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Armin Laschet, CDU-Vorsitzender
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Nach seinem umstrittenen Satz zur SPD in der Nachkriegszeit steht Armin Laschet (CDU) massiv in der Kritik.

Kanzlerkandidat unter Beschuss

Ist Armin Laschet der #RheinlandTrump? Kritik nach Äußerungen zur SPD

  • Tim Vincent Dicke
    VonTim Vincent Dicke
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Armin Laschet (CDU) steht nach seinem Satz über die Nachkriegsgeschichte der SPD in der Kritik. Auf Twitter trendet nun #RheinlandTrump – angelehnt an Donald Trump.

Berlin – Nachdem Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet* (CDU*) die Angriffe auf die SPD vor der Bundestagswahl 2021* verbal verschärft hat, regt sich Widerstand gegen seine Aussagen. Beim CSU-Parteitag in Nürnberg am Samstag (11.09.2021) sagte der Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen: „In all den Entscheidungen der Nachkriegsgeschichte standen Sozialdemokraten immer auf der falschen Seite.“

Armin Laschet bezog sich bei dem Satz konkret auf den Kurs der SPD* in der Wirtschafts- und Finanzpolitik, machte vor dem Halbsatz aber eine sprachliche Pause: Immer in Krisen habe sie ans Schuldenmachen und an Steuererhöhungen gedacht, kritisierte er.

Die Sozialdemokrat:innen um Kanzlerkandidat Olaf Scholz* (SPD) reagierten empört und sprachen andere Themen an: „Nein zum Irak-Krieg, die Ostpolitik von Brandt, Einführung Mindestlohn & Grundrente, Ehe für alle usw. Überall haben wir uns gegen die Konservativen durchgesetzt. Ich bin sehr stolz darauf!“, twitterte Lars Klingbeil. „Die Union hat unter Laschet echt Anstand und Würde verloren. Sie gehört in die Opposition!“ Der SPD-Generalsekretär teilte dazu ein Video der Laschet-Äußerung, allerdings ohne den Halbsatz zur Wirtschafts- und Finanzpolitik.

Wahlkampfmanagerin von Armin Laschet (CDU) wirft SPD „Fake News“ vor

Die Wahlkampfmanagerin von Armin Laschet, die frühere Bild- und RTL-Journalistin Tanit Koch, warf Klingbeil daraufhin vor, „Fake News“ zu verbreiten – ein Begriff, den der frühere US-Präsident Donald Trump* prägte. „Ihr Video ist bis zur Entstellung verkürzt. Original-Zitat #Laschet: ‚In all den Entscheidungen der Nachkriegsgeschichte standen Sozialdemokraten immer auf der falschen Seite IN DER WIRTSCHAFTS- UND FINANZPOLITIK‘“, antwortete Koch auf Twitter.

Über die Frage, ob Laschet den Satz auf die gesamte Nachkriegsbilanz der SPD bezog oder nur auf die beiden politischen Ressorts, wird in sozialen Medien heiß diskutiert. Von den sozialdemokratischen Politiker:innen fühlt sich allerdings nicht nur Lars Klingbeil angegriffen. Auch Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) kritisierte Laschet deutlich. Man müsse in der Demokratie zwar andere Meinungen aushalten, jedoch „den Beitrag der Sozialdemokratie zum Aufbau unseres Landes und dem Erfolg unserer Demokratie zu leugnen, wie Herr Laschet es tut, ist nicht nur geschichtsvergessen sondern unanständig und würdelos“, twitterte Heil.

CDU-Kanzlerkandidat: Armin Laschets SPD-Schelte sei „Geschichtsrevisionismus“

Die SPD-Europaabgeordnete Katarina Barley schrieb auf dem Kurznachrichtendienst: „Weil man nichts eigenes hat, mit dem man werben kann, anderen ihre historischen Verdienste absprechen - wie tief kann man sinken. Ich hoffe so sehr, dass so jemand in Deutschland niemals Kanzler werden kann.“

Auch aus der Linkspartei* war Kritik zu hören. „Wahlkampf ist harte Konkurrenz“, sagte Parteichefin Susanne Hennig-Wellsow am Sonntag (12.09.2021) der Nachrichtenagentur AFP. „Aber was sich Laschet hier geleistet hat, ist absolut inakzeptabel.“ Sie fügte hinzu: „Zu behaupten, die Sozialdemokraten hätten in allen Entscheidungen der Nachkriegsgeschichte immer auf der falschen Seite gestanden, ist Geschichtsrevisionismus.“

Armin Laschet (CDU) unter Beschuss: Auf Twitter trendet #RheinlandTrump

Am Sonntag trendete auf Twitter der Hashtag #RheinlandTrump. Nutzer:innen verglichen Armin Laschet, der aus dem Rheinland kommt, mit dem ehemaligen Bewohner des Weißen Hauses, Donald Trump. „Armin #Laschet macht den #RheinlandTrump - Die letzten zwei Wochen bis zum 26.09 werden verdammt ekelig und schmutzig werden. Neue moralische Tiefststände bei der CDU/CSU*!“, schrieb der Vorsitzende eines SPD-Ortsverbandes in Bezug auf den umstrittenen Satz von Laschet.

„In jeder Diskussion, jeder Talkshow und bei jedem Interview wurde #ArminLaschet der Lüge überführt und er verbreitete Fake News. Was passt da besser als #RheinlandTrump“, twitterte eine Nutzerin. Ein weiterer User schrieb: „Habe die letzten Tage bei Laschet schon öfters an Trump gedacht, weil er einfach so oft lügt und das immer wieder... Und ihm ist es völlig egal wie Trump auch... #RheinlandTrump ist ein super Spitzname für ihn!“ (tvd/dpa/AFP) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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