – anders als im Falle der Grünen Kandidatin Baerbock. (Mirko Schmid)

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