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Der CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet stellt sich bei „Brigitte Live“ den Fragen der Journalistinnen.
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Der CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet stellt sich bei „Brigitte Live“ den Fragen der Journalistinnen.

Bundestagswahl 2021

Laschet vermeidet Machtwort zu Maaßen

  • Isabel Wetzel
    VonIsabel Wetzel
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Armin Laschet spricht bei Brigitte live über Gendersternchen, nächtliche Serienmarathons und Vaterqualitäten. Und über Maaßen.

Berlin – Der CDU-Kanzlerkandidat ganz privat: Eine Stunde lang plauderte der CDU-Vorsitzende Armin Laschet bei dem Frauenmagazin Brigitte live über den Wahlkampf zur Bundestagswahl 2021 und sein Privatleben. Laschet bekräftigte im wesentlichen bekannte politische Positionen der Union, neue Erkenntnisse blieben aus. Der CDU-Chef plauderte im dunklen Anzug mit weißem Hemd und ohne Krawatte, aber auch locker über Privates.

So offenbarte sich der 60-Jährige als Fan von Fernsehserien, von denen es jetzt viele in den Mediatheken gebe. „Dann verzweifelt meine Frau immer, weil sie sagt, Du müsstest jetzt mal schlafen. Und dann sitze ich da bis 3, 4 Uhr und schaue diese Serien an.“ Da sei es von Vorteil, dass er mit wenig Schlaf auskomme, verrät er. Seine Frau leiste ihm dann keine Gesellschaft. Im Leben seien sie aber durchaus ein gutes Team, teilten sich die Arbeit, den Haushalt und die Fürsorge für die Kinder stets auf. Laschet möchte - sollte er im September Bundeskanzler werden - vor allem die Gleichstellung von Frauen verbessern, betonte er. Vom Gendern in der Sprache hält der CDU-Chef allerdings wenig. Zumindest in seiner Sprache: „Den Genderstern jetzt immer zu sprechen, passt jedenfalls nicht zu meinem Sprachstil. Wer das aber tut - ist in Ordnung. Nur, meine Sprache ist eine andere.“

Laschet lehnt Machtwort in Richtung Maßen ab

Als das Gespräch auf die Debatte um CDU-Politiker Hans-Georg Maaßen kam, wurde Laschet deutlich, blieb aber diplomatisch. Ein Machtwort wollte der CDU-Chef nicht sprechen. Er sagte: „Meine Position ist klar, die werde ich als Kanzler auch durchsetzen.“ Laschet betonte, auch die Haltung der Union zum öffentlich-rechtlichen Rundfunk sei glasklar. „Gerade in so einer Zeit wie jetzt, wo es so viele Fake-News gibt rund um die Corona-Pandemie, ist ein starker öffentlich-rechtlicher Rundfunk wichtig. Das ist die Position der gesamten CDU.“ Den Namen Maaßen nahm Laschet nicht in den Mund. Er lehnte es ab, sich durch solche Äußerungen die Themen bestimmen zu lassen.

Maaßen hatte mit seinen Äußerungen über den öffentlich-rechtlichen Rundfunk auch in den eigenen Reihen für Unmut gesorgt. Er warf insbesondere der Tagesschau und deren Mitarbeitern Verbindungen zur linksextremen Szene vor und forderte eine Untersuchung. Konkrete Beispiele oder Belege für seine Vorwürfe oder Namen nannte Maaßen allerdings nicht. Laschet ergänzte am Mittwoch bei Brigitte live: „Nur weil jemand Interviews gibt, ist das nicht die Position der CDU.“ Ein Parteiausschluss sei außerdem mit hohen Hürden behaftet.

Brigitte Huber, Armin Laschet und Meike Dinklage (v.l.) bei Brigitte live in Berlin.

Brigitte live: Laschet und Baerbock über den Wahlkampf als Frau

Auf die angeblichen Fehltritte seiner Mitbewerberin Annalena Baerbock angesprochen, wollte er sich auch nicht explizit äußern. Ob sie im derzeitigen Wahlkampf als Frau deutlich härter angegangen würde, verneinte er: „Das geht mir auch so, da muss man einfach eine Antwort geben.“ Allerdings sieht er Frauenfeindlichkeit bei der Debatte im Netz, spricht sich für eine strafrechtliche Verfolgung von sexistischen Beleidigungen aus und fordert: „Wir müssen eine Kultur schaffen, um dem entgegenzusteuern.“

Baerbock selbst war in der vergangenen Woche (01.07.2021) zu Gast bei Brigitte live. Auch sie sprach über den Wahlkampf, die Schwierigkeiten als Frau und die Plagiatsvorwürfe zu ihrem Buch. Baerbock sagte dazu: „Bei Frauen gibt es immer eine zusätzliche Angriffsebene.“ So waren und sind beispielsweise ihre Kinder immer wieder Teil der öffentlichen Debatte. „Ich kriege das öfters mitgeteilt, dass ich für manche als 40-jährige Frau eine Zumutung bin“, sagt sie. „Als Frau, die mitten im Leben steht mit kleinen Kindern.“

Mehr Sorge dürfte der Kanzlerkandidatin jedoch bereiten, dass sie seit der Ankündigung ihrer Kandidatur immer wieder in Erklärungsnot geriet: unsaubere Lebensläufe, vergessene Nebeneinkünfte und jetzt die Plagiatsvorwürfe. Die vergangenen Wochen verglich Baerbock mit einem Sturz beim Trampolin turnen in ihrer Jugend. Eine gesunde Fehlerkultur sei wichtig, doch in manchen Fällen müsse man auch kämpfen, sagte die 40-Jährige, so nach dem Motto „Abhaken und hart weitertrainieren.“ Die Plagiatsvorwürfe weist die Grünen-Politikerin weiter zurück, räumt aber erste Fehler in ihrer Arbeit ein.

Im Video: Annalena Baerbock spricht bei Brigitte live über die CDU-Klimapolitik

Armin Laschet hat zudem zu einem sachlichen Wahlkampf ohne Aggressionen aufgerufen. Auf den weiteren Verlauf des Wahlkampfes freue er sich und wünsche sich eine sachliche, faire, politische Debatte: „Ich gebe wenig auf Umfragen. Im Wahlkampf geht es um Kampf, um das Ringen für die Themen, die mir wichtig sind. Kämpfen ist schön.“ (iwe/dpa)

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