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Armin Laschet, Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, Bundesvorsitzender der CDU und Kanzlerkandidat, sitzt beim ARD-Sommerinterview auf der Terrasse des Marie-Elisabeth-Lüders-Hauses.
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Bis jetzt ist Kanzlerkandidat Armin Laschet halbwegs gut durch den Wahlkampf gekommen. Das könnte sich aber schon bald ändern.

Kopieren und einfügen

Armin Laschet: Plagiat sorgt für Ärger

  • Christian Stör
    VonChristian Stör
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Nach Annalena Baerbock sieht sich auch Armin Laschet nur Wochen vor der Bundestagswahl mit Plagiatsvorwürfen konfrontiert.

Update, 15.50 Uhr: Armin Laschet hat das gemacht, was heutzutage ohnehin recht populär ist. er hat einfach mal schnell was kopiert und in den eigenen Text eingefügt. Das spart Zeit und Arbeit und kann, wenn eine recht schöne Stelle ausgewählt wird, dem eigenen Werk noch den rechten Schliff verleihen. Manche allerdings nennen es ein Plagiat. Das ist ärgerlich.

Der von Laschets Kopierkunst betroffene Autor Karsten Weitzenegger reagierte allerdings gelassen. Er habe sich nicht vorstellen können, dass Laschet bei seiner heutigen Einstellung bei ihm abgeschrieben habe, sagte der als Berater in der Entwicklungshilfe tätige Weitzenegger dem Portal t-online. Zudem hob er hervor, ihm sei die Aufregung um Plagiate von Politiker:innen zu groß. Das gelte sowohl für den Fall von Laschet, aber auch bei Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock.

Derweil sagte SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil dem Spiegel, er sei gespannt, „was da bei Laschet nach seiner Entschuldigung noch alles kommt“. Unterstützung bekam Laschet von Friedrich Merz, der auf Twitter eine umwerfende Erkenntnis zum Besten gab: „Wir alle machen in unserem Leben Fehler.“ Vielleicht trifft das sogar auf Merz selbst zu. Entscheidend, so der CDU-Politiker, sei der Umgang damit. Laschet habe sich sofort entschuldigt und sorge für Transparenz - „das verdient Respekt“.

Armin Laschet: Plagiat sorgt für Ärger

Erstmeldung vom Freitag, 30.07.2021: Berlin – Armin Laschet kommt im Wahlkampf nicht so recht vom Fleck. Zwar liegt die Union in den Umfragen noch immer vorne, doch so richtig überzeugend sind ihre Werte im Vergleich zu früher nun wirklich nicht. Und die Wertschätzung, die der CDU-Politiker als Kanzlerkandidat genießt, wird offenbar mit jedem Tag geringer. Olaf Scholz (SPD) ist ihm da jedenfalls weit voraus, allerdings lässt Laschet immerhin Annalena Baerbock (Grüne) deutlich hinter sich. Im Grunde sind aber alle drei nicht unbedingt als Lieblinge des Volkes bekannt.

Vielleicht liegt das auch ein wenig an den Skandalen und Skandälchen, mit denen alle drei zu kämpfen haben? Armin Laschet selbst hat ja einmal als Dozent die Prüfungen seiner Studis verloren und sich dann die Noten einfach mal so eben selbst ausgedacht. Olaf Scholz ist in diesen unsäglichen Cum-Ex-Sumpf verstrickt, den aber das Volk wohl kaum versteht. Die Geschichte wird also bei der Bundestagswahl 2021 kaum eine Rolle spielen. Annalena Baerbock hingegen kämpft mit handfesteren Problemen. Ein frisierter Lebenslauf und eine Plagiatsaffäre machen ihr zu schaffen.

Plagiatvorwurf: Armin Laschet schreibt ab

Nun allerdings zieht Armin Laschet in dieser Hinsicht vielleicht bald mit Baerbock gleich. Denn am heutigen Freitag (30.07.2021) trendet auf Twitter mal wieder ein neuer Laschet-Hashtag: #Laschetschreibtab. Was also ist geschehen? Auf der Plattform wurde ein Hinweis auf mögliche Parallelen zwischen einer Passage aus einem Buch von Armin Laschet und einer anderen Veröffentlichung publik gemacht. In dem Buch „Die Aufsteigerrepublik. Zuwanderung als Chance“ aus dem Jahr 2009 hat Armin Laschet wohl zumindest an einer Stelle abgeschrieben.

„Plagiatsjäger Heidingsfelder hat mir mitgeteilt, dass Armin #Laschet in seinem Buch 2009 bei mir abgeschrieben hat. Spontan habe ich bestritten, jemals etwas so Dummes geschrieben zu haben. Ist aber wohl doch mein Paper, ich bereue nichts. #Laschetschreibtab“, schreibt Karsten Weitzenegger, dessen Veröffentlichung aus dem Jahr 2008 stammt, mit Hinweis auf den bekannten Plagiatsjäger Martin Heidingsfelder.

Armin Laschet schreibt ab: CDU-Kanzelerkandidat gibt Fehler zu

Armin Laschet hat denn auch gleich einen Fehler eingeräumt und sich dafür entschuldigt. Die Deutsche Presse-Agentur zitiert ihn mit den Worten: „Mindestens ein Urheber des im Buch verwendeten Materials wird weder im Fließtext noch im Quellenverzeichnis genannt. Um zu klären, ob es weitere Fehler gibt, werde ich unverzüglich die Prüfung des Buchs veranlassen.“ Es gebe in dem Buch offenkundig Fehler, die er verantworte, so Laschet. „Dafür möchte ich ausdrücklich um Entschuldigung bitten, denn sorgfältiges Arbeiten beim Verfassen von Werken und die Achtung des Urheberrechts sind für mich auch eine Frage des Respekts vor anderen Autoren.“

Er habe das Werk in seiner damaligen Funktion als nordrhein-westfälischer Integrationsminister verfasst, sagte Laschet. „Es ist ein Debattenbeitrag und er diente dazu, die Arbeit des ersten Integrationsministeriums Deutschlands darzustellen und für eine neue Integrationspolitik bundesweit zu werben. Dementsprechend wurde für das Buch auch auf Ausarbeitungen des Ministeriums Rückgriff genommen.“ Dies gehe aus dem Literaturverzeichnis und der Danksagung hervor. Der Reinerlös des Buchs sei an das Integrationsprojekt „Coach e.V.“ gespendet worden, das eng mit der Arbeit des Ministeriums verbunden gewesen sei, was seit 2009 bekannt sei. (cs/dpa)

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